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Version vom 20:34, 11. Dez 2012
Santiago Domênco Diaz de Velozo (*1955 in Valoní, kurz oft nur "SDV" genannt) ist ein sagradischer Jurist und ASUL-Politiker. Er war von 2002 bis 2005 Handels- und Industrieminister im Kabinett De la Costa II und III und danach bis 2008 Generalsekretär der ASUL. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 und der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 trat er vergeblich als Kandidat seiner Partei für das Amt des Ministerpräsidenten an, verlor aber beide Male gegen Miguel Ánibal Luisanto. Heute ist SDV in der freien Wirtschaft tätig.
Inhaltsverzeichnis
Regionalpolitik in Semestina und Sarmay
Nach dem Sieg der Sozialisten bei den Regionalwahlen 1989 in der Region Semestina, bei der Diaz de Velozo in den Semestiner Regionalrat gewählt wurde, übernahm Santiago Diaz de Velozo in der neuen Regionalregierung von Flávio Osório Jimenez das Amt eines Regionalministers (Cosilier Ajunto) für öffentliche Verwaltung. Bei den Regionalwahlen 1993 wurde er in seinen Ämtern bestätigt. Für die Sozialisten in der Hauptstadtregion wurde Diaz de Velozo im Jahr 1993 erstmals in den erweiterten Parteivorstand der ASUL auf nationaler Ebene gewählt.
Nach der Niederlage der ASUL bei den Regionalwahlen 1994 in der Nachbarregion Sarmay erklärte Diaz de Velozo nach Absprache mit Flávio Osório Jimenez und dem Regionalvorstand der Sozialisten in Sarmay seine Kandidatur für das Amt des Regionalsekretärs der ASUL Sarmay und trat von seinen Ämtern in Semesta zurück. Wenige Wochen später wurde er für die Region Sarmay in den sagradischen Senat gewählt. Er konnte sich schließlich im parteiinternen Rennen gegen den Vertreter des linken Flügels Marcelo Demonte durchsetzen und übernahm im Frühjahr 1995 die Führung des mitgliederstärksten Regionalverbands der Sozialisten. Auf dem nationalen Parteikongress der Sozialisten in Laquines wurde er zudem erstmals in die nationale Exekutive der Partei gewählt, wo er das Amt eines Sekretärs für administrative Modernisierung übernahm. In dieser Funktion setzte er sich v.a. für ein Programm der Partei für den Bürokratieabbau ein.
Als Spitzenkandidat der ASUL für die Regionalwahlen 1998 in Sarmay lastete auf Diaz de Velozo im Sommer 1998 der Druck der letzten wichtigen Wahl vor der entscheidenden Kammerwahl im Herbst. Unter seiner Führung ging die ASUL schließlich als Sieger aus den Regionalwahlen hervor und Diaz de Velozo wurde als Kandidat einer rot-grünen Koalition zum Präsidenten der Regionaljunta von Sarmay gewählt. Mit diesem Sieg katapultierte sich Diaz de Velozo in die Führungsriege der Partei.
Minister im Kabinett De la Costa
Bei den Regionalwahlen 2002 in Sarmay als Regionalpräsident bestätigt, wurde der nach dem Sieg der ASUL bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 von Premierminister Julio de la Costa in dessen zweites Regierungskabinett berufen, wo er als Nachfolger von Miguel Chamot an die Spitze des neu geschaffenen Ministeriums für Handel, Industrie und wirtschaftliche Entwicklung trat schnell zu einem der wichtigsten Kabinettsmitglieder aufstieg. In dieser Zeit wurde Diaz de Velozo als einer der wichtigsten Hoffnungsträger des eher rechten Parteiflügels gehandelt, die nach dem Vorbild von New Labour in Großbritannien auf weitergehende Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen drängten.
Spekulationen, Diaz de Velozo könnte bei einer Kabinettsumbildung im Sommer 2004 auf Druck des rechten Flügels hin zum Superminister für Wirtschaft und Finanzen ernannt werden, wurden nicht bestätigt. Stattdessen holte Premierminister De la Costa den bisherigen EU-Kommissar Lorenzo Dimas Ferrera ins Kabinett, Diaz de Velozo wurde aber zum Vizeministerpräsidenten ernannt. Damit wurde er die Nummer Zwei der Sozialisten in der Regierung. Nach einer herben Niederlagenserie der ASUL u.a. bei den Europa- und Kommunalwahlen 2004, und einem deutlichen Sieg der Rechten bei den Regionalwahlen 2005 erklärte ASUL-Generalsekretär Julio De la Costa seinen Rücktritt vom Amt des Parteichefs der regierenden Sozialisten. Als einer von mehreren Kandidaten kündigte Santiago Diaz de Velozo seine Kandidatur um die Parteiführung an. Das Rennen zwischen Diaz de Velozo und dem Parteilinken Santiago Valarosa wurde als Richtungsentscheidung der ASUL gedeutet. In einem für eine Regierungspartei relativ harten Kampf zwischen den verfeindeten Parteiflügeln konnte sich "SDV" schließlich gegen Valarosa durchsetzen.
Generalsekretär der ASUL
Als neuer Parteichef verließ SDV das Kabinett und bereitete seine Spitzenkandidatur für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 vor, bei der er mit einem marktfreundlichen Modernisierungsprogramm antreten wollte. In der Folge kam es zu Parteiaustritten enttäuschter Linker, die sich gegen den als unsozial und neoliberal empfundenen neuen Kurs der Partei auflehnten. Bei der Parlamentswahl im Herbst 2006 musste der persönlich mit guten Umfragewerten ausgestattete Diaz de Velozo als Vertreter der unpopulären Regierungspartei eine herbe Niederlage einstecken. Nach dem deutlichen Sieg der Rechten unter dem Volkspartei-Kandidaten Miguel Ánibal Luisanto wurde die ASUL nach acht Jahren in die Opposition geschickt. Als Oppositionsführer musste der eher konservative Sozialdemokrat Diaz de Velozo heftige Kritik aus seiner eigenen Partei einstecken und geriet zunehmend unter Beschuss auch der ihm bis dahin wohl gesonnenen Medien. Unter anderem die deutliche Ablehnung jeglicher Zusammenarbeit mit der postkommunistischen Linken führte zu heftigen Differenzen mit dem linken Parteiflügel. Hinzu kamen persönliche Animositäten mit der für die Alltagsarbeit zuständigen Parteikoordinatorin Mercé Serrat Cabarell, die bald als Hoffnungsträgerin der Linken in der Partei betrachtet wurde. Der persönliche Machtkampf gipfelte im Rücktritt Serrats im Jahr 2007, nachdem Diaz de Velozo versucht hatte, seinen Vetrauten Lorenzo Manuel Delúsio als Gegengewicht im Parteiapparat zu installieren.
Das zerstrittene Bild der Partei in der Öffentlichkeit und die unglückliche Führung Diaz de Velozos trugen dazu bei, dass die ASUL bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 eine vernichtende Niederlage einstecken musste. Von der vorgezogenen Neuwahl völlig unvorbereitet getroffen, verlor die Partei mehr als sechs Prozentpunkte gegenüber 2006 und musste mit einem Stimmenanteil von nur 26 Prozent das schlechteste Wahlergebnis seit Gründung der ASUL im Jahr 1957 hinnehmen. Nachdem er in der Wahlnacht noch seinen Führungsanspruch untermauert hatte, aber auf heftige Kritik gestoßen war, erklärte Diaz de Velozo schon am Folgeabend seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur für den Parteivorsitz auf dem Parteikongress im Herbst. Zugleich delegierte er einige wichtige Amtsgeschäfte des Generalsekretärs, darunter die Nachfolgesuche an seinen Stellvertreter Santiago Valarosa. In Primaries setzte sich schließlich ausgerechnet die noch im Vorjahr geschasste Mercé Serrat Cabarell als Nachfolgerin Diaz de Velozos durch, die sich u.a. gegen den von den Velozistas unterstützten Miguel Javier León durchsetzen konnte. Diaz de Velozo legte in er Folge auch sein Parlamentsmandat nieder und zog sich aus der aktiven Politik zurück.
Öffentliche Ämter
- 1989-1994: Minister (Cosilier Ajunto) der Region Semestina für öffentliche Verwaltung
- 1998-2002: Präsident der Regionalregierung von Sarmay
- 2002-2005: Verteidigungsminister im Kabinett De la Costa II und III
- 2004-2005: Vizeministerpräsident im Kabinett De la Costa III
Mandate
- 1989-1994: Mitglied des Regionalrats der Region Semestina
- 1994-1998: Senator für die Region Sarmay
- 1998-2005: Mitglied des Regionalrats von Sarmay
- 2006-2008: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer