Pùble Gŏols

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Parteivorsitzende Xàin Borrard
Gründung 1943
Ausrichtung Golischer Nationalismus
Golische Autonomie
Christdemokratie
Konservativer Liberalismus
Position Mitte-Rechts
Europapartei Europäische Demokratische Partei
EP-Fraktion Renew Europe
Farbe hellblau

Pùble Gŏols („Golisches Volk“, Golische Volkspartei, Abkürzung PG) ist eine golisch-nationalistische Partei mit konservativ-christlicher Prägung. Die Partei tritt für ein Selbstbestimmungsrecht des golischen Volks ein, sieht im Gegensatz zu anderen nationalistischen Parteien Golens aber aktuell keinen Anlass für einen Austritt aus der mikolinischen Föderation.

Seit 1945 stellte Pùble Gŏols mit drei Unterbrechungen von insgesamt zehn Jahren (1953-1956, 1992-1994, 2008-2013) immer den Präsidenten der Provinz Golen. Seit 2023 ist sie nur noch die zweitstärkste Kraft in der Regierung und fungiert als Juniorpartner der linksnationalistischen Partei Nòu Gŏole.

Ausrichtung[bearbeiten]

Pùble Gŏols war traditionell eine bürgerliche Partei mit nationalistischem und autonomistischen Profil und unterstützte zeitweise die terroristische Separatistengrupp FLG, deren politischer Arm sie lange Zeit war. Die Partei hat sich im Laufe ihrer Entwicklung jedoch von ihren radikal-nationalistischen Positionen weitgehend verabschiedet und tritt heute für eine stärkere Autonomie Golens innerhalb der mikolinischen Krone ein. Sie versteht sich als Kraft der politischen Mitte und orientiert sich an den Werten und Positionen europäischer christdemokratischer Parteien.

Geschichte von Pùble Gŏols[bearbeiten]

Vorläuferparteien[bearbeiten]

Die Volkspartei ist die älteste Partei Golens und geht auf Vorläufer aus dem 19. Jahrhundert zurück. Im Golen der 1910er Jahre gab es zwei dominierende Kräfte, einerseits die bürgerliche Golische Volkspartei (gol. Partet Publar Gŏols, PPG), die für eine Selbstverwaltung Golens eintrat, auf der anderen Seite die sozialistische Golische Arbeitspartei (Uniò Lebrator Gŏols, ULG), aus der später die revisionistische Sozialistische Partei (PSG) und die Golischen Kommunisten (PCG) hervorgingen.

Die alte Volkspartei erfuhr im Laufe ihrer Geschichte mehrere Spaltungen, die wichtigste erfolgte 1919 in eine gemäßigte Faktion unter Valentin Cŏrpas, die als PPG-Majoritait weiterexistierte, und eine radikalere Gruppe, die sich als PPG-Libre konstituierte. Die PPG-M nannte sich ab 1922 Partet de lu Pùble Gŏols, während die linke PPG-L sich als Partet Radical Gŏols (PRG) neu konstituierte. Gleichzeitig entstand mit dem Partet Comunist Gŏols (PCG) eine neue Konkurrenz auf der Linken, die ebenfalls für eine größere Autonomie Golens, allerdings unter sozialistischen Vorzeichen eintrat.

Die Mehrheits-Volkspartei unter Corpas bildete die bedeutendste Kraft in Golen und setzte sich 1922 für eine Anerkennung des Golischen Autonomiestatuts ein, das begrenzte Autonomie für die golischen Provinzen vorsah. Corpas verstand das Statut als Grundlage, um weitere Selbstverwaltungsrechte zu erkämpfen, hielt aber am Ziel eines unabhängigen golischen Nationalstaats fest. Die schrittweise Rücknahme des Autonomiestatuts durch die Regierung Pier Ulisse seit 1929 wurde daher von der Volkspartei klar abgelehnt. 1931 kam es schließlich zum Accord de Vellaque, in dem sich Corpas als Führer der "Gemäßigten" und Xàin Leclerq als Führer der "Radikalen" auf eine gemeinsame Ablehnung der Oppression durch Servette und ein Eintreten für ein unabhängiges Golen verständigten.

Mit dem offenen Ausbruch des Golischen Bürgerkriegs 1934 standen die "Nationalisten" wieder gemeinsam den "Unitaristen" gegenüber. Aufgrund ihrer Unterstützung für die gewaltsamen Aktionen der Golischen Freiheitsarmee wurden nun alle nationalistischen Parteien, damit auch die PPG Valentin Corpas' verboten, bestand aber im Untergrund weiter. Nach heftigen Auseinandersetzungen bildete Corpas 1936 eine "provisorische Golische Nationalregierung" aus Gemäßigten und Radikalen und leitete geheime Verhandlungen mit der Nationalregierung in Servette ein. Als Ergebnis erreichte Corpas 1937 einen Waffenstillstand, der aber durch die Radikalen nicht eingehalten wurde. Die von Corpas angeführte Nationalregierung stand in der Folge zwischen den Fronten einer radikaleren nationalistischen Linken und einer auf gewaltsame Befriedung drängenden Zentralregierung.

Gründung der heutigen Pùble Gŏols[bearbeiten]

Corpas selbst fiel 1941 einem Attentat zum Opfer, das wahlweise dem mikolinischen Geheimdienst oder radikaleren Teilen der Unabhängigkeitsbewegung angelastet wurde. Nachfolger als Führer der Volkspartei wurde nun sein Sohn Filip Corpas, der gemeinsam mit Charl Davidel und Eduard Cornell das gemäßigt-nationalistische Lager anführte. Unter dem Triumvirat Corpas Jr./Davidel/Cornell gelang es, Teile der nationalistischen Radikalen auf den gemeinsamen Kurs von Verhandlungen mit Servette einzustimmen, der 1943 zur Gründung der Partei "Pùble Gools" führte.

Ziel war die Errichtung eines demokratischen und nicht-kommunistischen golischen Staats. Die Frage der Unabhängigkeit von Mikolinien wurde zunächst offen gelassen und es kam weiterhin zur Zusammenarbeit mit den linken Nationalisten und Nicht-Nationalisten. Zum ersten Vorsitzenden der PG wurde 1943 Filip Cŏrpas, der Sohn Valentin Cŏrpas’ gewählt. Der von der PG eingeschlagene Verhandlungsweg führte schließlich seit 1945 zum Erfolg. Golen erhielt ein neues Autonomiestatut, das Wahlen zu einer Golischen Versammlung vorsah. Aus den Wahlen ging Puble Gools als klarer Sieger hervor. Der neue Präsident Charl Davidel trat nun für die Ausarbeitung einer golischen Verfassung ein und stellte sich gegen Widerstände in der eigenen Partei hinter den Piel-Ferrer-Plan zur Föderalisierung des Landes.

Der von Filip Corpas vertretene Oppositionskurs wurde endgültig in Folge der Maikrise 1948 fallengelassen, die fast zu einem Wiederaufleben des Bürgerkriegs geführt hätte. Stattdessen beteiligte sich Puble Gools an der Ausarbeitung einer föderalen Verfassung für Mikolinien, die Dezember 1948 in Kraft trat. Aus der Golenwahl im Herbst 1948 ging Puble Gools gestärkt hervor, die 1949 in Kraft getretene Verfassung für Golen wurde von der PG wesentlich ausgearbeitet und umgesetzt. Golen wurde damit autonomer Gliedstaat innerhalb der gesamtmikolinischen Monarchie werden. Die Gegner, darunter auch Filip Cŏrpas, verließen die PG und gründeten die Republikanische Partei Golens (PRdG), die sich später mit anderen Gruppen wie der Rest-PRG und der 1953 abgespaltenen linken Solidaritait Gools zur Radikalen Allianz (ERG) vereinten. Auch die FLG lehnte den PG-Kurs ab und trennte sich damit von der Volkspartei.

Erfolge der ersten Jahre[bearbeiten]

Charl Davidel blieb Präsident Golens und bestimmte die Geschicke der Region mit Unterbechungen bis zu seinem Tod 1960, bis sein alter Mitstreiter David Letard ihm nachfolgte und bis ins hohe Alter von 80 Jahren als Regionalpräsident amtierte.

1952 erfolgte die Vereinigung der PG mit der ostgolisch geprägten Golischen Bauernunion. Seither ist PG die dominierende politische Kraft der Region und die stärkste Einzelpartei im golischen Regionalparlament. Bis in die Sechziger Jahre hinein war Pùble Gŏols die einzige einflussreiche Nationalpartei in Golen und stellte fast alle Regionalregierungen seit 1948, erst 1966 entstand mit der linksnationalistischen Gŏols Natiò (GN) eine ernst zu nehmende Konkurrenz im nationalen Lager.

Gegen den gemäßigten Kurs der PG kam es bereits 1953 zu einer linken Abspaltung, der Solidaritait Gŏols, die später in der GN aufging. Mit Filip Cŏrpas, der im Amt des Parteichefs 1950 von David Letard abgelöst worden war, verließ auch einer der Parteiikonen die PG in Richtung „Solidaritait“. Trotz des Sieges der PG bei den Golischen Regionalwahlen 1953 führte die Abspaltung des linken Parteiflügels zu einem Machtverlust. Der seit 1948 als Präsident Golens amtierende Charl Davidel verlor in einer Kampfabstimmung um das Präsidentenamt gegen den Sozialisten Bertrand Quelaq, der auch von der „Solidaritait“ unterstützt worden war.

Neuer Parteichef wurde nun Elexandre Cŏorès, der bereits 1955 von Charl Davidel abgelöst wurde. Davidel schaffte es, nach dem Bruch der Linkskoalition 1956 erneut zum Regionalpräsidenten gewählt zu werden. Bei den Regionalwahlen 1957 konnte die PG einen großen Sieg feiern und die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Die Partei regierte danach alleine, nach dem Tod Davidels 1960 unter der Führung David Letards, der auch wieder das höchste Parteiamt übernahm.

Ende der Ära Letard und Richtungskämpfe[bearbeiten]

Nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der Wahl 1962 führte Letard eine Koalitionsregierung mit den Liberalen an, die bei den Wahlen 1967 im Amt bestätigt wurde. Die Koalition zerbrach 1970. Aus vorgezogenen Neuwahlen ging Letard als deutlicher Sieger hervor. Fortan konnte die PG wieder alleine regieren. Nach dem neuerlichen Verlust der absoluten Mehrheit im Jahr 1975 trat Letard als Präsident der Region zurück und übergab an Osqar Meri Erranza, der eine Koalitionsregierung mit den Sozialisten bildete. Dies wurde als Linksruck in der Partei gewertet, die von Davidel und Letard auf einem konservativen christdemokratischen Kurs geführt worden war. Letard blieb zwar Parteipräsident, die eigentliche Parteiführung übte aber Erranza aus, der zugleich Generalsekretär der Partei wurde.

In der folgenden parteiinternen Auseinandersetzung setzte sich schließlich die Parteirechte durch, die 1978 auf eine Aufkündigung der Koalition mit den Sozialisten drängte und stattdessen eine Regierung mit den mikolinischen Christdemokraten bilden wollte. Erranza zog die Konsequenzen und übergab das Amt des Präsidenten der Region sowie das des Generalsekretärs der Partei an Noribert Crèsq, der eine Koalition mit dem CDM bildete und 1980 als Nachfolger des erkrankten Letards zum Parteipräsidenten gewählt wurde. Letard wurde zum Ehrenvorsitzenden der Partei gewählt und verstarb ein Jahr später.

Noribert Crèsq musste bei den Regionalwahlen 1980 leichte Verluste hinnehmen und erneuerte die Koalition mit dem CDM, die allerdings 1982 an den unterschiedlichen Autonomie-Vorstellungen zerbrach. Aus vorgezogenen Neuwahlen ging die PG gestärkt hervor. Crèsq bildet eine Minderheitsregierung, die sich im Parlament erstmals auf die Unterstützung der linksnationalistischen GN stützte. Die Zusammenarbeit wurde 1984 in eine formelle Koalition überführt, die jedoch 1986 wieder zerbrach. Noribert Crèsq bildete daraufhin eine vorübergehende Minderheitsregierung mit den Liberalen. Bei den Wahlen 1987 erlitt die PG Verluste und rutschte erstmals seit 1948 unter die 40-Prozent-Marke. In der folgenden parteiinternen Auseiandersetzung setzte sich Fernand Brês durch, der in einer Kampfabstimmung gegen Crèsq zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde und wenig später eine neue Drei-Parteien-Regierung mit CDM und PLG bildete.

Opposition und Ära Doreşal[bearbeiten]

Die Golische Regionalwahl 1992 endeten für die PG in einem Debakel. Die Partei erhielt nur 34 Prozent der Stimmen und konnte sich nicht gegen die neue Linkskoalition aus Sozialisten, Kommunisten, Grünen und Linksnationalisten durchsetzen, die schließlich GN-Chef Franç Elaq zum Präsidenten der Region wählte. Zum erstenmal seit 1956 war die PG nicht mehr an der Regierung beteiligt und musste sich in der Opposition einrichten. Nachfolger von Brês als Parteivorsitzender wurde Pètre Doreşal, der die Partei auf einem pragmatischen Kurs der Mitte steuerte und auch eine zukünftige Zusammenarbeit mit den Sozialisten nicht mehr ausschließen wollte.

Der Bruch der Linkskoalition im Jahr 1994 führte zu vorgezogenen Neuwahlen zur Regionalversammlung, aus denen die PG unter Doreşal als Sieger hervorging. Die PG verbesserte sich auf 38 Prozent der Stimmen, während die bisherigen Regierungsparteien von zusammen knapp 51 Prozent der Stimmen auf nicht einmal 33 Prozent einbrachen. Doreşal wurde zum neuen Präsidenten Golens gewählt und bildete eine Minderheitsregierung mit den Liberalen, die sich im Parlament auf wechselnde Mehrheiten stützte. Bei den Wahlen 1999 brach die PG auf 33 Prozent der Stimmen ein, konnte jedoch die Minderheitskoalition fortführen, ehe diese im Dezember 2000 ihre Unterstützung verlor. Die von Doreşal gestellte Vertrauensfrage endete in einer Niederlage und führte zu vorgezogenen Neuwahlen, in denen die PG abermals an Stimmen verlor und erstmals unter die 30-Prozent-Marke abrutschte, während die GN sich auf 23 Prozent verbessern konnte und die radikalseparatistische „Freiheit für Golen" einen großen Erfolg mit 12,6 Prozent feiern konnte. Die Verluste der Volkspartei konnten also durch die gestiegene Konkurrenz im nationalistischen Lager erklärt werden.

Trotz parteiinterner Diskussionen setzte sich Doreşal erneut durch und wurde als Regionalpräsident bestätigt. Er bildete nun eine neuartige Mehrparteienkoalition mit den Sozialisten, Christdemokraten und Liberalen, die als Gegengewicht zu den radikalen Nationalisten die moderaten Kräfte bündeln sollte. Die heterogene Koalition hielt überraschend bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei den Regionalwahlen 2006 lagen PG und GN mit leicht über bzw. unter 25 Prozent der Stimmen nahezu gleichauf, die mit populistischen anti-mikolinischen Parolen auftretenden Separatisten holten 16,6 Prozent der Stimmen und wurden drittstärkste Kraft. Nachdem die Koalition ihre Mehrheit verloren hatte, kam es zu schwierigen Verhandlungen zwischen PG und GN zur Bildung einer Großen Koalition, die rechnerisch aber im Parlament nur eine Stimme Mehrheit hatte. Die Wiederwahl Doreşals zum Präsidenten der Region scheiterte im ersten Anlauf, da nicht alle Abgeordneten der zu bildenden PG/GN-Koalition für den PG-Chef stimmten.

Aus der erneuten Opposition zurück in die Regierung[bearbeiten]

In Nachverhandlungen wurden die katholisch-konservativen Golischen Zentristen, eine regionale Abspaltung des CDM, mit ins Boot geholt. Schließlich glückte die Wiederwahl Doreşals im zweiten Anlauf. Ziel der neuen Koalition war die Verabschiedung eines neuen Regionalstatuts, das 2008 allerdings schließlich vom Micolinischen Parlament in Servette abgelehnt wurde. In der Folge zerbrach die Koalition. Aus Neuwahlen ging die PG zwar leicht gestärkt hervor, jedoch gelang es Doreşal nicht, eine neue parlamentarische Mehrheit zu generieren. Neuer golischer Präsident wurde GN-Chef Pâul Senterrsi, der eine Linksregierung mit Sozialisten, Kommunisten und Grünen bildete. Zum dritten Mal in der Nachkriegsgeschichte Golens stand die PG damit in der Opposition.

Im Jahr 2009 gab Pètre Doreşal nach 17-jähriger Amtszeit die Parteiführung ab und wurde zum Ehrenpräsidenten der PG gewählt. Neuer Parteichef wurde Xàin Borrard, der in der Opposition zur Linksregierung stärker das golisch-nationalistische Profil der Partei betonte und sich wie sein Kontrahent Pâul Senterrsi für eine stärkere Unabhängigkeit für die Region aussprach. Mit Borrard als Spitzenkandidat gelang es der Volkspartei, aus den Regionalwahlen 2013 deutlich gestärkt hervorzugehen und die Nationalpartei wieder aus der Regierung zu verdrängen. PG-Chef Xàin Borrard wurde schließlich durch eine gemeinsame Mehrheit von Volkspartei und Sozialisten zum neuen Regionalpräsidenten gewählt.

Internationale Verbindungen und Vorfeldorganisationen[bearbeiten]

Die Golische Volkspartei saß viele Jahre lang in der EVP-Gruppe im Europäischen Parlament, verließ diese aber im Jahr 1994, nachdem es zu zunehmenden Spannungen mit der CDM gekommen war. 2004 gehörte die Partei zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Demokratischen Partei, der auch die Baskische Nationalpartei in Spanien angehört. Seitdem sitzen die EU-Abgeordneten der Partei in der Fraktion der Liberalen und Demokraten (ALDE). Die Jugendorganisation von Pùble Gŏols trägt den Namen Jobentuit Publar.

Parteipersönlichkeiten[bearbeiten]

Parteivorsitzende der PPG[bearbeiten]

Parteivorsitzende der PG[bearbeiten]

Golische Präsidenten der PG[bearbeiten]