Demokratische Koalition: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Demokratische Koalition vereinte mehr als Zwei Drittel der Abgeordneten in der Nationalversammlung. In Opposition zu ihr standen neben den bürgerlichen Liberalen, die eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten ablehnten, mehrere antidemokratische oder nationalkonservative Parteien, die als nicht regierungsfähig angesehen wurden.  
 
Die Demokratische Koalition vereinte mehr als Zwei Drittel der Abgeordneten in der Nationalversammlung. In Opposition zu ihr standen neben den bürgerlichen Liberalen, die eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten ablehnten, mehrere antidemokratische oder nationalkonservative Parteien, die als nicht regierungsfähig angesehen wurden.  
  
Im Januar 1946 kam es zu einer Krise der Koalition, als die kommunistischen Mitglieder der Provisorischen Regierung Saviola zurücktraten und diese zu Fall brachten. Grund war die Ablehnung des umfangreichen Forderungskatalogs der Kommunisten hinsichtlich sofortiger Verstaatlichungen aller Schlüsselindustrien durch die Christdemokraten. Die Radikalen hatten sich bereits zuvor zurückgezogen. Der [[Provisorische Regierung La Ponte|Provisorischen Regierung La Ponte]], die von Januar bis März 1946 amtierte, sowie der [[Provisorische Regierung Luciaro|Nachfolgeregierung Luciaro]] gehörten daher keine Kommunisten an, stattdessen Vertreter des liberal-konservativen [[MPD]]. Die Kommunisten trugen die erarbeitete [[Verfassung von 1944]] dennoch mit und warben für eine Mehrheit.  
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Im Januar 1946 kam es zu einer Krise der Koalition, als die kommunistischen Mitglieder der Provisorischen Regierung Saviola zurücktraten und diese zu Fall brachten. Grund war die Ablehnung des umfangreichen Forderungskatalogs der Kommunisten hinsichtlich sofortiger Verstaatlichungen aller Schlüsselindustrien durch die Christdemokraten, die in der Frage der Wirtschaftsordnung gespalten waren. Die Radikalen hatten sich bereits zuvor zurückgezogen. Der [[Provisorische Regierung La Ponte|Provisorischen Regierung La Ponte]], die von Januar bis März 1946 amtierte, sowie der [[Provisorische Regierung Luciaro|Nachfolgeregierung Luciaro]] gehörten daher keine Kommunisten an, stattdessen Vertreter des liberal-konservativen [[MPD]]. Die Kommunisten trugen die erarbeitete [[Verfassung von 1944]] dennoch mit und warben für eine Mehrheit.  
  
 
Nach der ersten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] wurde die Demokratische Koalition aus PCS, PS, PCC und PRR noch einmal erneuert, jedoch zerbrach das Bündnis bereits nach wenigen Monaten unter dem immensen Druck des Kalten Krieges. Nach zwei kurzlebigen Übergangsregierungen wurde die Demokratische Koalition schließlich im Herbst 1947 durch die Regierung des [[Bloco Centrista|Zentristischen Blocks]] abgelöst, die von den [[PCC|Christdemokraten]], den [[PRR|Radikalen]], dem [[PSD|antikommunistischen Flügel]] des [[PS]] sowie mehreren liberalen Parteien gestützt wurde. Die Kommunistische Partei sowie die Parteimehrheit der Sozialisten gingen daraufhin in die Opposition zur westlich und weitgehend marktwirtschaftlich orientierten Zentrumskoalition. Anders als die Sozialisten, die nach einer Wiedervereinigung mit dem Zentrumsflügel in der [[ASUL]] 1962 wieder in die Regierung zurückkehrte, blieben die Kommunisten dauerhaft in der Opposition und tolerierten lediglich in den Siebziger Jahren mehrere sozialistische Minderheitsregierungen.
 
Nach der ersten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] wurde die Demokratische Koalition aus PCS, PS, PCC und PRR noch einmal erneuert, jedoch zerbrach das Bündnis bereits nach wenigen Monaten unter dem immensen Druck des Kalten Krieges. Nach zwei kurzlebigen Übergangsregierungen wurde die Demokratische Koalition schließlich im Herbst 1947 durch die Regierung des [[Bloco Centrista|Zentristischen Blocks]] abgelöst, die von den [[PCC|Christdemokraten]], den [[PRR|Radikalen]], dem [[PSD|antikommunistischen Flügel]] des [[PS]] sowie mehreren liberalen Parteien gestützt wurde. Die Kommunistische Partei sowie die Parteimehrheit der Sozialisten gingen daraufhin in die Opposition zur westlich und weitgehend marktwirtschaftlich orientierten Zentrumskoalition. Anders als die Sozialisten, die nach einer Wiedervereinigung mit dem Zentrumsflügel in der [[ASUL]] 1962 wieder in die Regierung zurückkehrte, blieben die Kommunisten dauerhaft in der Opposition und tolerierten lediglich in den Siebziger Jahren mehrere sozialistische Minderheitsregierungen.

Version vom 21:58, 4. Feb 2011

Als Demokratische Koalition wird ein Regierungsbündnis in der Entstehungsphase der Dritten Sagradischen Republik bezeichnet, das von den ehemaligen Volksfront-Parteien PS, PCS und PRR sowie der christdemokratischen PCC gebildet wurde. Führende Vertreter all dieser Parteien hatten sich führend am sagradischen Widerstand beteiligt und bereits im Comité Nacional de la Resistença Sagradêsa (CNRS) zusammengearbeitet, das nach dem Sturz des Álamo-Regimes 1943 zum Hauptverhandlungspartner der regierenden Mai-Junta wurde.

Nach der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1944 bildeten die vier Parteien eine informelle Koalition, welche die Führungsrolle in der Versammlung übernahm und die Provisorische Regierung Dini, später die Provisorische Regierung Saviola stützte. Ziel des Bündnisses war es, einen demokratischen Wiederaufbau des Landes, eine Säuberung des faschistisch besetzten Beamtenapparats sowie die (Wieder)-Errichtung des sagradischen Wohlfahrtsstaats zu erreichen. Außerdem sollte eine neue Verfassung ausgearbeitet werden.

Die Demokratische Koalition vereinte mehr als Zwei Drittel der Abgeordneten in der Nationalversammlung. In Opposition zu ihr standen neben den bürgerlichen Liberalen, die eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten ablehnten, mehrere antidemokratische oder nationalkonservative Parteien, die als nicht regierungsfähig angesehen wurden.

Im Januar 1946 kam es zu einer Krise der Koalition, als die kommunistischen Mitglieder der Provisorischen Regierung Saviola zurücktraten und diese zu Fall brachten. Grund war die Ablehnung des umfangreichen Forderungskatalogs der Kommunisten hinsichtlich sofortiger Verstaatlichungen aller Schlüsselindustrien durch die Christdemokraten, die in der Frage der Wirtschaftsordnung gespalten waren. Die Radikalen hatten sich bereits zuvor zurückgezogen. Der Provisorischen Regierung La Ponte, die von Januar bis März 1946 amtierte, sowie der Nachfolgeregierung Luciaro gehörten daher keine Kommunisten an, stattdessen Vertreter des liberal-konservativen MPD. Die Kommunisten trugen die erarbeitete Verfassung von 1944 dennoch mit und warben für eine Mehrheit.

Nach der ersten Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946 wurde die Demokratische Koalition aus PCS, PS, PCC und PRR noch einmal erneuert, jedoch zerbrach das Bündnis bereits nach wenigen Monaten unter dem immensen Druck des Kalten Krieges. Nach zwei kurzlebigen Übergangsregierungen wurde die Demokratische Koalition schließlich im Herbst 1947 durch die Regierung des Zentristischen Blocks abgelöst, die von den Christdemokraten, den Radikalen, dem antikommunistischen Flügel des PS sowie mehreren liberalen Parteien gestützt wurde. Die Kommunistische Partei sowie die Parteimehrheit der Sozialisten gingen daraufhin in die Opposition zur westlich und weitgehend marktwirtschaftlich orientierten Zentrumskoalition. Anders als die Sozialisten, die nach einer Wiedervereinigung mit dem Zentrumsflügel in der ASUL 1962 wieder in die Regierung zurückkehrte, blieben die Kommunisten dauerhaft in der Opposition und tolerierten lediglich in den Siebziger Jahren mehrere sozialistische Minderheitsregierungen.