Karl V. von Mikolinien

Aus Sagradien
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Karl von Interea (von Mikolinien) (*1345, †1391) war ein mikolinischer Adliger, Graf von Interea, Herzog von Lonea und als Karl V. der erste König von Mikolinien (1386-1391) nach der Union von Alagua und der Mikolinischen Revolution. Er war der erste Herrscher aus dem Haus Interea.

Herkunft und Jugend[bearbeiten]

Karl von Interea war der Sohn von Heinrich von Interea und seiner Frau Anna von Kont. Er war ein Enkel Martins von Interea, der wiederum ein posthum geborener unehelicher Sohn des mikolinischen Königs Karl III. aus dem Haus Salua war. Das Haus Interea war damit eine illegitime Nebenlinie des Hauses Salua, das in seiner Hauptlinie mit dem Tod Philipps von Mikolinien 1310 in männlicher Linie ausgestorben war. Karl von Interea war ein Urenkel König Karls III. und darüber hinaus über seine Großmutter Anna von Gerón mit den Königen aus dem Haus Redanior verwandt. Als sich Martin der Gute aus dem Haus Redanior 1315 gegen Heinrich von Kont durchsetzen konnte, wurde er von Karls Großvater Martin von Interea unterstützt. Seither waren die Interea eng mit den aus Perucía stammenden Redanior-Königen verbündet. Martin der Gute war es auch, der Martin von Intereas Tochter Maria von Interea heiratete, der Familie Interea das Herzogtum Lonéa verlieh und sie damit de facto als führende Familie im mikolinischen Hochadel etablierte.

Karl stellte sich als junger Erwachsener in den Dienst König Martin VII./II., dessen enger Gefolgsmann er wurde. 1362/63 wurde Karls Vater Heinrich von Interea von König Martin VII./II. als Vikar im mikolinischen Reichsteil eingesetzt. Karl selbst heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau 1372 die Tochter König Martins, Juliana von Redanior und wurde damit zu einem der Prinzen des Königshauses.

Konvention von Marbore[bearbeiten]

1368 schwor Karl zusammen mit seinem Vater auf die Konvention von Marbore, die den Erbteilungsplan Martins VII. sanktionierte, der vorsah, die mikolinische und die sagradische Krone unter seinen Söhnen Philipp und Johann zu teilen. Dieser Plan wurde durch den Tod Johanns 1369 freilich niemals wirksam. Im Jahr 1370 setzte der erkrankte König in Mikolinien einen Regentschaftsrat ein, dem zunächst Karls Vater vorsaß. 1372 jedoch starb Heinrich von Interea und Karl folgte seinem Vater als Herzog von Lonéa, Graf von Interea und als Haupt des mikolinischen Regentschaftsrates nach. Dies entsprach seiner herausragenden Stellung innerhalb des mikolinischen Hochadels.

Als Mitglied des Regentschaftsrates kam es immer wieder zu Spannungen zwischen Karl von Interea und dem königlichen Statthalter Stefan von Noyar, die zu einem starken Abkühlen der Beziehungen zwischen dem mikolinischen Adel und dem Königshaus führte. Als Martin VII./II. 1378 starb, verweigerten die mikolinischen Stände dem neuen König Johann, genannt "dem Hochmütigen" zunächst die ihm zustehenden Huldigungen und forderten die Entlassung Stefans von Noyar, was Johann schließlich zusichern musste. Karl wurde nun wie einst sein Vater zum Vikar des Reichs benannt. Johann der Hochmütige misstraute Karl von Interea und dem gesamten mikolinischen Adel aber zutiefst und setzte 1381 seinen Vertrauten Johann von Tesqué als Statthalter in Mikolinien ein. Dessen rigider Konfrontationskurs führte zu starken Differenzen mit Karl, der sich nun immer stärker als Vertreter des mikolinischen Adels, statt als Vertreter des Königs fühlte.

Rebellion gegen Johann IV.[bearbeiten]

Johann von Tesqué übte - noch mehr als der bereits in Mikolinien ungeliebte Stefan von Noyar - eine strikte sagrophile Herrschaft aus und verlieh hohe Ämter ausschließlich an Sagradier. Entgegen der mikolinischen Tradition bestand er zudem darauf, verwaiste Lehen komplett für die Krone einzuziehen, anstatt sie unter den Adligen des Landes neu zu verteilen, und versuchte, die Finanzpolitik und die Administration des Reichs zu zentralisieren. Es kam daher seit 1383 zu schweren Unruhen, die sich gegen die Herrschaft Johanns und seines Statthalters Tesqué richteten.

Zunächst verhielt sich Karl von Interea aber noch abwartend und versicherte den König seiner Treue, versuchte aber vermittelnd tätig zu werden. Als der Graf von Tesqué im Jahr 1385 die Steuern anhob und sich danach weigerte, eine Beschwerde-Delegation der mikolinischen Stände unter Führung Karls von Interea zu empfangen, schloss sich schließlich auch Karl dem Aufstand gegen den Grafen von Tesqué an und stellte sich so unmittelbar gegen den Willen des Königs. In der Koalition von Macedi trat Karl nun als Führer des Aufstands gegen seinen Schwager Johann auf. Binnen kurzer Zeit wurde der Aufstand zum Unabhängigkeitskrieg gegen Johann den Hochmütigen und das Haus Redanior.

Erhebung zum König[bearbeiten]

Nachdem alle Verhandlungsversuche gescheitert waren, erklärten sich die Stände Mikoliniens schließlich in der Konvention von Nanthés 1386 unter Berufung auf den Erbteilungsplan Martins VII. und die Konvention von Marbore von 1368 die Herrschaft Johanns in Mikolinien für unrechtmäßig und setzten den König damit ab. Noch im selben Jahr erhob sich Karl von Interea schließlich selbst zum König. Er berief sich auf seine unmittelbare Abstammung von Karl III. von Mikolinien im Mannesstamm und auf die Erbrechte seiner Frau Juliana. Damit bezog er sich auf das Problem der Kinderlosigkeit Johanns des Hochmütigen, die Karl von Interea in der Tat als möglichen Erben der Krone erscheinen ließ. Die Stände bestätigten Karl schließlich als König und unterstützten ihn gegen Johann den Hochmütigen. Lediglich das Haus Salua, das selbst Thronansprüche anmeldete, verweigerte anfänglich seine Zustimmung, konnte seine Position jedoch aufgrund inner-dynastischer Schwierigkeiten nicht durchsetzen.

In mehreren entscheidenden Schlachten (u.a. bei Melladí und Salazia 1387) konnte sich Karl von Interea schließlich gegen Johann den Hochmütigen durchsetzen. Dieser musste im Vertrag von Álbero 1390 auf die Herrschaft in Mikolinien verzichten, behielt aber u.a. die peruzinische Krone. Karl wurde damit als König des unabhängigen mikolinischen Königreichs bestätigt. Auch das Haus Salua erkannte seine Herrschaft nun an, zeigte sich in der Folge aber nicht gewillt, sich Karl faktisch unterzuordnen.

Tod und Nachfolge[bearbeiten]

Karl V. starb schließlich ein Jahr nach dem Vertrag von Álbero im Alter von 46 Jahren. Nachfolger wurde sein gleichnamiger Sohn als Karl VI. von Mikolinien, der nach dem Aussterben des Hauses Redanior im Mannesstamm und nach einem mehrjährigen Interregnum schließlich auch von den peruzinischen Ständen als König von Peruzien anerkannt wurde und damit das Königreich Mikolinien in seiner heutigen Form begründete.