Manuel Sants-Igualde: Unterschied zwischen den Versionen
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Manuel Rodrigo Álamo Igualde (*1898 in Carrel de Amôria; +1943) war ein sagradischer Politiker der rechtskonservativen UP und späterer Führer (Grande Chefe) der autoritär-faschistischen Staatspartei Comunión Nacional sowie Premierminister und Diktator des Estado Sagradês. Neben dem Amt des Premierministers und Chefe del Governo begleitete er zudem zeitweise das des Außen- und das des Innenministers und war seit 1939 zudem amtierender Oberbefehlshaber der sagradischen Truppen (Chefe de la Forças). 1940 führte er Sagradien an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg und wurde schließlich im Mai 1943 durch das Militär gestürzt und verhaftet und anschließend bei einer missglückten Befreiungsaktion durch Partisanen erschossen.
Inhaltsverzeichnis
Jugend und frühe Karriere
Manuel Álamo Igualde wurde 1898 in der amorischen Kleinstadt Carrel geboren. Er war der Sohn eines erzkatholischen Lehrers und besuchte ein katholisches Gymnasium. Danach studierte er Rechtswissenschaft und wurde Anwalt. Bereits in Studentenjahren engagierte er sich in mehreren katholischen Organisationen und trat der Acción Popular bei. Deren christdemokratisch beeinflusste Jugendorganisation Liga del Pôpolo Jovén verließ er bereits 1923, da sie ihm als unpatriotisch und "jüdisch unterwandert" erschien. Er beteiligte sich danach an der Gründung der Círculoes de la Juventú, welche die Liga ersetzen sollten und zur Jugendorganisation der neu gegründeten Unión Popular wurden. Er war wesentlich an der Formulierung des "Judenerlasses" der Zirkel beteiligt, welche jüdisch-stämmigen Mitgliedern die Zugehörigkeit untersagte. Bis 1928 schrieb er für die Zirkel-nahe Zeitschrift La Nova Epoca und wurde 1926 deren Chefredakteur. Nach seiner Promition zum Dr. jur. arbeitete Álamo für einen rechtskatholischen Juristenverband. Nachdem er bereits zuvor in die nationale Führungsriege der Jugendzirkel aufgestiegen war, wurde 1929 deren Chefe Nacional.
Aufstieg in den Jugendzirkeln
Als Chefe Nacional der Jugendzirkel führte Álamo die Jugendorganisation der Volksunion auf einen autoritären bis faschistisch inspirierten Rechtskurs, der die Zirkel in Widerspruch zur Mutterpartei brachte. Nach der Wahl des UP-Führers Gaitán Alemà Sobrantes unterstützte Álamo dessen Programm der Renovación Nacional, ging aber auf Distanz zu dessen Versuchen, die Kräfte der Mitte für eine gemeinsame parlamentarisch getragene Regierung zu gewinnen. 1933 sprachen sich die Círculoes unter Álamos Führung gegen die Regierung Santês aus, der mangelnder Einsatzwille zur Errichtung eines katholischen Ständestaats vorgeworfen wurde.
Nach der Entlassung Santês' im Oktober 1934 wurde Álamo im Kabinett Negrín II zum Minister für öffentliche Wohlfahrt ernannt. In einer Regierungserklärung nannte Álamo die korporatistische Ausrichtung der Gesellschaft als Ziel seiner Politik und sagte den "parlamentarischen Feinden der verräterischen Linken" den Kampf an. Nach der Ermordung Alemàs am 30. Oktober 1934 kam es Anfang November zum gescheiterten Putsch der faschistischen Rechten gegen die Regierung, in deren Folge die Regierung entlassen und ein neues Militärkabinett unter General Alfonso Cabarel gebildet wurde.
Übernahme der Parteiführung
In der Folge führte Álamo die parteiinterne Opposition gegen die Parteiführung unter Domênco Santês an, blieb aber ein relativer Außenseiter in der Partei. Mit den Jugendzirkeln und den gewaltbereiten paramilitärischen Juntas Accionistas im Rücken, die sich nun auf Álamo als Führer einschworen, begann er aber in den Folgemonaten seine Position innerhalb der sagradischen Rechten auszubauen.
Nach der Niederlage des von der UP angeführten Frente Nacional bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935 wagte Álamo auf dem Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 den Putsch gegen Santês. Mit der einschüchternden Hilfe seiner Juntas und den wortgewaltigen Beifallskundgebungen der Jugendzirkel-Mitglieder sowie einer umstrittenen Abstimmung stürzte Álamo den amtierenden Parteichef Santês und wurde zum neuen Chefe der Partei gewählt.
In der Folge begann er, die Partei ganz auf seine Person hin auszurichten, wie es ihm bereits zuvor mit den Zirkeln und den Juntisten geglückt war. Interne Gegner wurden eingeschüchtert oder aus der Partei gedrängt, der Parteiapparat mit zahlreichen Juntisten und Jungzirklern ausgestattet und auf deren radikale Linie gebracht. Die linke Volksfrontregierung wurde zum Hauptfeind erklärt. Jedoch suchte die UP nun weder nur die Linke in der parlamentarischen Regierungsverantwortung abzulösen, noch in eine autoritäre Präsidialrepublik nach dem Vorbild Alemàs zu verwandeln, sondern die Demokratie zu stürzen und den Staat zum katholischen Ständestaat umzuwandeln.
Comunión Nacional und Februarputsch
Im Kampf gegen die "linke Republik" suchte Álamo nun auch die Nähe zur faschistischen Rechten, die sich reorganisierte und v.a. hinter der von León Francês als FF-Nachfolgerin gegründeten División Negra sammelte. 1937 schloss er ein Bündnis mit Francês, das die sagradische Rechte in der radikalen Liga de la Comunión Nacional sammelte, die von Álamo und Francês gemeinsam angeführt werden sollte. Im November 1937 entging Álamo nur knapp einem anarchistischen Attentat.
Nach der Januarkrise 1938 kam es am 21. Februar zum so genannten Februarputsch rechter Militärs unter General Oscar Romero Castro gegen den sozialistischen Präsidenten Santiago Laval und die amtierende Regierung Colón. Álamo war in diesen Putsch wohl eingeweiht und ordnete seinen Juntas eine wohlwollende Passivität an. Nach dem geglückten Putsch Romero Castros sammelten Álamo und Francês parallel ihre jeweiligen Anhänger auf dem Plazarenya, um die "nationale Erhebung" zu feiern. Um Kämpfe zwischen den beiden Unterstützergruppen zu vermeiden gaben Álamo und Francês die Losung aus, gemeinsam die Ernennung einer Regierung der nationalen Kommunion zu fordern und auf diese Weise gemeinsam die Macht übernehmen zu können.
Während Francês ganz auf den Druck der Straße setzte, nahm Álamo direkten Kontakt zum neuen Militärregime auf und leitete geheime Verhandlungen mit Romero Castro ein, in denen er dem Regime die volle Unterstützung zusagte, aber seine eigenen Ernennung zum Regierungschef forderte. Um dies zu erreichen nutzte er seine Kontakte in Wirtschaft und Militärapparat, um Einfluss auf das Regime zu nehmen. Francês gegenüber gab er vor, mit Romero Castro über die Ernennung einer divisionistisch geführten Regierung zu verhandeln, in der Francês die Führung übernehmen würde, dies führe beim Militärestablishment aber zu großen Vorbehalten, was wohl auch der Realität entsprach. Schließlich erreichte Álamo einen direkten Pakt mit Romero Castro, der sich von Álamo Unterstützung gegen missliebige Mitglieder der Militärjunta erwartete. Am 22. Februar erkannte Álamo offiziell die Militärjunta als regierendes Organ und Staatsführung an und bezeichnete den Putsch legitimen Notwehrakt gegen die versuchte Errichtung einer sozialistischen Diktatur. Am Folgetag ernannte Romero Castro Álamo zum neuen Premierminister, der schließlich am 24. Februar eine "Regierung der nationalen Kommunion" ernannte, in der Francês Vizeministerpräsident und Polizeiminister wurde.
Estado Sagradês
Nach Auflösung der Parlamentskammern führte er die Regierung der Comunión Nacional in die vorgezogene Parlamentswahl im April 1938 und erreichte dank eines auf ihn zugeschnittenen Wahlsystems, intensiver Einschüchterung politischer Gegner und staatlicher Eingriffe und Manipulationen einen deutlichen Wahlsieg der Comunión, die mit einem Stimmenanteil von knapp 53 Prozent der Stimmen Zweidrittel der Abgeordnetenmandate erhielt. Álamo wertete die nicht-freien Wahlen als Plebiszit gegen die Republik und für sein Programm des Ständestaats und errichtete ein diktatorisches Regime. Nach der Ausschaltung der Oppositionsparteien begründete die Augustverfassung von 1938 den Estado Sagradês, in der die Comunión Nacional zur Staatspartei wurde.
Im neuen Staat nahm Álamo als Premierminister zunächst zwar eine herausgehobene Stellung ein, konnte jedoch nicht als Alleinherrscher auftreten. Staatspräsident und Armeechef blieb Romero Castro, Francês besaß als Polizeiminister und Chef der Divisionen bedeutende Gewaltressourcen. Álamo gelang es jedoch Stück für Stück seine Mitstreiter im so genannten Triumvirat zu schwächen und schließlich zu entmachten. In der Anfangsphase des Regimes lehnte sich Álamo stark an Romero Castro an und unterstützte dessen Machtstellung, indem er dabei half, politische Gegner und Kritiker des Militärs aus den Machtpositionen zu drängen und sich dadurch die Sympathie und das Vertrauen des greisen Armeechefs zu sichern. Als dieser 1939 schwer erkrankte und sich für einige Monate zurückziehen musste, übertrug er Álamo seine Machtbefugnisse als Armeechef, nach seinem endgültigen Rücktritt 1940 konnte Álamo ohne Widerstand das wichtige Amt des Chefe de la Forças übernehmen.
Darüber hinaus gelang es Álamo, die Comunión Nacional nach seinen Vorstellung auszurichten, konkurrierende Machtpotenziale zu integrieren und zunehmend unter seine persönliche Kontrolle zu bringen. Die von Álamo aufgebaute, aus den Juntas gebildete und ganz auf ihn als Führer ausgerichtete Miliça Nacional wurde zur einflussreichen Konkurrenz der nominell noch unabhängigen Divisionen, gleichzeitig baute Álamo mit der Vigilança Interior (VI) eine direkt dem Premierministeramt unterstellte Geheimpolizei auf, welche die Macht des Polizeiministers Francês untergrub und aus der später die geheime Staatspolizei PIS hervorging. Das sich unter diesen Bedigungen stark verschlechternde Verhältnis zwischen Álamo und dem in den Hintergrund gedrängten Francês führte im Juli 1939 zum Aufstand der Divisionisten mit dem Ziel, Álamo zu stürzen und den radikalen Divisionsstaat zu errichten, der sich von dem von Álamo konzipierten autoritär-klerikalen Ständestaat deutlich unterscheiden sollte. Der Aufstand wurde dank der Machtstellung Álamos in Militär und Verwaltung bereits im Keim zerschlagen und führte zu vollständigen Entmachtung Francês' und der Divisionen, die nun der Miliça unterstellt wurden. Álamo war damit zum Alleinherrscher im diktatorischen Ständestaat geworden.
Zweiter Weltkrieg und Kollaboration mit Hitler
Von Beginn an lehnte sich Álamo außenpolitisch an Hitler-Deutschland an, lehnte bei Kriegsausbruch 1939 aber einen Eintritt aufseiten der Achsenmächte ab. Erst die Erfolge Deutschlands in Frankreich führten im Sommer 1940 zu neuerlichen Verhandlungen um einen Kriegseintritt Sagradiens auf deutscher Seite. Obwohl Álamo sich nun entgegenkommend zeigte und zu einem Eintritt grundsätzlich bereit war, verliefen die Verhandlungen im Sande, da die sagradischen Forderungen angesichts der deutschen Erfolge zu hoch waren. Stattdessen war Deutschland seit der französischen Kapitulation nicht mehr an einem starken sagradischen Partner interessiert, sondern sah Álamo allenfalls noch als potenziellen Juniorpartner.
Dieser gab sich aufgrund des präsenten sagradischen Irredentismus jedoch weiterhin entgegenkommend und geriet so zunehmend in Abhängigkeit von Hitler. Dieser Umstand führte bald zu einem rapiden Popularitätsverlust des Regimes. Der Einmarsch deutscher Truppen in der Bretagne im Januar 1941 brachte Álamo in höchste Nöte, da er sich bislang als inoffizieller Verbündeter Hitlers betrachtet hatte. Die sagradischen Proteste blieben freilich halbherzig, da man eine deutsche Besatzung einer britischen Intervention vorzog. In einem Vertrag zwischen Álamo und Hitler (Ribero-Ribbentropp-Vertrag) erlaubte Sagradien die Präsenz deutscher Truppen und verkaufte die Mehrheitsanteile am Bretagnekanal an Deutschland. Álamo erhoffte sich auf diese Weise, eine weitere Verwicklung in die Kriegsgeschehnisse verhindern zu können. Das folgende Verhängung eines britisch-amerikanischen Handelsboykotts traf Sagradien schwer und erlaubte Álamo kaum noch ein Einschwenken auf die von immer größeren Teilen der sagradischen Öffentlichkeit geforderten antideutschen Linie.
Sturz und Tod
Die von Hitler im Frühjahr 1943 erzwungene Unterschrift Álamos unter den Vertrag von Portofín, in dem sich Sagradien zu verbesserten Handelskonditionen gegenüber Deutschland verpflichtete, beschleunigten Álamso Machtverlust nun schlagartig. Nicht nur die antifaschistische Resistencebewegung, sondern auch weite Kreise des Militärs verurteilten den Vertrag scharf. Die von Álamo in der Folge verhängten Maßnahmen gegen Oppositionelle verfehlten ihr Ziel, die Kritiker mundtot zu machen, zumal gezielt lancierte Gerüchte einer bevorstehenden alliierten Invasion in Sagradien die Politik Álamo endgültig diskreditierte. Ein Teil der Militärführung um Oscar Taglle Rodríguez entschied sich schließlich im Mai 1943 zum Staatsstreich gegen Álamo. In einer Unterredung mit Staatspräsident Iacovo Jimenez Margüís am 23. Mai 1943 drängte der führende Militär den Präsidenten energisch zur Absetzung Álamos und drohte mit einem gewaltsamen Putsch des Militärs gegen das gesamte Regime. Als sich Álamo, von Jimenez Margüís zu einer Besprechung gebeten, in den Präsidentenpalast begab, wurde er von Truppen des Militärs festgenommen und für abgesetzt erklärt. Der Präsident ernannte eine Militärjunta unter der Führung Taglle Rodríguez' zur neuen Regierung und erklärte wenige Tage später seinen Rücktritt. Die Junta setzte die Verfassung außer Kraft, löste die Comunión Nacional auf und beendete den Estado Sagradês. Gleichzeitig forderte die neue Regierung nun ultimativ von Hitler die Rückgabe des Kanals. Dagegen marschierten deutsche Truppen nun ins Landesinnere und brachten große Teile des sagradischen Nordostens unter Kontrolle. Dort installierte Hitler im ceundalischen Fidelfe eine Gegenregierung unter Álamos Stellvertreter Caro Mêstre, die Álamo weiterhin als amtierenden Regierungschef betrachtete. Eine versuchte Befreiungsaktion Álamos am 5. August 1943 scheiterte. Auf der Flucht wurde Álamo erschossen. Bis heute ist jedoch unklar, ob es sich bei der Erschießung um ein Versehen handelte und Álamo für einen Angehörigen der deutschen Armee gehalten wurde, oder ob er von den Partisanen hingerichtet wurde. Als die Leiche identifiziert wurde, kam es in jedem Fall zu mehrfachen Schändungen.
Die Marionettenregierung in Fidelfe wurde im Sommer 1944 besiegt und das Land endgültig durch die Alliierten befreit. Ein Gericht verurteilte Álamo danach posthum zum Landesverräter und Mörder. Seine Leiche wurde jedoch der Familie übergeben, die ihn nahe seiner Geburtsstadt Carrel de Amôria bestattete. Das Grab Álamos wurde danach zur Pilgerstätte Rechtsextremer und Nostalgiker.