Rovuma
| Staat Rovuma Estàu de Rovuma (Sagradisch) Nchi wa Ruvuma (Swahili) Flagge Wappen | |||||||
| Amtssprache | Sagradisch, Swahili | ||||||
| Hauptstadt | Mtwara (Montevara) | ||||||
| Staatsform | Präsidentielle Republik | ||||||
| Staatsoberhaupt | Präsident | ||||||
| Regierungschef | Premierminister | ||||||
| Fläche | |||||||
| Einwohnerzahl | 12.604.780 (Stand: Dezember 2015) | ||||||
Bruttoinlandsprodukt
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2013 | ||||||
| Human Development Index | |||||||
| Währung | Kowima | ||||||
| Nationalhymne | |||||||
| Nationalfeiertag | |||||||
| Zeitzone | |||||||
| Kfz-Kennzeichen | RV | ||||||
| ISO 3166 | RV, ROV | ||||||
| Internet-TLD | .rv | ||||||
| Telefonvorwahl | |||||||
Der Staat Rovuma (Swahili Nchi wa Ruvuma, sagradisch Estàu de Rovuma) ist ein Staat in Ostafrika. Er liegt am Indischen Ozean und grenzt an Tansania im Norden, an Malawi im Westen und an Mosambik im Süden. Benannt ist der Staat nach dem Ruvuma-Fluss, der den Staat von Westen nach Osten durchfließt und südlich der Hauptstadt Mtwara (Montevara) in den Indischen Ozean mündet.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Die Küstenregion Ostafrikas war bereits seit Anfang unserer Zeitrechnung Teil eines Fernhandelssystems, in dem es durch Segelschiffe mit dem Roten Meer verbunden war. Etwa ab dem 8. bis 9. Jahrhundert breitete sich die Swahilikultur an der Küste aus, die aus Handelsstützpunkten eine Kette von islamisch geprägten Städten längs der Küste hervorbrachte. Diese Siedlungen erstreckten sich bis nach Mosambik. Das Eindringen der Portugiesen von Süden her, die in Ostafrika Zwischenstationen auf ihrem Verbindungsweg nach Indien errichteten, brachte eine erhebliche Störung dieses Handels mit sich. Nach Verdrängung der Portugiesen aus dem kenianisch-tansanischen Küstenraum wurde Oman zur vorherrschenden Küstenmacht.
Die Sagradier unterhielten in Porto Amélia, dem heutigen Pemba am Cap Delgàu, ab dem 17. Jahrhundert eine kleine Niederlassung. Seit dem 18. Jahrhundert übte die Küstenzivilisation durch Karawanenhandel und den damit einhergehenden Sklavenhandel erheblichen Einfluss auf das Binnenland aus. Im 19. Jahrhundert verlagerte der Sultan von Oman seine Hauptstadt nach Sansibar und intensivierte damit seinen Einfluss auf Küste und Hinterland. Zugleich ließen sich europäische Missionare nieder, unter dem Schutz des Sultans von Sansibar.
Erst in den 1870er Jahren begann der Versuch des sagradischen Staates, direkte koloniale Herrschaft über das Rovuma-Gebiet zu erlangen. Um den Einfluss Sagradiens zu sichern, erwarb die Njassagesellschaft 1887 Ansprüche auf Teile des Binnenlandes und gründete schließlich die Kolonie Sagradisch-Ostafrika (Africa Oriental Sagradês), in die auch mehrere bereits bestehende Handelsplätzen und Stützpunkte an der Küste inkorporiert wurden.
Die Region um Lindi war 1905–1907 Schauplatz des Maji-Maji-Aufstands gegen die sagradische Kolonialbesatzung.
Die Verwaltung der Kolonie wurde 1909 von Pemba nach Montevara (dem heutigen Mtwara) verlegt.
1946 erhielt die Kolonie die Selbstverwaltung und bildete fortan die Konföderation von Rovuma, Niassa und Cenâu. 1955 erklärte sich die Regierung von der Sagradischen Republik unabhängig und proklamierte den Staat Rovuma. Die Insel Cenâu verblieb jedoch auf eigenen Wunsch hin im sagradischen Staatsverband und erhielt den Status eines Überseegebiets.
Bevölkerung und Sprachgruppen
Die Bevölkerung Rovumas besteht zu 99 Prozent aus Schwarzafrikanern – darunter 95 % Bantu –, die über 130 verschiedenen Ethnien angehören. Zu den Volksgruppen Rovumas gehören Makonde, Makua, Swahili und Yao, daneben Matengo, Nguni, Wanyasa, Ndendeule, Poto, Manda, Nindi und Bena.
Insgesamt werden über 30 Sprachen im Land gesprochen. Die einheimischen Landessprachen zählen zur Sprachgruppe der Bantusprachen. Amtssprachen sind Sagradisch und Swahili. Zu den wichtigsten Sprachen gehören daneben Makhuwa (Makua) und ChiMakonde.
Gliederung
Der Staat Rovuma ist in fünf Provinzen gegliedert: Nord-Niassa (Hauptstadt Songea), Süd-Niassa (Hauptstadt Lichinga), die Mtwara-Provinz (Hauptstadt Mtwara), die Lindi-Provinz (Hauptstadt Lindi) sowie die Provinz Cap Delgàu (Hauptstadt Pemba)
Cap Delgado: Sie gehören mehrheitlich den Ethnien der Makua und Makonde an.
Wirtschaft
An der Küste von Lindi werden große Erdgasvorkommen vermutet. Auf der vorgelagerten Insel Songo Songo wird bereits mit der Ausbeutung begonnen.