Partíu Republicano Liberal: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Partido Republicano Liberal''' (PRL, dt. ''Liberale Republikanische Partei'') war eine liberale [[Sagradien|sagradische]] Partei in der frühen [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]]. Der PRL ging nach Abspaltung des [[Partido Radical]] aus dem moderaten Flügel der [[Partido Republicano (19. Jahrhundert)|Republikanischen Partei]] [[Luis Cavaller]]s hervor. Nach der Gründung der konservativen [[Unión Republicana]] 1897 blieb der liberale Flügel der Partei unter der Führung von [[José Delacrûce]] zurück und ging 1908 mehrheitlich in der [[Alianza Republicana]] auf. Prominente Vertreter der Partei waren neben José Delacrûce [[Ricardo Alemà]], [[Francisco de Brentano]] und [[Damián Carnales]].
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Der '''Partíu Republicano Liberal''' (dt. ''Liberale Republikanische Partei''), auch als '''Partíu Moderata''' bekannt, war eine liberale [[Sagradien|sagradische]] Partei in der frühen [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]]. Der PRL bildete den gemäßigten (im Gegensatz zum [[Partíu Radical|radikalen]]) Flügel der republikanischen Linken in der [[Nationalversammlung]] und vertrat konservativ-liberale und säkulare Positionen. Neben dem [[Partíu Radical]] und der [[Unionista|Unionistischen Partei]] bildete die PRL eine der drei großen Honoratiorenparteien der frühen Zweiten Republik, bis es schließlich zum Aufstieg der neuartigen Massenparteien [[Partíu Socialista]] sowie der katholisch-konservativen [[Acción Popular]] kam. Aus dem PRL wiederum sowie Teilen der [[Unionistas]] ging 1908 im Wesentlichen die [[Aliança Republicana]] hervor.  
  
Mit der [[Januarrevolution 1891]] übernahm der bis dahin oppositionelle Partido Republicano unter der Führung von Luis Cavaller die Macht in Sagradien. Bei der [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891]] eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und setzten damit das Ende der Monarchie in Sagradien durch. Nach der Wahl Cavallers zu ihrem ersten Präsidenten bildete der liberale Republikaner José Delacrûce eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und [[Luciano Tropexas]]. 1894 verließen die radikalen Republikaner die Regierungsmehrheit und gründeten den [[Partido Radical|Partido Republicano Radical]], der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. In Abgrenzung zu den Radikalen wurden diese nun meist ''Moderatas'', seltener auch ''Liberales'' genannt.
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Prominente Vertreter der Partei waren [[José-León Delacrûce]], [[Damián Carnales]], [[Francisco de Brentano]], [[Francisco Berlioz]] und [[Ricardo Alemà]].
  
In der Folge kam es zum Bruch der ''Unionistas'' um Tropexas mit den dominierenden ''Liberales'' um Delacrûce. Als Delacrûce die Trennung von Staat und Kirche durchsetzen wollte und dafür die [[Republikanische Wiedervereinigung]] mit den Radikalen anstrebte, verließ Tropexas die Partei und gründete die [[Unión Republicana|Unionistische Partei]]. Die zurückbleibenden Anhänger Delacrûces nannten sich fortan ''Partido Republicano Liberal''. Sie stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom [[Partido Radical]] überholt. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter [[Donado Salgado]], welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] stand die Partei in Opposition zur rechten [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] der Unionisten.  
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=== Geschichte ===
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Der Partíu Moderata geht auf den historischen [[Partíu Liberal]] der monarchischen Ära zurück, der sich für liberale und säkulare Reformen zugunsten des Bürgertums eingesetzt hatte. Mit der [[Januarrevolution 1891]] und den folgenden [[Aprilwahlen 1891]] eroberten die Liberalen gemeinsam mit Sozialisten und [[Partíu Radical|Radikalen]] eine Mehrheit in der sagradischen Nationalversammlung und vertraten die Rechte des Parlaments gegenüber dem Monarchen. Nachdem die liberale Mehrheit ein provisorisches Verfassungsstatut erlassen hatte, wurde der moderat-liberale [[Francès de Píu-Castellán]] zum neuen Präsidenten des Exekutivrates gewählt, der wesentlich aus Mitgliedern seiner Partei bestand. Die Moderatas kristallisierten sich in der Folge als Trägergruppe des neuen Regimes heraus und bekämpften die radikaleren Republikaner, die die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister [[Luis María de Castós]], der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden.  
  
In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten [[Partido Progresista]] zum [[Partido Republicano Progresista]] vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene [[Alianza Republicana]] knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.
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Obwohl die Moderatas bis dahin kein republikanisches Regime favorisiert hatten, kam es im Jahr 1892 zu einem Wechsel der politischen Vorzeichen. Auf die Weigerung des Thronfolgers [[José Filipe]], die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen, reagierte die liberale Parlamentsmehrheit in Form einer offiziellen Abschaffung der Monarchie. Monarchistische Liberale verließen daraufhin die Mehrheitskoalition, verloren aber schnell an Eigenständigkeit. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Der Liberale [[Luis Cavaller]] wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum Präsidenten der Republik gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an. Bei der [[Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893]] eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und die Moderatas kristallisierten sich innerhalb der republikanisch-liberalen Mehrheit als größte Fraktion heraus.
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Der Liberale [[José Delacrûce]] bildete eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und [[Luciano Tropexas]]. 1894 verließen die radikalen Republikaner unter der Führung von [[Piero Celeste]] und [[Lorís Manuel]] die Regierungsmehrheit und gründeten den [[Partíu Radical|Partíu Republicano Radical]], der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. Bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1895]] gingen die Moderatas als stärkste Kraft hervor und setzten im Juli 1895 eine konservative [[Verfassungsrevision 1895|Verfassungsrevision]] durch.
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Die Moderatas stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom [[Partíu Radical]] überholt. Der gescheiterte [[Putsch von 1898]] bestärkte die Partei in ihrem reformorientierten Mitte-Links-Kurs, auch wenn die Partei deutlich vorsichtiger auftrat, als die Radikalen. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter [[Donado Salgate]], welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] stand die Partei in Opposition zur rechten [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] der Unionisten.
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In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten [[Partíu Progresista]] zum [[Partíu Republicano Progresista]] vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene [[Aliança Republicana]] knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.
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[[Kategorie: Sagradische Partei]]
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[[Kategorie: Historische Partei in Sagradien]]

Aktuelle Version vom 11. März 2020, 18:00 Uhr

Der Partíu Republicano Liberal (dt. Liberale Republikanische Partei), auch als Partíu Moderata bekannt, war eine liberale sagradische Partei in der frühen Zweiten Republik. Der PRL bildete den gemäßigten (im Gegensatz zum radikalen) Flügel der republikanischen Linken in der Nationalversammlung und vertrat konservativ-liberale und säkulare Positionen. Neben dem Partíu Radical und der Unionistischen Partei bildete die PRL eine der drei großen Honoratiorenparteien der frühen Zweiten Republik, bis es schließlich zum Aufstieg der neuartigen Massenparteien Partíu Socialista sowie der katholisch-konservativen Acción Popular kam. Aus dem PRL wiederum sowie Teilen der Unionistas ging 1908 im Wesentlichen die Aliança Republicana hervor.

Prominente Vertreter der Partei waren José-León Delacrûce, Damián Carnales, Francisco de Brentano, Francisco Berlioz und Ricardo Alemà.

Geschichte[bearbeiten]

Der Partíu Moderata geht auf den historischen Partíu Liberal der monarchischen Ära zurück, der sich für liberale und säkulare Reformen zugunsten des Bürgertums eingesetzt hatte. Mit der Januarrevolution 1891 und den folgenden Aprilwahlen 1891 eroberten die Liberalen gemeinsam mit Sozialisten und Radikalen eine Mehrheit in der sagradischen Nationalversammlung und vertraten die Rechte des Parlaments gegenüber dem Monarchen. Nachdem die liberale Mehrheit ein provisorisches Verfassungsstatut erlassen hatte, wurde der moderat-liberale Francès de Píu-Castellán zum neuen Präsidenten des Exekutivrates gewählt, der wesentlich aus Mitgliedern seiner Partei bestand. Die Moderatas kristallisierten sich in der Folge als Trägergruppe des neuen Regimes heraus und bekämpften die radikaleren Republikaner, die die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister Luis María de Castós, der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden.

Obwohl die Moderatas bis dahin kein republikanisches Regime favorisiert hatten, kam es im Jahr 1892 zu einem Wechsel der politischen Vorzeichen. Auf die Weigerung des Thronfolgers José Filipe, die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen, reagierte die liberale Parlamentsmehrheit in Form einer offiziellen Abschaffung der Monarchie. Monarchistische Liberale verließen daraufhin die Mehrheitskoalition, verloren aber schnell an Eigenständigkeit. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Der Liberale Luis Cavaller wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum Präsidenten der Republik gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an. Bei der Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893 eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und die Moderatas kristallisierten sich innerhalb der republikanisch-liberalen Mehrheit als größte Fraktion heraus.

Der Liberale José Delacrûce bildete eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und Luciano Tropexas. 1894 verließen die radikalen Republikaner unter der Führung von Piero Celeste und Lorís Manuel die Regierungsmehrheit und gründeten den Partíu Republicano Radical, der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl 1895 gingen die Moderatas als stärkste Kraft hervor und setzten im Juli 1895 eine konservative Verfassungsrevision durch.

Die Moderatas stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom Partíu Radical überholt. Der gescheiterte Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihrem reformorientierten Mitte-Links-Kurs, auch wenn die Partei deutlich vorsichtiger auftrat, als die Radikalen. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter Donado Salgate, welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der Parlamentswahl 1903 stand die Partei in Opposition zur rechten "Regierung der Moral" der Unionisten.

In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den Präsidentschaftswahlen 1905 den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten Partíu Progresista zum Partíu Republicano Progresista vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene Aliança Republicana knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.