Tescano-Valoní: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Carles Méndez-León''' (*1902 in [[Fabena]], +1984 in [[Viça]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] bürgerlich-liberaler Politiker ([[PRR]], seit 1961 [[UDS]]).  
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'''Tescano-Valoní''' ist eine [[Sagradische Regionen|Region]] und [[Sagradische Provinzen|Provinz]] im Nordwesten [[Sagradien]]s.
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Die [[Sagradien|sagradisch]]-[[Mikolinien|mikolinische]] Grenzregion erstreckt sich vom Nordrand der [[Konsetten]] bis zur Südküste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]].
  
Er war von Januar bis November 1970 [[sagradischer Ministerpräsident]]. Davor gehörte Méndez-León verschiedenen Kabinetten als Minister an, darunter 1955-1958 als [[Innenminister]], 1958-1962 und 1964-1967 als [[Wirtschaftsminister]] und 1967-1970 als [[Außenminister]]. Méndez-León war zudem in den Legislaturperioden 1962-1964 sowie 1970-1974 Vizepräsident der [[Abgeordnetenkammer (Sagradien)|Abgeordnetenkammer]].
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Die Provinz Tescano-Valoní wurde 1891 aus dem Westteil der ehemaligen [[Grafschaft Tesqué]] und dem größten Teil der [[Grafschaft Valoní]] sowie weiteren Teilen des [[Herzogtum Scantia|Herzogtums Scantia]] gebildet. Teile des historischen Tescano, also der sehr viel größeren Grafschaft Tesqué wurden jedoch den Provinzen [[Altoes Consetes]], [[Mêdio Scantia]] und [[Baixo Ligre]] zugeschlagen, der kleinere Nordteil der historischen Valoní gehört seitdem zur Provinz [[Baixo Ligre]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung von Regionen als Verwaltungseinheiten mit bestimmten Autonomierechten erhielt die Tescano-Valoní den Status einer eigenständigen Region. Die bisherige Provinzhauptstadt Tescano wurde zur Regionalhauptstadt und zum Sitz von [[Regionalrat]] und [[Junta Regional|Regionalausschuss]].  
  
Als letzter Parteivorsitzender des [[Partíu Republicano Radical]] (1954-1961) und erster Vorsitzender der [[Unión Democrática de Sagradia]] (1961-1970) prägte Méndez-León über zwei Jahrzehnte hinweg wesentlich die Geschicke der sagradischen Liberalen.  
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Tescano-Valoní gliedert sich in die beiden [[Mería]]s [[Tesqué]] im Binnenland und [[Porto Valés]] in der Küstenregion, die in etwa auch den beiden Landesteile Tescano und Valoní entsprechen. Während der Süden und Südosten der Region um die Mería Tesqué vom Bergland der [[Konsetten|Teskanischen Konsetten]] und entsprechend von der Landwirtschaft geprägt ist, ist die Küstenregion der Meria Porto Valés, die eigentliche Valoní, stark vom Fischfang abhängig. Größte und bedeutendste Städte der Tescano-Valoní sind [[Tesqué]] und [[Porto Valés]]. Daneben spielt der Grenzort Naval eine Rolle als regionales Zentrum.
  
== Karriere ==
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== Politik ==
=== Beginn der politischen Karriere in der Zweiten und frühen Dritten Republik ===
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Seit 1992 steht der Christdemokrat [[Joaquín Barreno Soléi]] als Präsident der Regionaljunta an der Spitze der Region. Bis 2003/2004 gehörte er der konservativen [[PPC|Volkspartei (PPC)]] an. 2003/2004 verließ er mit dem Großteil des Regionalverbandes die Volkspartei und gehörte zu den Mitbegründern der christdemokratischen [[CCD]] (in Tescano-Valoní CTV). Die [[Regionalwahlen 2008]] gewann sein zentristisches Parteienbündnis CUTV aus CCD/CTV und [[UDC]]. Barreno-Soléi führt seither eine Minderheitsregierung in Koalition mit der liberal-regionalistischen ''Iniciativa'' (ITV) an, die auf wechselnde Mehrheiten zurückgreift.  
Der aus einer jüdischen Familie stammende Carles Mendez besuchte das Gymnasium in [[Viça]] und studierte danach in [[Semess]] Philosophie, Geschichte und Philologie. Nach Abschluss des Studiums wurde er Lehrer in seiner Heimatstadt und engagierte sich bald im linksliberalen [[Partíu Republicano Radical]] (PRR), dessen rechtem Flügel er angehörte. Nach der Bildung der [[Volksfront]] mit [[PS|Sozialisten]] und [[PCS|Kommunisten]] verließ Méndez-León die Partei und trat der [[Partíu Liberal Radical|Liberal-Radikalen Partei]] (PLR) bei, die danach in Opposition zur linken Regierungsmehrheit stand. Neben seiner politischen Tätigkeit arbeitete Méndez-León in dieser Zeit als Funktionär des sagradischen Lehrerverbandes, dessen Generalsekretär er 1938 wurde.
 
  
Im Jahr 1940 wurde Méndez-León in [[Fabena]] zum Bürgermeister gewählt. 1945 zog er für die [[PRR]] in die [[Nationalversammlung]] ein und wurde Mitglied des Ausschusses für Erziehung und wissenschaftliche Forschung. Hier erarbeitete sich Méndez-León den Ruf eines radikalen Antiklerikalen, der den Einfluss der Kirche auf das staatliche Erziehungswesen auf ein Minimum begrenzen wollte.
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'''Parteien im Regionalrat von Tescano-Valoní''':
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* 34 [[Cientro Uníu]] / [[Cientro Tescano-Valonês]] (CU/CTV)
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* 21 [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]] (ASUL)
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* 20 [[PPC|Partíu Popular Tescano-Valonês]] (PPTV)
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* 10 [[Iniciativa per Tescano-Valoní]] (IxTV)
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* 8 [[Partíu Social Popular]] (PSP)
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* 7 [[Ils Verdes]] / Entesa de la Sinistra Alternativa (V/ESA)
  
Im Jahr 1946 wurde Méndez-León als Sekretär für die Parteiorganisation in den Vorstand der Partei geholt und war maßgablich für den Wahlkampf zu den ersten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|Parlamentswahlen]] verantwortlich, bei denen die Radikalen 7,4 Prozent der Stimmen und 25 Sitzen ein mäßiges Ergebnis verbuchen konnte. Méndez-León gehörte fortan der Abgeordnetenkammer an, wo er im Erziehungs- sowie im Kulturausschuss mitwirkte. Innerhalb des PRR gehörte Méndez-León zum Kreis um [[Franco Ponente]] und damit zu den Befürwortern eines dezidiert antikommunistischen Kurses in Abwendung von der zu dieser Zeit noch dem Volksfrontgedanken anhängenden Sozialistischen Partei [[Ricardo Moreno]]s. Dementsprechend stand Méndez-León auch der Beteiligung seiner Partei an der bis 1947 amtierenden so genannten [[Demokratische Koalition|Demokratischen Koalition]] unter Beteiligung der Kommunisten und Sozialisten kritisch bis ablehnend gegenüber.
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=== Präsidenten der Regionaljunta ===
  
=== Aufstieg zum Parteiführer und Bildung der Demokratischen Union ===
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{|class="wikitable"
Nach dem Bruch der Demokratischen Koalition sprach sich der konservativ-liberale Kreis um Ponente und Méndez-León 1949 für einen Beitritt der Radikalen zur [[Kabinett Luciaro II|Mitte-Rechts-Regierung Luciaro]] aus. Um die Beteiligung an der Regierung kam es zu einer neuerlichen Parteispaltung. Unter Führung von Franco Ponente firmierte der Regierungsflügel fortan als [[UDR|Demokratisch-Radikale Vereinigung]] (UDR). Méndez-León wurde in der Regierung Minister für kulturelle Angelegenheiten, geriet aber des Öfteren in Streit mit dem christdemokratischen Erziehungsminister [[Daniel Gris Fernandez]], sodass er nach den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Wahlen 1950]] nicht mehr ins Kabinett berufen wurde. Stattdessen wurde Méndez-León zum Vorsitzenden der Parlamentsfraktion seiner Partei gewählt, womit er auf eine Schlüsselposition der konservativ-liberalen Regierungskoalition gelangte.
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| [[PPC]], [[UDS]], seit 1977 [[PPC]]
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| seit 1989 Minderheitsausschuss
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| [[PPC]], [[ASUL]], seit 12/91 [[PPC]]
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| seit 12/91 Minderheitsausschuss
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| [[PPC]] (seit 2003/2004 [[CCD|CTV]])
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| seit 2003/2004 Minderheitsausschuss
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| [[Joaquín Barreno Soléi]] ([[CU]]/[[CCD|CTV]])
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| [[CU]]/[[CCD|CTV]], [[Iniciativa per Tescano-Valoní|IxTV]]
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| Minderheitsausschuss, regiert mit wechselnden Mehrheiten
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In der Folge zeichnete sich Méndez-León durch eine enge Koordination mit den Fraktionsvorsitzenden der beiden liberalen Parteien [[PLD]] und [[PND]] aus und steigerte den Einfluss in der eigenen Partei. Nach dem überraschenden Tod Franco Ponentes 1953 galt Méndez-León vielen als natürlicher Nachfolger Ponentes als Parteiführer, er bildete aber ein Doppelgespann mit dem Vizepremier und Parteivorsitzenden [[Luciano Vélez]]. Nach dem Austritt der Liberalen aus der [[Zentrumskoalition]] 1953 wurde Méndez-León zu einem der Architekten des Parteienbündnisses, das bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954|Kammerwahlen 1954]] unter dem Namen [[Unión Democrática]] antrat und im bürgerlichen Lager ein starkes säkulares und liberal-republikanisches Gegengewicht zur katholisch-konservativen [[PPC]] bilden sollte, die 1952 gegründet worden war. Nachdem die Demokratische Union 8,9 Prozent der Stimmen erreicht hatte, wurde Méndez-León zum Vorsitzenden der gemeinsamen Parlamentsfraktion gewählt, ehe er 1955 nach dem Rücktritt von Luciano Vélez den Parteivorsitz der UDR und zudem im neuen [[Kabinett Luciaro V]] das Innenministerium sowie das Amt des stellvertretenden Premierministers übernahm. Damit war Méndez-León faktisch zum Führer des UD-Bündnisses in der Regierung aufgestiegen und führte die gemeinsame Liste der Demokratischen Union bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|Kammerwahen 1958]] an, die mit 9,7% der Stimmen zu einem großen Erfolg für die Unionsparteien wurde.
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[[Kategorie: Region Sagradiens]]
  
Im neuen [[Kabinett Luciaro VII]] wurde Méndez-León Wirtschaftsminister. Dieses Amt behielt er 1960 auch unter Luciaros Nachfolger Carles Angel Favale. Im Wirtschaftsministerium zeichnete sich Méndez durch eine deutliche Betonung des marktwirtschaftlichen Systems aus und bemühte sich um einen Abbau der staatswirtschaftlichen Züge, die zuvor von der Zentrumskoalition aus PPC und Sozialdemokraten implementiert worden waren. Die wohlfahrtsstaatliche Orientierung ließ er dagegen weitgehend unangetastet, da er den Sozialstaat als wichtiges Element der republikanischen Ordnung ansah.
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Nach zwei erfolgreichen Kammerwahlen und weiteren Erfolgen bei Senats- und Kommunalwahlen wurde die Demokratische Union 1961 zu einer eigenständigen Partei unter dem Namen [[UDS]] umgewandelt, die sich als säkulare, bürgerliche, liberale und republikanische Partei der Mitte verstand. Méndez-León wurde zum ersten Parteivorsitzenden der UDS gewählt. Zwischen Frühjahr 1955 und Herbst 1962 bildete die UDS ununterbrochen eine bürgerliche Mitte-Rechts-Koalition mit der konservativen [[PPC]] unter den Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] und [[Carles Angel Favale]], in der die UDS ein liberales und säkulares Korrektiv zu den Konservativen darzustellen versuchte.
 
  
=== Mitte-Links-Experiment ===
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[[Kategorie: Region Sagradiens]]
Nach leichten Verlusten bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Kammerwahlen 1962]] und der Bildung einer [[Große Koalition|Großen Koalition]] aus Konservativen und [[ASUL|Sozialisten]] wurde Méndez-León neben KP-Chef [[Santo Cortez]] einer der Oppositionsführer. Zudem wurde er zum Vizepräsidenten der Abgeordnetenkammer gewählt. In der Opposition zur PPC-ASUL-Koalition kam es zu einer strategischen Neuausrichtung der Partei. Aus den Vorstandswahlen 1963 ging der linke Parteiflügel unter dem Einfluss von [[Lionel Vega]] und [[António Morales]] gestärkt hervor, der die Unabhängigkeit von den Konservativen sowie die republikanisch-säkulare Tradition der Partei betonte. Bereits während der Regierung Favale war es zu Spannungen zwischen der konservativen PPC und der eher liberal ausgerichteten UD gekommen, die sich besonders auf den Feldern der Steuerpolitik, der Schulpolitik sowie des Einflusses des Staates in den Medien vom konservativen und bisweilen etatistischen Kurs der PPC zunehmend entfernte. Der Vega-Flügel wollte die Partei daher für linksbürgerliche Wähler öffnen und ihr ein progressiveres Image verleihen. Méndez-León sah den zunehmenden Einfluss der „Linken“ in der Partei zunächst mit Skepsis, erkannte aber bald die Chancen, sich durch eine Lösung von der PPC und die gleichzeitige Präsentation als liberale Partei auch strategisch als eigenständige Kraft zu behaupten. Daher wurden nun auch Bündnisse mit den Sozialisten nicht mehr ausgeschlossen.
 
 
 
Nach dem vorzeitigen Bruch der Großen Koalition und dem Sieg der Sozialisten bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Kammerwahlen 1963]] kam es daher zu Verhandlungen sowohl mit Konservativen als auch Sozialisten. Mit einem Traumergebnis von über 12% der Stimmen für seine UDS ging Méndez-León gestärkt in die Verhandlungen. Nachdem [[António Berral]], der Chef der linksbürgerlichen [[PRD]] den Kontakt zum ASUL-Chefstrategen [[Stefano Nacoma]] hergestellt hatte und ASUL-Führer [[António Santiago]] von Präsident [[Ariel de la Roya]] den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte, stimmte Méndez-León nach schwierigen Verhandlungen der Bildung einer sozial-liberalen Koalition mit Sozialisten und Radikaldemokraten zu. Bedingung Méndez-Leóns war die Festschreibung der Marktwirtschaft im Koalitionsvertrag, was die Sozialisten schließlich akzeptierten. Da die Konservativen die Wahl eindeutig verloren hatten und es zu einer bürgerlichen Regierung nicht reichte, war die Koalition mit den Sozialisten die einzige praktikable Möglichkeit der Regierungsbildung jenseits der Großen Koalition, die soeben gescheitert war.
 
 
 
Im [[Kabinett Santiago]] wurde Carles Méndez-León [[Vizepremierminister]] und [[Wirtschaftsminister]]. Nach dem überraschenden Tod Santiagos übernahm Méndez-León bis zur Ernennung [[Iacovo Del Pérez]]’ zum Ministerpräsidenten vorübergehend die Funktion des Regierungschefs. Die zunehmenden Spannungen mit den linken Koalitionspartnern führten zu einer ansteigenden Unzufriedenheit innerhalb der UDS über die ungliebte Koalition. Bei den Vorstandswahlen 1966 kam es schließlich zu einer deutlichen Niederlage des sozialliberalen Flügels gegen die eher konservativ ausgerichteten Wirtschaftsliberalen um [[Miquel Micú]], der nun Vizepräsident der Partei wurde. Für wenige Stunden stand sogar ein Putsch Micús gegen Méndez-León im Raum, den Méndez-León jedoch durch Zugeständnisse an die Parteirechte verhindern konnte. Micú wurde danach Minister und fuhr einen zunehmenden Konfrontationskurs gegenüber den sozialistischen Partnern.
 
 
 
=== Rückkehr ins bürgerliche Lager und Ministerpräsidentschaft ===
 
Die Spannungen führten schließlich im Januar 1967 zum Bruch der Koalition mit den Sozialisten und zum Austritt der UDS-Minister aus der Regierung. Bei dem von den Konservativen daraufhin eingebrachten Misstrauensvotum stimmte Méndez-León gegen Del Pérez, der daraufhin zurücktreten musste. Méndez-León plädierte für Neuwahlen, bei denen man sich eine bürgerliche Mehrheit erhoffte. Nachdem Präsident [[Carles María Ortega]] das Parlament aufgelöst hatte, musste die UDS bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen]] herbe Verluste hinnehmen und kam auf neun Prozent der Stimmen, während die Konservativen die Wahlen gewinnen konnten.
 
 
 
PPC-Chef [[Carles Angel Favale]] bildete eine neue Mitte-Rechts-Regierung, in der Méndez-León abermals Außenminister und Vizepremier wurde. In der Folge etablierte sich im Schatten Méndez-Leóns sein Stellvertreter Miquel Micú zum neuen starken Mann in der Partei, der in Personalunion das einflussreiche Amt des Fraktionsvorsitzenden und ein Ministeramt für Sonderaufgaben zur Organisation der Mitte-Rechts-Koalition innehatte. Die im Parlament auch mit der rechtsgerichteten [[PFP|Volksbruderschaftspartei]] [[António Blanxard]]s zusammenarbeitende Minderheitsregierung geriet jedoch schnell in Kritik bis hin zum Austritt Lionel Vegas aus der UDS-Fraktion.
 
Besonders unter den aufbegehrenden Studenten stellte die als Rechtsaußen-Koalition diffamierte Regierung ein Feindbild dar und Méndez-León geriet zunehmend unter Druck. Im Spätherbst 1969 war die Regierung endgültig am Ende.
 
 
 
Da die oppositionellen Sozialisten aber eine Neuauflage der Großen Koalition ablehnten und Präsident Ortega zu keiner vorzeitigen Auflösung der Kammer bereit war, blieb zur Fortsetzung der bisherigen Mehrheit keine Alternative. Jedoch sollten die Radikaldemokraten nun in eine neue Regierung unmittelbar eingebunden und damit in die Verantwortung genommen werden. Um dies zu ermöglichen, verzichteten die Konservativen schließlich auf das Amt des Regierungschefs und machten damit den Weg für die Ministerpräsidentschaft Méndez-Leóns frei. Im Januar 1970 wurde Méndez-León als erstes UDS-Mitglied Regierungschef. Gleichzeitig behielt er das Außenministeramt.   
 
 
 
Méndez-León erhoffte sich, das angekratzte Image seiner Regierung und seiner Partei durch eine neue Akzentsetzung glätten zu können, die Koalition erwies sich aber als kaum handlungsfähig, zumal nachdem in der PRD ein heftiger Streit um die Regierungsbeteiligung entstanden war. Im Sommer 1970 beendeten die Radikaldemokraten daher die Koalition. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970|Neuwahlen zur Kammer im Herbst 1970]] ging die bisherige Opposition als deutlicher Sieger hervor. Die UDS fiel auf unter sieben Prozent der Stimmen zurück, das bis dahin schlechteste Ergebnis überhaupt, und Méndez-León wurde durch den Sozialisten [[Joán Caval]] als Regierungschef abgelöst. Besonders die Zusammenarbeit mit den Rechten wurde der UDS von den Wählern angekreidet. Zudem war das Vertrauen in Méndez-León persönlich erschüttert, der von vielen als gewissenloser Machtpolitiker wahrgenommen wurde. Die PRD, zuvor das Zünglein an der Waage, verpasste den Einzug in die Kammer sogar ganz.
 
 
 
=== Sturz und Karriereende ===
 
Nachdem die politische Linke in der Folge der Wahl die Regierung übernehmen konnte, kam es innerhalb der UDS zu mehreren Krisensitzunen, in denen sich bald eine Allianz des Vega-Flügels mit dem früheren Wirtschaftsminister [[Lorenzo Estrubal]] herauskristallisierte, die eine inhaltliche und personelle Neuaufstellung der Partei ohne Méndez-León forderte. Estrubal hatte zuvor als enger Vertrauter und Kronprinz Méndez’ gegolten und sollte nun als Kompromisskandidat der Parteiflügel für die Parteieinheit sorgen und der Partei das Image einer modernen liberalen Partei geben, womit auch wieder jüngere Wähler angelockt werden sollten, welche die immernoch als Honoratiorenpartei und Partei der Reichen wahrgenommene UDS unter Méndez nicht mehr hatte erreichen können.
 
 
 
Nachdem Estrubal im Parteivorstand angekündigt hatte, für die Führung bereit zu stehen und gegebenenfalls auch eine Kampfabstimmung gegen Méndez-León eingehen zu wollen, erklärte dieser seinen Verzicht auf die Parteiführung und seinen Rückzug vom Amt des Vorsitzenden. Méndez-León zeigte sich persönlich enttäuscht von Estrubal und ließ sich nur widerwillig dazu überreden, noch einmal das Amt eines Vizepräsidenten der Abgeordnetenkammer zu übernehmen. Im November 1970 wurde er zum Vizepräsidenten der Kammer gewählt, zwei Wochen später übergab er die Parteiführung an den von einem Parteitag neu gewählten Lorenzo Estrubal. Stattdessen verlieh ihm die Partei den Titel eines Ehrenpräsidenten.
 
 
 
Im Jahr 1975 trat Méndez-León bei den [[Präsidentschaftswahlen in Sagradien 1975|Präsidentschaftswahlen]] als Kandidat der Liberalen an. Er erreichte im ersten Wahlgang ein gutes Ergebnis von 19 Prozent der Stimmen, verpasste damit aber die Stichwahl, aus der schließlich [[Iacovo Del Pérez]] als Sieger hervor ging. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1974|Kammerwahlen 1974]] verzichtete Carles Méndez-León auf eine neuerliche Kandidatur. Stattdessen wurde er im Jahr 1975 von Präsident Del Pérez zum Senator auf Lebenszeit ernannt, jedoch konnte er das Amt infolge einer Krebserkrankung ab 1981 kaum noch wahrnehmen. Nach langem Krebsleiden verstarb Méndez-León im Jahr 1984 in seinem Haus im amorischen Viça.
 
 
 
=== Politische Mandate ===
 
* 1944-1952: Stadtrat in [[Fabena]]
 
* 1945/1946: Mitglied der [[Nationalversammlung]]
 
* 1946-1974: Abgeordneter ([[PRR]]/[[UDS]])
 
* 1975-1984: Senator auf Lebenszeit
 
 
 
=== Öffentliche Ämter ===
 
* 1940-1944: Bürgermeister von [[Fabena]]
 
* 1949-1953: [[Kulturminister]] im [[Kabinett Luciaro II]] und [[Kabinett Luciaro III|III]]
 
* 1955-1958: [[Innenminister]] und [[Vizepremierminister]] im [[Kabinett Luciaro V]] und [[Kabinett Luciaro VI|VI]]
 
* 1958-1962: [[Wirtschaftsminister]] und [[Vizepremierminister]] im [[Kabinett Luciaro VII]] und im [[Kabinett Favale I]]
 
* 1962-1964: Vizepräsident der [[Abgeordnetenkammer]]
 
* 1964-1967: [[Wirtschaftsminister]] und [[Vizepremierminister]] im [[Kabinett Santiago]] und im [[Kabinett Del Pérez I]] und [[Kabinett Del Pérez II|II]]
 
* 1967-1968: Außenminister und Vizepremier im [[Kabinett Favale II]]
 
* 1968-1970: Außenminister und Vizepremier im [[Kabinett Favale III]]
 
* 1970: [[Ministerpräsident]] und Außenminister im [[Kabinett Méndez-León]]
 
* 1970-1974: Vizepräsident der Abgeordnetenkammer
 
 
 
=== Parteifunktionen ===
 
* 1946-1949: Parteisekretär des [[Partíu Radical]] (PRR)
 
* 1951-1954: Stellvertretender Parteivorsitzender des [[PRR]]
 
* 1954-1955: Vorsitzender der [[UDS|UD]]-Fraktion in der [[Abgeordnetenkammer]]
 
* 1954-1961: Parteivorsitzender des [[PRR]]
 
* 1961-1970: Parteivorsitzender der [[UDS]]
 
* 1975: Präsidentschaftskandidat der [[UDS]] bei der Wahl zum Präsidenten der Republik
 
 
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Politiker des PRR|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Politiker der UDS|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Innenminister Sagradiens|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Wirtschaftsminister Sagradiens|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Kulturminister Sagradiens|Méndez-León]]
 
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens|Méndez-León]]
 

Version vom 21:03, 19. Sep 2014

Tescano-Valoní ist eine Region und Provinz im Nordwesten Sagradiens. Die sagradisch-mikolinische Grenzregion erstreckt sich vom Nordrand der Konsetten bis zur Südküste des Ligrischen Meeres.

Die Provinz Tescano-Valoní wurde 1891 aus dem Westteil der ehemaligen Grafschaft Tesqué und dem größten Teil der Grafschaft Valoní sowie weiteren Teilen des Herzogtums Scantia gebildet. Teile des historischen Tescano, also der sehr viel größeren Grafschaft Tesqué wurden jedoch den Provinzen Altoes Consetes, Mêdio Scantia und Baixo Ligre zugeschlagen, der kleinere Nordteil der historischen Valoní gehört seitdem zur Provinz Baixo Ligre. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung von Regionen als Verwaltungseinheiten mit bestimmten Autonomierechten erhielt die Tescano-Valoní den Status einer eigenständigen Region. Die bisherige Provinzhauptstadt Tescano wurde zur Regionalhauptstadt und zum Sitz von Regionalrat und Regionalausschuss.

Tescano-Valoní gliedert sich in die beiden Merías Tesqué im Binnenland und Porto Valés in der Küstenregion, die in etwa auch den beiden Landesteile Tescano und Valoní entsprechen. Während der Süden und Südosten der Region um die Mería Tesqué vom Bergland der Teskanischen Konsetten und entsprechend von der Landwirtschaft geprägt ist, ist die Küstenregion der Meria Porto Valés, die eigentliche Valoní, stark vom Fischfang abhängig. Größte und bedeutendste Städte der Tescano-Valoní sind Tesqué und Porto Valés. Daneben spielt der Grenzort Naval eine Rolle als regionales Zentrum.

Politik

Seit 1992 steht der Christdemokrat Joaquín Barreno Soléi als Präsident der Regionaljunta an der Spitze der Region. Bis 2003/2004 gehörte er der konservativen Volkspartei (PPC) an. 2003/2004 verließ er mit dem Großteil des Regionalverbandes die Volkspartei und gehörte zu den Mitbegründern der christdemokratischen CCD (in Tescano-Valoní CTV). Die Regionalwahlen 2008 gewann sein zentristisches Parteienbündnis CUTV aus CCD/CTV und UDC. Barreno-Soléi führt seither eine Minderheitsregierung in Koalition mit der liberal-regionalistischen Iniciativa (ITV) an, die auf wechselnde Mehrheiten zurückgreift.

Parteien im Regionalrat von Tescano-Valoní:

Präsidenten der Regionaljunta

Amtsbeginn Amtsende Präsident der Regionaljunta Parteien besonderes
1969 1990 Sergi Coloma Rôix (PPC) PPC, UDS, seit 1977 PPC seit 1989 Minderheitsausschuss
1990 1992 Corrado Manciano (PPC) PPC, ASUL, seit 12/91 PPC seit 12/91 Minderheitsausschuss
1992 2004 Joaquín Barreno Soléi (PPC, seit 2003/2004 CTV) PPC (seit 2003/2004 CTV) seit 2003/2004 Minderheitsausschuss
2004 2008 Gerardo Ascualdo (PPC) PPC, ASUL
2008 Joaquín Barreno Soléi (CU/CTV) CU/CTV, IxTV Minderheitsausschuss, regiert mit wechselnden Mehrheiten