Unión Nacional de Independientes i Paesanœs
| Unión Nacional d'Independientes i Paesanœs Nationaler Bund der Unabhängigen und Landwirte | ||
| Parteiführer | Pascal Marianis (Vorkrieg) Helguer Cristobals (Nachkrieg) | |
| Gründung | 1928 (als UNCP) 1945 (als UNIP) | |
| Auflösung | 1962 (de facto) | |
| Jugendorganisation | Juventú Paesana (de facto) | |
| Ausrichtung | Agrarianismus Konservatismus Populismus | |
| Position | Mitte-Rechts | |
| Farbe | braun | |
Die Unión Nacional d'Independientes i Paesanœs (Nationaler Bund der Unabhängigen und Landwirte, kurz UNIP), auch als Unión Paesana bekannt, war eine politische Partei in Sagradien. Die Partei besaß ein konservativ-agrarisches Profil und vertrat insbesondere die Interessen von Landwirten, Kleinbauern, Fischern und der ländlichen Bevölkerung. Bis 1945 trug die Partei die Bezeichnung Unión Nacional Cristiana de Paesanœs (Nationaler Christlicher Bund der Landwirte, UNCP).
Geschichte[bearbeiten]
Die Unión Nacional Cristiana de Paesanœs wurde 1928 gegründet und trat erstmals bei der Parlamentswahl 1929 als eigenständige Partei an. Die Initiative zur Parteigründung ging unmittelbar vom Vorstand des sagradischen Bauernbundes Liga Paesana aus, der die Interessen der Landwirte vertrat, sich offiziell aber als überparteilich ansah. In ihren Anfangsjahren arbeitete die UNCP eng mit der katholisch-konservativen Volksunion zusammen und gehörte bei der Parlamentswahl 1932 sowie 1936 zum Bloco Nacional. 1940 stellte sich die UNCP hinter das Programm der Comunión Nacional.
Ein Großteil der UNCP-Abgeordneten der Vorkriegszeit schloss sich 1945 der neugegründeten christdemokratischen Volkssammlungspartei (PPC) an, darunter auch Verbandspräsident Pascal Marianis, der in der Folge Landwirtschaftsminister wurde. Eine Restgruppe stellte die Partei als UNIP neu auf und lehnte im Gegensatz zur PPC eine Zusammenarbeit mit der kommunistischen und sozialistischen Linken dezidiert ab. Als Führer der Partei trat zu dieser Zeit Helguer Cristobals auf, der sich als engagierter Funktionär des Bauernverbandes einen Namen gemacht hatte.
In der Opposition zur Nachkriegskoalition arbeitete die UNIP eng mit der Unión Nacional Popular zusammen. Nachdem beide Gruppen zusammen bei der Parlamentswahl 1949 3,2 Prozent der Stimmen auf sich vereint hatten, ging die UNP faktisch in der UNIP auf, die bei der Parlamentswahl 1953 wieder alleine antrat und von 2,7 Prozent gewählt wurde.
In der Folge gelang es auch der UNIP nicht, in Konkurrenz zur PPC sowie zur 1954 gebildeten liberalen UDS ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Als 1960 mit dem Movimiento de Fraternitá Popular von António Blanxard eine neue Konkurrenzbewegung im ländlich-kleinbürgerlichen Milieu in Erscheinung trat, war die UNIP-Fraktion in der Abgeordnetenkammer bereits zerfallen. Blanxard selbst hatte in den 1950er Jahren zunächst der UNIP angehört und nahm einige Funktionäre der UNIP mit in seine neue Bewegung.
Nach finanziellen Problemen verzichtete die Partei bei der Parlamentswahl 1962 auf eine Kandidatur. Zwar blieb die Organisation bestehen, sie stellte de facto aber ihre politische Arbeit als Partei ein.