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| − | Aus Reihen der Unionisten kamen zwischen 1903 und 1909 mehrere Regierungschefs innerhalb der katholisch-nationalistischen "[[Koalition der Moral]]". | + | Aus Reihen der Unionisten kamen zwischen 1903 und 1909 mehrere Regierungschefs innerhalb der katholisch-nationalistischen "[[Koalition der Moral]]". Nach internen Grabenkämpfen kam es seit 1905 zu mehreren konkurrierenden Parteigründungen innerhalb der Unión Nacional, die schließlich auch zu ihrem Zerfall führten. Neben dem 1907 gegründeten '''Partíu Republicano Conservador''' ('''PRC''') ging aus der Unión Nacional auch die katholisch-konservative [[Acción Popular]] hervor, die sich schließlich in ihrer Nachfolge zur dominanten Mitte-Rechts-Partei entwickeln konnte. Während sich die Unión Nacional in der Abgeordnetenkammer 1912 auflöste, bestand sie in der Senatskammer noch bis zum Jahr 1925 weiter, ehe sie sich zur [[Unión Popular]] umformte. |
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| − | Die Unionistische Partei entstand infolge des gescheiterten [[Putsch von 1898]], der die offene Gegnerschaft zur Republik und das Eintreten für die Wiedereinführung der Monarchie öffentlich weitgehend diskreditierte. Frühere Gegner der Republik und Vertreter des katholischen Großbürgertums suchten daher eine neue politische Plattform und schlossen sich | + | Die Unionistische Partei entstand als loser Zusammenschluss rechtsgerichteter Abgeordneter im Jahr 1897, erhielt ihren Auftrieb aber erst infolge des gescheiterten [[Putsch von 1898]], der die offene Gegnerschaft zur Republik und das Eintreten für die Wiedereinführung der Monarchie öffentlich weitgehend diskreditierte. Frühere Gegner der Republik und Vertreter des katholischen Großbürgertums suchten daher eine neue politische Plattform und schlossen sich der Nationalen Union an. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Parlamentswahl 1899]] traten bereits Wahlkomitees der Union in Erscheinung, die auf nationaler Ebene nur locker koordiniert waren, aber bereits dritte Kraft in der Nationalversammlung wurden. In der Opposition zur neuen radikal-liberalen Mehrheit, die sich anschickte, eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sowie eine umfassende Landreform zu verabschieden, kam es zur Festigung der Unionistischen Fraktion zu einer dauerhaften Parteivereinigung. |
In der Opposition kam es zudem zur weiteren Zusammenarbeit der Unionisten mit der offen antirepublikanischen Rechten. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist [[Miquel Fernando Luisanto]] wurde nun Regierungschef und bildete eine [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] zusammen mit der nationalistischen Bewegung [[Daniel Lafontán]]s und Vertretern der ultrakonservativen Rechten. | In der Opposition kam es zudem zur weiteren Zusammenarbeit der Unionisten mit der offen antirepublikanischen Rechten. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist [[Miquel Fernando Luisanto]] wurde nun Regierungschef und bildete eine [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] zusammen mit der nationalistischen Bewegung [[Daniel Lafontán]]s und Vertretern der ultrakonservativen Rechten. | ||
== Spaltung 1905/07 == | == Spaltung 1905/07 == | ||
| − | Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber [[Miquel Fernando Luisanto]] fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an | + | Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber [[Miquel Fernando Luisanto]] fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an Luisanto fest, während sich eine Minderheit unter Führung von [[Francisco Britón]] für den von den anderen Rechtsparteien vorgeschlagenen Kompromisskandidaten [[Joán Cardinal]] aussprach, der schließlich auch die meisten Stimmen auf sich vereinte. |
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* 1907-1914: [[Francisco Britón]] | * 1907-1914: [[Francisco Britón]] | ||
* 1914-1919: [[Marcelo Coronado]] | * 1914-1919: [[Marcelo Coronado]] | ||
Aktuelle Version vom 30. Dezember 2022, 00:52 Uhr
| Unión Nacional Nationale Union | ||
| Parteiführer | Miquel Fernando Luisanto Francisco Britón | |
| Gründung | 1897 | |
| Auflösung | 1912 (Abgeordnetenkammer) 1925 (Senat) | |
| Vorgänger | Partíu Conservador Partíu Liberal (Teile) | |
| Nachfolge | PRC Acción Popular | |
| Ausrichtung | Konservatismus Nationalismus Fraktionen:
| |
| Bündnis | Koalition der Moral | |
| Position | Mitte-Rechts/Rechts | |
Die Unión Nacional del Ordre Costitucional (Nationale Union der konstitutionellen Ordnung, kurz Unión Nacional) war eine Gruppierung der politischen Rechten zu Beginn der Zweiten Sagradischen Republik und eine Fraktion in der sagradischen Nationalversammlung. Die Unionisten waren eine bürgerliche Mitte-Rechts-Kraft mit einer konservativen politischen Plattform und standen damit in der Tradition des Partíu Conservador der konstitutionellen Monarchie. Es handelte sich um keine organisierte Partei im modernen Sinn, sondern um einen locker gefügten Zusammenschluss auf parlamentarischer Basis, der in seinen Reihen gemäßigt-monarchistische, katholische und bürgerlich-konservative Abgeordnete vereinte. Zu den Führungsfiguren der Partei gehörten Miquel Fernando Luisanto, Francisco Britón sowie Daniel Gaspard. Auch der konservative Republikaner Luciano Tropexas und der Militär Joán Cardinal standen den Unionisten nahe.
Aus Reihen der Unionisten kamen zwischen 1903 und 1909 mehrere Regierungschefs innerhalb der katholisch-nationalistischen "Koalition der Moral". Nach internen Grabenkämpfen kam es seit 1905 zu mehreren konkurrierenden Parteigründungen innerhalb der Unión Nacional, die schließlich auch zu ihrem Zerfall führten. Neben dem 1907 gegründeten Partíu Republicano Conservador (PRC) ging aus der Unión Nacional auch die katholisch-konservative Acción Popular hervor, die sich schließlich in ihrer Nachfolge zur dominanten Mitte-Rechts-Partei entwickeln konnte. Während sich die Unión Nacional in der Abgeordnetenkammer 1912 auflöste, bestand sie in der Senatskammer noch bis zum Jahr 1925 weiter, ehe sie sich zur Unión Popular umformte.
Inhaltsverzeichnis
Gründung der Nationalen Union und Koalition der Moral[bearbeiten]
Die Unionistische Partei entstand als loser Zusammenschluss rechtsgerichteter Abgeordneter im Jahr 1897, erhielt ihren Auftrieb aber erst infolge des gescheiterten Putsch von 1898, der die offene Gegnerschaft zur Republik und das Eintreten für die Wiedereinführung der Monarchie öffentlich weitgehend diskreditierte. Frühere Gegner der Republik und Vertreter des katholischen Großbürgertums suchten daher eine neue politische Plattform und schlossen sich der Nationalen Union an. Bei der Parlamentswahl 1899 traten bereits Wahlkomitees der Union in Erscheinung, die auf nationaler Ebene nur locker koordiniert waren, aber bereits dritte Kraft in der Nationalversammlung wurden. In der Opposition zur neuen radikal-liberalen Mehrheit, die sich anschickte, eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sowie eine umfassende Landreform zu verabschieden, kam es zur Festigung der Unionistischen Fraktion zu einer dauerhaften Parteivereinigung.
In der Opposition kam es zudem zur weiteren Zusammenarbeit der Unionisten mit der offen antirepublikanischen Rechten. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der Parlamentswahl 1903 dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist Miquel Fernando Luisanto wurde nun Regierungschef und bildete eine "Regierung der Moral" zusammen mit der nationalistischen Bewegung Daniel Lafontáns und Vertretern der ultrakonservativen Rechten.
Spaltung 1905/07[bearbeiten]
Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den Präsidentschaftswahlen 1905 konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber Miquel Fernando Luisanto fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an Luisanto fest, während sich eine Minderheit unter Führung von Francisco Britón für den von den anderen Rechtsparteien vorgeschlagenen Kompromisskandidaten Joán Cardinal aussprach, der schließlich auch die meisten Stimmen auf sich vereinte.
Das Verhältnis zwischen der Parteiführung um Luisanto und der Minderheit um Britón blieb danach gespannt. Im Vorfeld der Parlamentswahlen 1907 kam es schließlich zur Parteispaltung und zu einer Reihe von Konkurrenzkandidaturen der beiden Unionistischen Faktionen, die teilweise als „Unión Republicana“ und „Partíu Unionista“ gegeneinander antraten. Nach der Wahl konstituierten sich zwei getrennte Fraktionen im Parlament, von denen überraschend die Britóns eine Mehrheit an Abgeordneten hinter sich sammeln konnte. Die von Britón geführte Fraktion nannte sich zunächst ebenfalls Grupo Unionista, musste sich bald aber umbenennen, woraus der Partíu Republicano Conservador hervorging.
Partíu Republicano Conservador und Niedergang der Unionisten[bearbeiten]
Britón wurde von Joán Cardinal zum Ministerpräsidenten ernannt, die Alt-Unionisten traten dessen Mitte-Rechts-Kabinett erst wenige Monate später bei. Darüber entzündete sich aber erneut Streit in der Partei, sodass sich der liberale Flügel im Frühjahr 1908 der aus dem PRL hervorgegangenen Aliança Republicana anschloss. Mit der Spaltung der Partei zerbrach bald auch das Bündnis der Rechten. Der Bruch der Koalition im Jahr 1909 und die Auflösung der Kammern führte zu Neuwahlen, die für die Rechte zu einem Debakel wurde. Die als PRC antretenden Unionisten kamen zusammen auf nicht einmal 30 Abgeordnete, während die Parteien der Linken die Parlamentsmehrheit zurückerobern konnten. Die Führerschaft im rechten Lager hatte nun die katholische Volksaktion übernommen, die zur stärksten Kraft der Opposition wurde.
Der PRC Britóns versuchte danach noch einmal vergebens, an die Tradition der Unionisten anzuknüpfen und nannte sich seit den Wahlen 1913 Partíu Unionista, es konnten jedoch nur 27 Abgeordnete unter diesem Banner in die Kammer einziehen. Die nun als „Partíu Unionista“ firmierende Fraktion des PRC schloss sich im Vorfeld der Parlamentswahl 1917 der katholischen Volksaktion an und kandidierte mit dieser in einer Listengemeinschaft. Seitdem stand die PRC/PU in enger Abhängigkeit zur Volksaktion, ehe die dezimierte Partei 1924 zusammen mit der Acción Popular, dem Überbleibsel der alten Unionistischen Partei und anderen Rechtsparteien in der katholisch-konservativen Unión Popular aufging.
Parteiführer der Unionisten[bearbeiten]
Unión Nacional[bearbeiten]
- 1899-1910: Miquel Fernando Luisanto
- 1910-1912: Daniel Gaspard
Partíu Republicano Conservador[bearbeiten]
- 1907-1914: Francisco Britón
- 1914-1919: Marcelo Coronado
- 1919-1924: Carles Bernord