Danadier II.: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 16:35, 1. Mai 2011
Danadier II. (von Sagradien) (*1679; †1721) war König von Sagradien (1698-1721). Seine verschwenderische und autoritäre Politik, seine außenpolitischen Misserfolge und der daraus erwachsende Konflikt mit den Ständen führte das Land in einen Bürgerkrieg, der zum Zeitpunkt seines Todes noch andauerte.
Inhaltsverzeichnis
Kronprinz
Luis Danadier Gabriel de Santori-Valier wurde 1679 in Semess als Sohn des sagradischen Infanten Gabriel August und dessen Frau Marie de Bourbon, einer Tochter Ludwigs XIV. von Frankreich, geboren. Sein Großvater väterlicherseits war König Gabriel VII. (1651-1698), sein Großvater mütterlicherseits Ludwig XIV. Als Sohn des Infanten von Sagradien wuchs Danadier am Hof seines Großvaters in Semess auf und wurde mit dem Ziel erzogen, dereinst seinem Vater als Monarch zu folgen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird als kalt beschrieben, zog dieser doch angeblich seinen zweitältesten Sohn Philipp Karl, den Grafen von Noyar, als den talentierteren vor. Jedoch folgte Danadier nach dem frühen Tod seines Vaters 1690 als Kronprinz und Prinz von Sarmay nach. Im Jahr 1696 – Danadier war gerade 17 Jahre alt - wurde er mit der ein Jahr jüngeren Wittelsbacherprinzessin Maria Anna von Bayern verheiratet. Aus der Ehe gingen 1699 mit dem Prinzen Peter und 1710 mit dem Prinzen Joán Danadier zwei Söhne hervor. Außerdem gebahr Maria Anna dem Santori-Prinzen mehrere Töchter, u.a. die älteste Leonor (1698-1717), die den portugiesischen Infanten Francisco heiratete, die mittlere Isabela (1702-1722), spätere Ehefrau des Großherzogen Ludwig Philipp II. von Servette sowie die jüngste Tochter María Luísa (1706-1735), die später den König von Cuentez Lukas I. heiratete und als Maria I. selbst den sagradischen Thron bestieg.
Herrschaftsbeginn und Aufstände
Von Beginn seiner Regierungszeit an versuchte Danadier die von seinem Vater gepflegte Herrschaftsform eines starken Königtums mit absolutistischem Anspruch fortzusetzen und diesen im Glanz der Repräsentation zu übertreffen. Sein großes und unerreichtes Vorbild war dafür in besonderem Maße sein Großvater König Ludwig XIV. von Frankreich, dem er als sagradischer „Sonnenkönig“ nacheifern wollte. Dafür kam bereits früh die spöttische Bezeichnung des „Schattenkönigs“ (Rei d’Ombra) auf. Danadier übernahm von seinem Großater eine bereits extrem angespannte Staatskasse, die er mit seiner gesteigerten Repräsentation vollends ruinierte.
Auch außenpolitisch handelte Danadier wenig glücklich. Im spanischen Thronstreit ergriff er schnell Partei für Frankreich und beteiligte sich auf dessen Seite am folgenden Erbfolgekrieg. Weil Sagradien nur wenig Chancen auf Gebietsgewinne hatte und die Kämpfe weitere Unsummen verschlangen, bildete sich im Hochadel, besonders im Süden des Landes, zunehmend Widerstand gegen die Politik des Königs. Dessen leitender Minister Santiago de Corvón Graf von Casterley, bemühte sich vergebens, den Haushalt zu sanieren. Als Danadier Pläne zum Bau eines Lustschlosses in Colegial nach dem Vorbild von Versailles umsetzen wollte und dafür die allgemeinen Steuern anhob, trat Casterley im Jahr 1708 zurück. Es folgte im Juli ein Aufstand der hungernden Stadtbevölkerung in Semess, die blutig unterdrückt wurde.
Ein neuerlicher Aufstand im September 1711, der sich schnell auf das gesamte Land ausweitere und teilweise von der Adelsopposition gefördert wurde, zwang den König erstmals seit 1632 die Generalstände einzuberufen. Dort bildete sich eine breite Koalition kritischer Adliger, die sich hinter dem Herzog von Sesín, José de Santori-Sesín, versammelten und ein Ende der kostspieligen Bauprogramme forderten. Darüber hinaus verweigerten die Stände im Jahr 1713 weitere Kriegskredite, woraufhin Danadier die Versammlung auflöste, um zu seinem absoluten Regime zurückzukehren.
Cortes von Tulis und Bürgerkrieg
Unmittelbar nach der Auflösung flohen zahlreiche Oppositionelle ins benachbarte Königreich von Cuentez, wo sie sich unter den Schutz von Lukas I. von Cuentez stellten und die oppositionellen Cortes de Tulis einberiefen. Führende Männer waren der Herzog von Sesín und der piaconische Herzog von Alconía. Danadier – offiziell noch immer im Krieg mit dem cuentezischen Nachbarn – erklärte Sesin und seine Anhänger zu Hochverrätern und enthob sie ihren Ämtern. Nachdem Danadier im Frieden von Utrecht 1713 die strategisch wichtigen Westseestützpunkte La Cripón und Cereza an Großbritannien abtreten musste, erklärten die Cortes von Tulis den König für abgesetzt und und beriefen sich dabei auf den Eid, den der König geleistet hatte und in dem er versprochen hatte, nur zum Nutzen der sagradischen Nation zu handeln. Die Tulinesischer Stände stellten ein eigenes Heer zu Verfügung, das auf Semess losmarschierte. Mit der Schlacht bei Tantallas 1713 zwischen königlichen Truppen und Anhängern Sesíns begann der Bürgerkrieg.
Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern Santori-Sesín, Piacón und Todesce. Nachdem der micolinische König Georg I. jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger Georg II. die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von Alésio Graf Vierna konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen.
1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet. Nach der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch Luca de Cuentez geriet der König immer mehr unter Druck. Seit 1720 führte António de Piacón-Sieta die Koalitionstruppen an.
Tod und Ende der Kämpfe
Als Danadier im Februar 1721 starb, stand er unmittelbar vor einer militärischen Niederlage. Sein Sohn und Nachfolger Peter II. hatte daher keine Wahl, als unmittelbare Verhandlungen einzuleiten, welche schießlich im April einen vorläufigen Waffenstillstand zum Ergebnis hatten, woraufhin die Kämpfe ausgesetzt wurden. Die Tötung Peters’ in einem blutigen Volksaufstand, der das Ende der Valier-Dynastie bedeutete, ist auch als Folge der Politik Danadiers zu sehen, die das Königtum der Santori-Valier im Augen des Volkes diskreditiert hatte und damit auch der absolutistischen Monarchie in Sagradien ein vorläufiges Ende bereitete.