Aliança Republicana: Unterschied zwischen den Versionen
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Über die Frage der Trennung von Staat und Kirche und die weitere Zusammenarbeit mit der zunehmend dominanten Radikalen Partei hatten sich die moderaten Liberalen letztlich gespalten. Während die PRL-Mehrheit bis 1903 zusammen mit den Radikalen regierte, gewannen die konservativen [[Unionisten]] zusammen mit Nationalisten und früheren Monarchisten die [[Parlamentswahl 1903]] und bildeten daraufhin eine rechtsgerichtete Regierung der ''[[Koalition der Moral]]''. Erst nach dem Zerfall der Koalition und der Spaltung der Unionistischen Partei in zwei konkurrierende Flügel kam es zu einer Wiederannäherung der moderaten Republikaner, die sich schließlich im Jahr 1907 zu einer gemeinsamen Parlamentsfraktion und schließlich zur Republikanische Allianz als Sammlungspartei des liberalen Bürgertums wiedervereinigten. | Über die Frage der Trennung von Staat und Kirche und die weitere Zusammenarbeit mit der zunehmend dominanten Radikalen Partei hatten sich die moderaten Liberalen letztlich gespalten. Während die PRL-Mehrheit bis 1903 zusammen mit den Radikalen regierte, gewannen die konservativen [[Unionisten]] zusammen mit Nationalisten und früheren Monarchisten die [[Parlamentswahl 1903]] und bildeten daraufhin eine rechtsgerichtete Regierung der ''[[Koalition der Moral]]''. Erst nach dem Zerfall der Koalition und der Spaltung der Unionistischen Partei in zwei konkurrierende Flügel kam es zu einer Wiederannäherung der moderaten Republikaner, die sich schließlich im Jahr 1907 zu einer gemeinsamen Parlamentsfraktion und schließlich zur Republikanische Allianz als Sammlungspartei des liberalen Bürgertums wiedervereinigten. | ||
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In ihren dezidiert laizistischen Ansichten zählte die Republikanische Allianz im polarisierten Links-Rechts-Spektrum des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts zur politischen Linken, driftete allerdings stetig weiter in die rechte Mitte und wurde dort bald zur stärksten Kraft. Bis 1913 fest im Bündnis der Linken verankert, bildete die Partei 1914-1916 eine Mitte-Rechts-Koalition mit den Katholiken der [[Acción Popular]], ehe sie 1921 erstmals eine [[Große Koalition]] mit [[Partido Socialista|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]] bildete. | In ihren dezidiert laizistischen Ansichten zählte die Republikanische Allianz im polarisierten Links-Rechts-Spektrum des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts zur politischen Linken, driftete allerdings stetig weiter in die rechte Mitte und wurde dort bald zur stärksten Kraft. Bis 1913 fest im Bündnis der Linken verankert, bildete die Partei 1914-1916 eine Mitte-Rechts-Koalition mit den Katholiken der [[Acción Popular]], ehe sie 1921 erstmals eine [[Große Koalition]] mit [[Partido Socialista|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]] bildete. | ||
| − | Unter ihrem Vorsitzenden [[Daniel Laponte]] ordnete sich die Partei schließlich in den 1920er Jahren fester ins rechte Spektrum ein, stand dort aber stets in kritischer Distanz zur katholisch-konservativen [[Unión Popular|Volksunion]], der Nachfolgepartei der [[Acción Popular]]. Gleichzeitig kam es zu einem rapiden Stimmenverlusten der Partei, die der gestiegenen Rechts-Links-Polarisierung und der neuen Konkurrenz in der Mitte durch die christdemokratische [[PDP]] nur wenig entgegenzusetzen hatte. | + | Unter ihrem Vorsitzenden [[Daniel Laponte]] ordnete sich die Partei schließlich in den 1920er Jahren fester ins rechte Spektrum ein, stand dort aber stets in kritischer Distanz zur katholisch-konservativen [[Unión Popular|Volksunion]], der Nachfolgepartei der [[Acción Popular]]. Gleichzeitig kam es zu einem rapiden Stimmenverlusten der Partei, die der gestiegenen Rechts-Links-Polarisierung und der neuen Konkurrenz in der Mitte durch die christdemokratische [[PDP]] nur wenig entgegenzusetzen hatte. Zwischen 1925 und 1930 beteiligten sich die Partei an mehreren Rechtsregierungen mit Volksunion und Nationalisten und konnte, obwohl der kleinere Partner, mit Daniel Laponte mehrmals den Regierungschef stellen. |
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Version vom 19:35, 5. Apr 2013
Die Aliança Republicana (AR, deutsch Republikanische Allianz), später als Aliança Republicana Democrática (ARD) bekannt, war eine Mitte-Rechts-Partei in der Zweiten Sagradischen Republik. Die Partei wurde 1908 unter dem Namen Acción Republicana gegründet und stand in der gemäßigt-liberalen Tradition der republikanischen Strömung der Zweiten Republik. Sie kann daher als Nachfolgerin des Partido Republicano Liberal (PRL) angesehen werden, umfasste aber auch Teile der konservativen Unión Republicana, die sich von der Parteimehrheit der Koalition der Moral gelöst hatten.
Die Allianz war der Versuch, die gemäßigten bürgerlich-liberalen Kräfte der Mitte in einer Partei zu vereinen und die aus dem rechten Lager ausgescherten Dissidenten der Unionistischen Partei zu vereinnahmen. Dagegen spaltete sich aber ein weiter links stehender Flügel als Progressiv-Republikanische Partei (PRP) ab.
Vorgeschichte
Nach der Januarrevolution 1891 hatte sich die liberale Bewegung in Sagradien im wesentlichen in zwei konkurrierende Parteien gespalten, die der Republik aufgeschlossen gegenüberstanden, einerseits den Partido Republicano Radical, der für soziale Reformen und die klare Trennung von Staat und Kirche eintrat, und den Partido Republicano Liberal, der die moderatere Mehrheit der republikanischen Strömung repräsentierte und gleichzeitig für liberale Freiheiten, aber eine Beibehaltung der sozialen Ordnung eintrat und vornehmlich das mittlere und Großbürgertum repräsentierte. Führende Politiker dieser Strömung waren Francisco Brentano, José Delacrûce und Ricardo Alemà.
Über die Frage der Trennung von Staat und Kirche und die weitere Zusammenarbeit mit der zunehmend dominanten Radikalen Partei hatten sich die moderaten Liberalen letztlich gespalten. Während die PRL-Mehrheit bis 1903 zusammen mit den Radikalen regierte, gewannen die konservativen Unionisten zusammen mit Nationalisten und früheren Monarchisten die Parlamentswahl 1903 und bildeten daraufhin eine rechtsgerichtete Regierung der Koalition der Moral. Erst nach dem Zerfall der Koalition und der Spaltung der Unionistischen Partei in zwei konkurrierende Flügel kam es zu einer Wiederannäherung der moderaten Republikaner, die sich schließlich im Jahr 1907 zu einer gemeinsamen Parlamentsfraktion und schließlich zur Republikanische Allianz als Sammlungspartei des liberalen Bürgertums wiedervereinigten.
Entwicklung bis 1930
In ihren dezidiert laizistischen Ansichten zählte die Republikanische Allianz im polarisierten Links-Rechts-Spektrum des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts zur politischen Linken, driftete allerdings stetig weiter in die rechte Mitte und wurde dort bald zur stärksten Kraft. Bis 1913 fest im Bündnis der Linken verankert, bildete die Partei 1914-1916 eine Mitte-Rechts-Koalition mit den Katholiken der Acción Popular, ehe sie 1921 erstmals eine Große Koalition mit Sozialisten und Radikalen bildete.
Unter ihrem Vorsitzenden Daniel Laponte ordnete sich die Partei schließlich in den 1920er Jahren fester ins rechte Spektrum ein, stand dort aber stets in kritischer Distanz zur katholisch-konservativen Volksunion, der Nachfolgepartei der Acción Popular. Gleichzeitig kam es zu einem rapiden Stimmenverlusten der Partei, die der gestiegenen Rechts-Links-Polarisierung und der neuen Konkurrenz in der Mitte durch die christdemokratische PDP nur wenig entgegenzusetzen hatte. Zwischen 1925 und 1930 beteiligten sich die Partei an mehreren Rechtsregierungen mit Volksunion und Nationalisten und konnte, obwohl der kleinere Partner, mit Daniel Laponte mehrmals den Regierungschef stellen.
Krise seit 1930
Nachdem Laponte nochmals seit 1929 die Regierung angeführt hatte, rutschte die ARD bei den Parlamentswahlen 1930 von 11 % auf 8 % ab und verlor zunehmend an Zuspruch. Auch ein Wahlbündnis mit der kleinen christlich-progressiven PDP konnte an dieser Situation nichts ändern. Den Tiefpunkt erreichte die Partei bei der Parlamentswahl 1935, bei der sie eine Beteiligung an der rechtsgerichteten Frente Nacional mit Volksunion, Agrariern und Nationalisten ablehnte und schließlich nur 18 Sitze im Parlament gewinnen konnte.
In Opposition zu den linken Volksfront-Regierungen 1935-1937 suchte die ARD schließlich einen dritten Block mit Volksdemokraten und Dissidenten des Partido Radical zu etablieren, aus dem schließlich das so genannte Reagrupamiento Independiente (RI) hervorging.
näherte sich die ARD den anderen Rechtsparteien an und bildete schließlich bei der Parlamentswahl 1938 ein Wahlbündnis mit diversen Mitte-Rechts-Parteien, das in der Folge die Regierung Álamo stützte. Nach Gründung der Comunión Nacional im Sommer 1940 schloss sich die Aliança Republicana dem Zentralkomitee an.
Nach dessen Auflösung gründete Daniel Laponte als Nachfolgeorganisation der ARD die Reformistisch-Demokratische Partei (PDR), die rasch im liberalkonservativen MPD aufging, das als wesentlicher historischer Erbe der ARD gelten kann, sich nach zahlreichen Spaltungen aber 1952 auflöste und in Resten in der konservativen PPC, dem liberalkonservativen Partido Republicano sowie über den Partido Liberal Democrático schließlich in der liberalen Unión Democrática de Sagradia aufging.