Philipp Karl von Viça: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
Zeile 3: Zeile 3:
 
Don Filipe Carles María Javier Fernando Agosto de Sántori i Borbón wurde 1689 als jüngster Sohn des sagradischen Thronfolgers Don [[Gabriel Agosto]], [[Prinz von Sarmay]], und dessen Frau Marie Josephine von Bourbon, Tochter Ludwigs XIV., geboren. Seine älteren Brüder waren [[Danadier II.|Don Luis Danadier]] und [[Peter II.|Don Pietro Joán]], seine Großväter König [[Gabriel VII.]] von Sagradien und König Ludwig XIV. von Frankreich. Als Philipp Karl sechs Jahre alt war, starb sein Vater, sein Bruder Luis Danadier bestieg nach dem Tod des Großvaters 1698 als Danadier II. den sagradischen Thron. Philipp Karl, bis dahin als Graf von Noyar bekannt, erhielt nun den Titel eines Herzogs von Viça, den zuvor sein Onkel Joán Filipe gehalten hatte.
 
Don Filipe Carles María Javier Fernando Agosto de Sántori i Borbón wurde 1689 als jüngster Sohn des sagradischen Thronfolgers Don [[Gabriel Agosto]], [[Prinz von Sarmay]], und dessen Frau Marie Josephine von Bourbon, Tochter Ludwigs XIV., geboren. Seine älteren Brüder waren [[Danadier II.|Don Luis Danadier]] und [[Peter II.|Don Pietro Joán]], seine Großväter König [[Gabriel VII.]] von Sagradien und König Ludwig XIV. von Frankreich. Als Philipp Karl sechs Jahre alt war, starb sein Vater, sein Bruder Luis Danadier bestieg nach dem Tod des Großvaters 1698 als Danadier II. den sagradischen Thron. Philipp Karl, bis dahin als Graf von Noyar bekannt, erhielt nun den Titel eines Herzogs von Viça, den zuvor sein Onkel Joán Filipe gehalten hatte.
  
Philipp Karl heiratete im Jahr 1710 seine vier Jahre jüngere Großcousine Jeanne Philippe d'Orléans, die Tochter des späteren französischen Regenten Philipp II. von Orléans. 1713 kam der gemeinsame Sohn Luis Gabriel zur Welt, der später den Titel eines Herzogs von Lojandía erhielt. Im gleichen Jahr begann der [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] seines Bruders Danadier gegen die oppositionelle Adelskoalition unter Philipp Karls und Danadiers Schwager [[José de Sesín]], in der es um die absolutistische Regierungsform und die Macht von König und Ständen ging. Philipp Karl stellte sich klar auf die Seite seines Bruders und wurde zu einem der energischsten Verfechter des absoluten Königtums. Jedoch gelang es ihm nicht, seinen Schwiegervater, seit 1715 Regent von Frankreich, zu einem militärischen Eingreifen Frankreichs in die innersagradische Auseinandersetzung zu bewegen.
+
Philipp Karl heiratete im Jahr 1710 seine vier Jahre jüngere Großcousine Jeanne Philippe d'Orléans, die Tochter des späteren französischen Regenten Philipp II. von Orléans. 1713 kam der gemeinsame Sohn Luis Gabriel zur Welt, der später den Titel eines Herzogs von Lojandía erhielt. Im gleichen Jahr begann der [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] seines Bruders Danadier gegen die oppositionelle Adelskoalition unter Philipp Karls und Danadiers Schwager [[José de Sesín]], in der es um die absolutistische Regierungsform und die Macht von König und Ständen ging. Anders als sein Bruder Pietro, der sich um Vermittlung bemührte, stellte sich Philipp Karl klar auf die Seite des Königs und wurde zu einem der energischsten Verfechter des absoluten Königtums. Jedoch gelang es ihm nicht, seinen Schwiegervater, seit 1715 Regent von Frankreich, zu einem militärischen Eingreifen Frankreichs in die innersagradische Auseinandersetzung zu bewegen.
 +
 
 +
Als König Danadier im Februar 1721 überraschend verstarb, gelangte sein älterer Bruder Pietro als [[Peter II.]] auf den Thron. Gegen den Willen Philipp Karls leitete dieser unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen ein, was vor allem der aussichtslosen militärischen und finanziellen Lage der Königspartei geschuldet war. Mehrmals versuchte Philipp Karl erfolglos, die Verhandlungen zu torpedieren. Als es am 23. Mai 1721 schließlich zu einem neuerlichen Volksaufstand in [[Semess]] kam, bei dem Peter II. das Leben ließ, hielt sich Philipp Karl in Amoria auf. Nachdem er von der Nachricht des Todes seines Bruders gehört hatte, rief er sich unmittelbar zum neuen König aus, wurde nach einem gescheiterten Mordversuch jedoch über die französische Grenze außer Landes geschafft. Derweil rief der Bürgerliche [[Simón Bernord]] in Semess die Republik aus.
 +
 
 +
Während die Koalitionäre den republikanischen Aufstand niederschlagen und die Macht in Semess übernehmen konnten, rüstete Philipp Karl in Frankreich zu einer Fortsetzung des Bürgerkriegs und nahm währenddessen Verhandlungen mit der Koalition auf. Diese weigerten sich aber, den Bruder des Königs ohne Zugeständnisse als neuen Monarchen anzuerkennen und drängten auf eine Einberufung der Generalstände, was Philipp Karl jedoch verweigerte. Schließlich kam es ohne Philipp Karls Zustimmung zur Einberufung einer neuen Ständeversammlung in Sagradien, die Philipp Karl ausdrücklich nicht als König anerkannte und stattdessen Prinzessin Isabela, der Tochter Danadiers II., den Thron antrugen. Als diese jedoch 1722 starb, wandten sich die Koalionäre an den cuentesischen König [[Johann III.]], der Danadiers jüngere Tochter [[Maria I.|María Luísa]] heiraten sollte. Mit dem Einfall Philipp Karls, der die Nachfolge seiner Nichte nicht anerkannte, in Viça begann der Bürgerkrieg von neuem, jedoch konnte ein vereinigtes Heer der Stände und des Königreichs Cuentez die Truppen Philipp Karls zurückschlagen, der ins französische Exil zurückkehren musste.
 +
 
 +
Johann und Maria heirateten schließlich und betraten 1723 gemeinsam den sagradischen Thron, nachdem sie den Eid auf die [[Codices Magna]] der Stände geleistet und damit den Bürgerkrieg offiziell beendet hatten. Danach kam es - besonders in Nordostsagradien - immer wieder zu Aufständen der Anhänger Philipp Karls, die sich als ''Filipecarlistas'' bezeichneten, von größerem Erfolg war jedoch keine der Erhebungen. Nach dem Tod von Philipp Karls einzigem Sohn Luis Gabriel im Jahr 1728 war Philipp Karl zudem ohne eigenen männlichen Nachkommen.

Version vom 18:17, 5. Jun 2011

Philipp Karl von Sántori, Herzog von Viça und Graf von Noyar (sagr. Don Filipe Carles de Viça, *1689, †1740) war der jüngste Sohn des sagradischen Thronfolgers Gabriel Agosto und Enkel König Gabriels VII. sowie ein Bruder der sagradischen Könige Danadier II. und Peter II. Nach der Ermordung Peters II. im Aufstand vom 23. Mai 1721 war Prinz Filipe Carles als einzig verbliebener Enkel Gabriels VII. in männlicher Linie Anwärter auf den sagradischen Thron und Anführer der antikoalitionären royalistischen Bürgerkriegspartei. Seine Anhänger wurden als Filipecarlistas bezeichnet. Er selbst bezeichnete sich bis zu seinem Tod 1740 als Filipe Carles Rei de Sagradia.

Don Filipe Carles María Javier Fernando Agosto de Sántori i Borbón wurde 1689 als jüngster Sohn des sagradischen Thronfolgers Don Gabriel Agosto, Prinz von Sarmay, und dessen Frau Marie Josephine von Bourbon, Tochter Ludwigs XIV., geboren. Seine älteren Brüder waren Don Luis Danadier und Don Pietro Joán, seine Großväter König Gabriel VII. von Sagradien und König Ludwig XIV. von Frankreich. Als Philipp Karl sechs Jahre alt war, starb sein Vater, sein Bruder Luis Danadier bestieg nach dem Tod des Großvaters 1698 als Danadier II. den sagradischen Thron. Philipp Karl, bis dahin als Graf von Noyar bekannt, erhielt nun den Titel eines Herzogs von Viça, den zuvor sein Onkel Joán Filipe gehalten hatte.

Philipp Karl heiratete im Jahr 1710 seine vier Jahre jüngere Großcousine Jeanne Philippe d'Orléans, die Tochter des späteren französischen Regenten Philipp II. von Orléans. 1713 kam der gemeinsame Sohn Luis Gabriel zur Welt, der später den Titel eines Herzogs von Lojandía erhielt. Im gleichen Jahr begann der Bürgerkrieg seines Bruders Danadier gegen die oppositionelle Adelskoalition unter Philipp Karls und Danadiers Schwager José de Sesín, in der es um die absolutistische Regierungsform und die Macht von König und Ständen ging. Anders als sein Bruder Pietro, der sich um Vermittlung bemührte, stellte sich Philipp Karl klar auf die Seite des Königs und wurde zu einem der energischsten Verfechter des absoluten Königtums. Jedoch gelang es ihm nicht, seinen Schwiegervater, seit 1715 Regent von Frankreich, zu einem militärischen Eingreifen Frankreichs in die innersagradische Auseinandersetzung zu bewegen.

Als König Danadier im Februar 1721 überraschend verstarb, gelangte sein älterer Bruder Pietro als Peter II. auf den Thron. Gegen den Willen Philipp Karls leitete dieser unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen ein, was vor allem der aussichtslosen militärischen und finanziellen Lage der Königspartei geschuldet war. Mehrmals versuchte Philipp Karl erfolglos, die Verhandlungen zu torpedieren. Als es am 23. Mai 1721 schließlich zu einem neuerlichen Volksaufstand in Semess kam, bei dem Peter II. das Leben ließ, hielt sich Philipp Karl in Amoria auf. Nachdem er von der Nachricht des Todes seines Bruders gehört hatte, rief er sich unmittelbar zum neuen König aus, wurde nach einem gescheiterten Mordversuch jedoch über die französische Grenze außer Landes geschafft. Derweil rief der Bürgerliche Simón Bernord in Semess die Republik aus.

Während die Koalitionäre den republikanischen Aufstand niederschlagen und die Macht in Semess übernehmen konnten, rüstete Philipp Karl in Frankreich zu einer Fortsetzung des Bürgerkriegs und nahm währenddessen Verhandlungen mit der Koalition auf. Diese weigerten sich aber, den Bruder des Königs ohne Zugeständnisse als neuen Monarchen anzuerkennen und drängten auf eine Einberufung der Generalstände, was Philipp Karl jedoch verweigerte. Schließlich kam es ohne Philipp Karls Zustimmung zur Einberufung einer neuen Ständeversammlung in Sagradien, die Philipp Karl ausdrücklich nicht als König anerkannte und stattdessen Prinzessin Isabela, der Tochter Danadiers II., den Thron antrugen. Als diese jedoch 1722 starb, wandten sich die Koalionäre an den cuentesischen König Johann III., der Danadiers jüngere Tochter María Luísa heiraten sollte. Mit dem Einfall Philipp Karls, der die Nachfolge seiner Nichte nicht anerkannte, in Viça begann der Bürgerkrieg von neuem, jedoch konnte ein vereinigtes Heer der Stände und des Königreichs Cuentez die Truppen Philipp Karls zurückschlagen, der ins französische Exil zurückkehren musste.

Johann und Maria heirateten schließlich und betraten 1723 gemeinsam den sagradischen Thron, nachdem sie den Eid auf die Codices Magna der Stände geleistet und damit den Bürgerkrieg offiziell beendet hatten. Danach kam es - besonders in Nordostsagradien - immer wieder zu Aufständen der Anhänger Philipp Karls, die sich als Filipecarlistas bezeichneten, von größerem Erfolg war jedoch keine der Erhebungen. Nach dem Tod von Philipp Karls einzigem Sohn Luis Gabriel im Jahr 1728 war Philipp Karl zudem ohne eigenen männlichen Nachkommen.