Santiago Diaz de Velozo: Unterschied zwischen den Versionen
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Spekulationen, Diaz de Velozo könnte bei einer [[Kabinett De la Costa III|Kabinettsumbildung im Sommer 2004]] auf Druck des rechten Flügels hin zum Superminister für Wirtschaft und Finanzen ernannt werden, wurden nicht bestätigt. Stattdessen holte Premierminister De la Costa den bisherigen EU-Kommissar [[Lorenzo Dimas Ferrera]] ins Kabinett, Diaz de Velozo wurde aber zum [[Vizeministerpräsident]]en ernannt. Damit wurde er die Nummer Zwei der Sozialisten in der Regierung. Nach einer herben Niederlagenserie der ASUL u.a. bei den [[Europawahlen 2004|Europa-]] und [[Kommunalwahlen 2004]], und einem deutlichen Sieg der Rechten bei den [[Regionalwahlen 2005]] erklärte ASUL-Generalsekretär [[Julio De la Costa]] seinen Rücktritt vom Amt des Parteichefs der regierenden Sozialisten. Als einer von mehreren Kandidaten kündigte Santiago Diaz de Velozo seine Kandidatur um die Parteiführung an. Das Rennen zwischen Diaz de Velozo und dem Parteilinken [[Santiago Valarosa]] wurde als Richtungsentscheidung der ASUL gedeutet. In einem für eine Regierungspartei relativ harten Kampf zwischen den verfeindeten Parteiflügeln konnte sich "SDV" schließlich gegen Valarosa durchsetzen. | Spekulationen, Diaz de Velozo könnte bei einer [[Kabinett De la Costa III|Kabinettsumbildung im Sommer 2004]] auf Druck des rechten Flügels hin zum Superminister für Wirtschaft und Finanzen ernannt werden, wurden nicht bestätigt. Stattdessen holte Premierminister De la Costa den bisherigen EU-Kommissar [[Lorenzo Dimas Ferrera]] ins Kabinett, Diaz de Velozo wurde aber zum [[Vizeministerpräsident]]en ernannt. Damit wurde er die Nummer Zwei der Sozialisten in der Regierung. Nach einer herben Niederlagenserie der ASUL u.a. bei den [[Europawahlen 2004|Europa-]] und [[Kommunalwahlen 2004]], und einem deutlichen Sieg der Rechten bei den [[Regionalwahlen 2005]] erklärte ASUL-Generalsekretär [[Julio De la Costa]] seinen Rücktritt vom Amt des Parteichefs der regierenden Sozialisten. Als einer von mehreren Kandidaten kündigte Santiago Diaz de Velozo seine Kandidatur um die Parteiführung an. Das Rennen zwischen Diaz de Velozo und dem Parteilinken [[Santiago Valarosa]] wurde als Richtungsentscheidung der ASUL gedeutet. In einem für eine Regierungspartei relativ harten Kampf zwischen den verfeindeten Parteiflügeln konnte sich "SDV" schließlich gegen Valarosa durchsetzen. | ||
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=== Öffentliche Ämter === | === Öffentliche Ämter === | ||
| − | * | + | * 1993-1998: Beigeordneter Regionalrat in [[Sarmay]] |
* 1998-2002: Präsident der Regionalregierung von [[Sarmay]] | * 1998-2002: Präsident der Regionalregierung von [[Sarmay]] | ||
* 2002-2006: [[Ministerium für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie|Minister für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie]] im [[Kabinett De la Costa II]] und [[Kabinett De la Costa III|III]] | * 2002-2006: [[Ministerium für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie|Minister für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie]] im [[Kabinett De la Costa II]] und [[Kabinett De la Costa III|III]] | ||
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=== Mandate === | === Mandate === | ||
| − | * | + | * 1993-2005: Mitglied des Regionalrats von [[Sarmay]] |
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* 2006-2009: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] | * 2006-2009: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] | ||
=== Parteiämter === | === Parteiämter === | ||
| − | * | + | * 1997-2003: Regionalsekretär der [[ASUL]] Sarmay |
* 2005-2010: Generalsekretär der [[ASUL]] | * 2005-2010: Generalsekretär der [[ASUL]] | ||
Version vom 23:26, 2. Nov 2018
Santiago Domênco Diaz de Velozo (*1955 in Valoní, kurz oft nur "SDV" genannt) ist ein sagradischer Jurist und ASUL-Politiker. Er war von 2002 bis 2006 sagradischer Minister für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie im Kabinett De la Costa II und III und danach bis 2010 Generalsekretär der ASUL. Bei den Parlamentswahlen 2006 und 2009 trat er jeweils als Kandidat seiner Partei für das Amt des Ministerpräsidenten an, verlor aber beide Male gegen Miquel Ánibal Luisanto. Heute ist SDV in der freien Wirtschaft tätig.
Inhaltsverzeichnis
Regionalpolitik in Semestina und Sarmay
Nach dem Sieg der Sozialisten bei den Regionalwahl in Sarmay 1993, bei der Diaz de Velozo in den Regionalrat gewählt wurde, übernahm er in der neuen Regionalregierung von Flávio Osório Gimenès das Amt eines Regionalministers (Cosilier Ajunto) für öffentliche Verwaltung. Bei den Regionalwahlen 1993 wurde er in seinen Ämtern bestätigt. Für die Sozialisten Sarmays wurde Diaz de Velozo im Jahr 1993 erstmals in den erweiterten Parteivorstand der ASUL auf nationaler Ebene gewählt. Auf dem nationalen Parteikongress der Sozialisten in Laquines wurde er zudem erstmals in die nationale Exekutive der Partei gewählt, wo er das Amt eines Sekretärs für administrative Modernisierung übernahm. In dieser Funktion setzte er sich v.a. für ein Programm der Partei für den Bürokratieabbau ein.
Als Regionalrat in Sarmay galt Diaz de Velozo bald schon als "Kronzprinz" von Flávio Osório Gimenès. Nachdem er von diesem bereits 1997 die Führung der Sozialisten in Sarmay übernommen hatte, wurde Diaz de Velozo im Dezember 1998 schließlich zum Nachfolger von Flávio Osório Gimenès im Amt des Ratspräsidenten von Sarmay gewählt. Als solcher stieg er zu einem der einflussreichsten Politiker seiner Partei auf. Bei der Regionalwahl in Sarmay 2001 führte er die Sozialisten als Spitzenkandidat an und wurde anschließend als Ratspräsident wieder gewählt.
Minister im Kabinett De la Costa
Nach dem Sieg der ASUL bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 wurde Diaz de Velozo von Premierminister Julio de la Costa in dessen zweites Regierungskabinett berufen, wo er an die Spitze des neu zugeschnittenen Wirtschaftsministeriums (Ministerium für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie) trat und schnell zu einem der wichtigsten Kabinettsmitglieder aufstieg. In dieser Zeit wurde Diaz de Velozo als einer der Hoffnungsträger des eher rechten Parteiflügels gehandelt, die nach dem Vorbild von New Labour in Großbritannien auf weitergehende Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen drängten.
Spekulationen, Diaz de Velozo könnte bei einer Kabinettsumbildung im Sommer 2004 auf Druck des rechten Flügels hin zum Superminister für Wirtschaft und Finanzen ernannt werden, wurden nicht bestätigt. Stattdessen holte Premierminister De la Costa den bisherigen EU-Kommissar Lorenzo Dimas Ferrera ins Kabinett, Diaz de Velozo wurde aber zum Vizeministerpräsidenten ernannt. Damit wurde er die Nummer Zwei der Sozialisten in der Regierung. Nach einer herben Niederlagenserie der ASUL u.a. bei den Europa- und Kommunalwahlen 2004, und einem deutlichen Sieg der Rechten bei den Regionalwahlen 2005 erklärte ASUL-Generalsekretär Julio De la Costa seinen Rücktritt vom Amt des Parteichefs der regierenden Sozialisten. Als einer von mehreren Kandidaten kündigte Santiago Diaz de Velozo seine Kandidatur um die Parteiführung an. Das Rennen zwischen Diaz de Velozo und dem Parteilinken Santiago Valarosa wurde als Richtungsentscheidung der ASUL gedeutet. In einem für eine Regierungspartei relativ harten Kampf zwischen den verfeindeten Parteiflügeln konnte sich "SDV" schließlich gegen Valarosa durchsetzen.
Generalsekretär der ASUL
Als neuer Parteichef verließ SDV das Kabinett und bereitete seine Spitzenkandidatur für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 vor, bei der er mit einem marktfreundlichen Modernisierungsprogramm antreten wollte. In der Folge kam es zu Parteiaustritten enttäuschter Linker, die sich gegen den als unsozial und neoliberal empfundenen neuen Kurs der Partei auflehnten. Bei der Parlamentswahl im Herbst 2006 musste der persönlich mit guten Umfragewerten ausgestattete Diaz de Velozo als Vertreter der unpopulären Regierungspartei eine herbe Niederlage einstecken. Nach dem deutlichen Sieg der Rechten unter dem Volkspartei-Kandidaten Miquel Ánibal Luisanto wurde die ASUL nach acht Jahren in die Opposition geschickt. Als Oppositionsführer musste der eher konservative Sozialdemokrat Diaz de Velozo heftige Kritik aus seiner eigenen Partei einstecken und geriet zunehmend unter Beschuss auch der ihm bis dahin wohl gesonnenen Medien. Unter anderem die deutliche Ablehnung jeglicher Zusammenarbeit mit der postkommunistischen Linken führte zu heftigen Differenzen mit dem linken Parteiflügel.
Das zerstrittene Bild der Partei in der Öffentlichkeit und die unglückliche Führung Diaz de Velozos trugen dazu bei, dass die ASUL bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009 eine vernichtende Niederlage einstecken musste. Von der vorgezogenen Neuwahl völlig unvorbereitet getroffen, verlor die Partei nochmals fünf Prozentpunkte gegenüber 2006 und musste mit einem Stimmenanteil von wenigr als 25 Prozent das schlechteste Wahlergebnis seit Gründung der ASUL im Jahr 1947 hinnehmen. Nachdem er in der Wahlnacht noch seinen Führungsanspruch untermauert hatte, aber auf heftige Kritik gestoßen war, erklärte Diaz de Velozo schon am Folgeabend seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur für den Parteivorsitz auf dem Parteikongress 2010. Zugleich delegierte er einige wichtige Amtsgeschäfte des Generalsekretärs, darunter die Nachfolgesuche an seinen Stellvertreter Santiago Valarosa. In Primaries setzte sich schließlich Mercé Serrat Cabarell als Nachfolgerin Diaz de Velozos durch, die sich u.a. gegen den von den Velozistas unterstützten Miquel Javier León durchsetzen konnte.
Leben nach der Politik
Diaz de Velozo legte in er Folge auch sein Parlamentsmandat nieder und zog sich aus der aktiven Politik zurück. Nach einem Jahr wurde bekannt, dass Diaz de Velozo einen hochdotierten Beraterjob beim sagradischen Energiekonzern Enercel angetreten hat.
Im Vorfeld der Parlamentswahl 2013 kritisierte er, Teile des Wahlprogramms seiner Partei enthielten "industriefeindliche Vorstellungen" und "zu enge Vorgaben an die Wirtschaft". Insbesondere bezog er sich auf die Forderung nach einem schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie, aber auch auf die geplante Frauenquote bei Vorstandssitzen. Führende Vertreter der ASUL entgegneten, Diaz de Velozo vertrete mit seiner Meinung offensichtlich nicht die Standpunkte der Sozialisten, sondern die seines Arbeitgebers.
Öffentliche Ämter
- 1993-1998: Beigeordneter Regionalrat in Sarmay
- 1998-2002: Präsident der Regionalregierung von Sarmay
- 2002-2006: Minister für Unternehmen, Industrie, Handel und Technologie im Kabinett De la Costa II und III
- 2004-2006: Vizeministerpräsident im Kabinett De la Costa III
Mandate
- 1993-2005: Mitglied des Regionalrats von Sarmay
- 2006-2009: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer