António Santiago: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Santiago für einen Kriegseintritt Sagradiens in den Krieg ein und geriet in Gegensatz zum restriktiven Neutralitätskurs der Regierung unter [[Manuel Sants]]. Nach dem Verbot der kommunistischen Partei wurde Santiago als früherer Anhänger der Volksfront vorübergehend festgenommen, obwohl er sich mehrfach von der KPS distanziert hatte. 1940 wurde er schließlich wegen seiner Agitation für den Kriegseintritt abermals festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt.
 
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Santiago für einen Kriegseintritt Sagradiens in den Krieg ein und geriet in Gegensatz zum restriktiven Neutralitätskurs der Regierung unter [[Manuel Sants]]. Nach dem Verbot der kommunistischen Partei wurde Santiago als früherer Anhänger der Volksfront vorübergehend festgenommen, obwohl er sich mehrfach von der KPS distanziert hatte. 1940 wurde er schließlich wegen seiner Agitation für den Kriegseintritt abermals festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt.
  
Danach trat Santiago auch weiterhin als öffentlicher Kritiker der Álamo-Regierung auf. Nach seiner Entlassung ging Santiago nach Frankreich, wo er sich dem französischen Untergrund anschloss. Seit 1941 kämpfte er auch in Sagradien gegen die deutsche Wehrmacht. Gemeinsam mit [[Santo de l'Ilpa]] und anderen begründete er die [[Resistença Sagradêsa]].  
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Danach trat Santiago auch weiterhin als öffentlicher Kritiker der Regierung Sants auf. Nach seiner Entlassung ging Santiago nach Frankreich, wo er sich dem französischen Untergrund anschloss. Seit 1941 kämpfte er auch in Sagradien gegen die deutsche Wehrmacht. Gemeinsam mit [[Santo de l'Ilpa]] und anderen begründete er die [[Resistença Sagradêsa]].  
  
 
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Version vom 19:17, 7. Feb 2017

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José António Santiago (* 1894 in Parasca del Pesce, † Juni 1964 in Semest) war ein sozialistischer sagradischer Politiker. Er war von 1954 bis zu seinem Tod Generalsekretär der sozialistischen ASUL. Von Februar bis Juni 1964 war er Ministerpräsident Sagradiens. Als solcher verstarb der herzkranke Santiago an den Folgen eines Herzinfarkts im Amt.

Leben

Leben und Wirken in der Zweiten Republik

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende António Santiago, Sohn eines Schusters aus der Kleinstadt Parasca im Pescano, wuchs ohne Vater auf. Dennoch schaffte er es bis zum Abitur und erhielt ein Gewerkschaftsstipendium für ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Jura-Examen arbeitete er bis zu seinem Tod als Funktionär für die linke Gewerkschaftsbewegung und für die sagradische Sozialistische Partei sowie zunächst als Vorstandsdelegierter für die sozialistische Jugendbewegung CSJS. 1920 wurde der damals 26-jährige für zwei Jahre zum stellvertretenden Sekretär der CSJS gewählt. Eine Bewerbung um das Sekretärsamt schlug 1922 fehl, sodass sich Santiago aus dem Vorstand zurückzog.

Als Mitarbeiter wurde Santiago ein enger Vertrauter des sozialistischen Abgeordneten José Saviola, der den jungen Santiago förderte und 1925 zu seinem persönlichen Büroleiter machte. 1930 wurde Santiago erstmals in den Vorstand der Sozialistischen Partei gewählt und erhielt kurz darauf einen hauptamtlichen Posten als Organisationssekretär der Partei. Er war unter anderem für die Kontakte der Partei zu den formell unabhängigen, de facto aber von der Partei finanzierten Republikanischen Kräfte (Forças Republicanas) zuständig. In der Folge gehörte Santiago zu den Skeptikern bezüglich einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten, änderte aber seine Meinung, nachdem er von rechten Schlägertruppen 1934 zusammengeschlagen worden war und mehrere Wochen lang im Krankenhaus liegen musste. Daraufhin setzte er sich für eine linke Kampfgemeinschaft gegen den immer bedrohlicher werdenden Faschismus ein. Erst nach dem Sieg der linken Volksfront bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1936 zog er erstmals ins sagradische Parlament ein, wo er die Volksfrontregierungen José Saviolas und Angel Colóns unterstützte. Er gehörte zum Vorstand der sozialistischen Fraktion und bekleidete 1936/37 im zweiten Kabinett José Saviolas den Posten eines Staatssekretärs im Erziehungsministerium. Nach den Aprilwahlen 1938 schied er aus der Regierung aus.

Widerstand und Tätigkeit in der frühen Dritten Republik

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Santiago für einen Kriegseintritt Sagradiens in den Krieg ein und geriet in Gegensatz zum restriktiven Neutralitätskurs der Regierung unter Manuel Sants. Nach dem Verbot der kommunistischen Partei wurde Santiago als früherer Anhänger der Volksfront vorübergehend festgenommen, obwohl er sich mehrfach von der KPS distanziert hatte. 1940 wurde er schließlich wegen seiner Agitation für den Kriegseintritt abermals festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt.

Danach trat Santiago auch weiterhin als öffentlicher Kritiker der Regierung Sants auf. Nach seiner Entlassung ging Santiago nach Frankreich, wo er sich dem französischen Untergrund anschloss. Seit 1941 kämpfte er auch in Sagradien gegen die deutsche Wehrmacht. Gemeinsam mit Santo de l'Ilpa und anderen begründete er die Resistença Sagradêsa.

Nachdem er 1945 in die sagradische Nationalversammlung gewählt worden war, gehörte er ab 1949 der sagradischen Abgeordnetenkammer an.

Parteichef der Sozialisten

1947 gehörte Santiago zusammen mit Santo de l'Ilpa, Ricardo Moreno und Nino Cabal zu den Gründern der sozialdemokratischen Sammlungspartei ASUL, für die er das Amt des Vizegeneralsekretärs und die Funktion des organisatorischen Sekretärs der Partei übernahm.

Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 wurde Santiago als Nachfolger von Ricardo Moreno zum Generalsekretär der ASUL gewählt. Diese führte er bei der Parlamentswahl 1958 und Parlamentswahl 1962 als Spitzenkandidat an.

Als Parteichef ließ Santiago die Gruppe der Reformer in der Partei gewähren, die wesentlichen Einfluss auf das erste Parteiprogramm von 1962 (Manifesto de Lemez) erhielt. Mit der Verabschiedung des Lemezer Programms distanzierten sich die Sozialisten programmatisch von revolutionärer Ideologie und strebten eine sozialistische Reform an, womit sich die Partei auf einen Dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus begab. In der Regierung Costa übernahm Santiago kein Amt, stattdessen blieb er als Parteichef außerhalb des Kabinetts und schickte seinen Stellvertreter Del Pérez als Außenminister und Vizepremier in die Regierung. Damit konnte Santiago die Unabhängigkeit der Partei von der ungeliebten Regierungskoalition betonen, was unter anderem dazu beitrug, dass die ASUL nach dem Bruch der Koalition 1963 bei der Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1963 mit einem Programm des Wechsels antreten konnte.

Ministerpräsidentschaft und Tod

Mit einem Wahlergebnis von 32,5 Prozent konnte Santiago die ASUL bei der vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember 1963 zu einem Wahlsieg führen. Um eine parlamentarische Mehrheit jenseits der gescheiterten Zusammenarbeit mit den Konservativen und der Kooperation mit den Kommunisten zu finden, nahm er in der Folge erstmals Gespräche mit der liberalen Demokratischen Union von Carles Méndez sowie den linksliberalen Radikaldemokraten auf. Dabei machte er auch in der Wirtschaftspolitik Zugeständnisse an die Liberalen, die er zuvor gegenüber dem PPC nicht gemacht hatte. Im Februar 1964 wurde Santiago schließlich zum Ministerpräsidenten einer Mitte-Links-Regierung aus Sozialisten, Links- und Rechtsliberalen ernannt. Durch Präsident Ariel Fernando De la Roya wurde Santiago als erster Sozialist seit 1949 zum Regierungschef ernannt. Ziel seiner Regierung war eine progressive Reform in gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen, ohne jedoch das traditionelle Ziel von Verstaatlichungen der Schlüsselindustrien auf die Agenda zu setzen, welche die Liberalen deutlich ablehnten, die Santiago zuvor aber stets zur Vorbedingung sozialistischer Regierungsbeteiligung gemacht hatte und die auch in der Großen Koalition als Ziele benannt, aber nicht umgesetzt worden waren.

Von der Politik, die er in seiner ersten Regierungserklärung ankündigte, konnte Santiago kaum mehr etwas umsetzen. Nach nur vier Monaten im Amt verstarb der bereits seit längerer Zeit an Herzproblemen leidende Santiago im Juni 1964 an den Folgen eines Herzinfarktes. Sowohl im Parteiamt als auch in der Regierung folgte ihm Iacovo Del Pérez nach, der die Koalition mit den Liberalen bis zu deren Auseinanderbrechen im Jahr 1967 fortsetzte und 1969 von Joán Caval als Parteichef abgelöst wurde. António Santiago wurde posthum zum Ehrenvorsitzenden seiner Partei ernannt.

Politische Funktionen

Parteiämter

Mandate

Regierungsämter