Mário González Bahamonte
Mário González Bahamonte (*1930 in Liscez/Alconía) ist ein früherer sagradischer Politiker (UDS). Er war Fraktionssprecher (1982-1995) sowie Parteivorsitzender (1989-1995) der bürgerlich-liberalen UDS. Von 1995 bis 1999 amtierte er als EU-Wettbewerbskommissar in der Kommission Santer. Zuletzt war er bis Dezember 2004 Vorsitzender der liberalen Fundación Aliureto Fernandez (FAF).
Inhaltsverzeichnis
Karriere
Der Nationalökonom Mário Bahamonte begann seine politische Karriere als Ratsmitglied der UDS in Liscez in der Kommunalpolitik. Im Jahr 1962 bewarb er sich erstmals um ein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer, schaffte aber erst im Folgejahr 1963 den Sprung ins Parlament, wo er zu den jüngsten Abgeordneten gehörte. Danach gehörte er bis 1995 insgesamt 32 Jahre in Folge der sagradischen Abgeordnetenkammer an. Nachdem er sich zunächst einen Namen als Haushaltsexperte gemacht hatte, wurde der 40-Jährige 1970 zum Parlamentarischen Sekretär seiner Fraktion gewählt. Diese Funktion übte er insgesamt 12 Jahre lang aus und verdiente sich das Ansehen eines überaus loyalen Parteisoldaten und eines fähigen Funktionärs. Als solcher übernahm er nach dem Wahlerfolg der Parteien der rechten Mitte bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1982 als Sprecher die Führung der UDS-Fraktion in der Abgeordnetenkammer.
Nach dem Rücktritt des langjährigen UDS-Parteivorsitzenden Lorenzo Estrubal im Jahr 1989 wurde Bahamonte zu seinem Nachfolger gewählt. Er führte die Partei in die Parlamentswahl 1990, bei der die regierende Mitte-Rechts-Koalition aber ihre Mehrheit verlor. Nach dem neuerlichen Regierungswechsel 1992 verzichtete Bahamonte auf einen Posten im Kabinett Otero I und blieb stattdessen an der Spitze der Parlamentsfraktion. Für das Amt des Vizeministerpräsidenten und Wirtschaftsministers schlug er Luca Bremante vor, der als großes politisches Talent galt. Im Herbst 1993 erklärte Bahamonte schließlich auch seinen Verzicht auf eine neuerliche Spitzenkandidatur und übergab Bremante im Januar auch das Amt des Parteivorsitzenden.
Nachdem Bremante im Oktober 1994 aufgrund einer politischen Affäre von allen Ämtern zurücktreten musste, übernahm Bahamonte die Parteiführung noch einmal interimistisch, ehe er 1995 von Außenminister Victor António Anghés abgelöst wurde. Wenig später wurde Bahamonte von Premierminister Josep Carles Otero neben dem Sozialisten Simón Lorenzo Celano als sagradischer Vertreter in der neuen EU-Kommission des Luxemburgers Jacques Santer nominiert.
In der EU-Kommission übernahm Bahamonte das einflussreiche Amt eines Wettbewerbskommissars. Nach dem kollektiven Rücktritt der Kommission im März 1999 übte er sein Amt zunächst weiterhin in der Übergangskommission Marín aus und schied schließlich im September 1999 aus der europäischen Kommission aus. Nachfolger als Vertreter der bürgerlichen Rechten wurde der Konservative Pier Angel Corolà.
Im Januar 2000 wurde Mário Bahamonte als Präsident an die Spitze der liberalen Fundación Aliureto Fernandez gewählt. 2004 löste ihn in diesem Amt wiederum Victor António Anghés ab.
Öffentliche Ämter
- 1995-1999: EU-Wettbewerbskommissar in der Kommission Santer und der Übergangskommission Marín
Mandate
- 1963-1995: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Parteifunktionen
- 1970-1982: Parlamentarischer Sekretär der UDS-Gruppe in der Abgeordnetenkammer
- 1982-1995: Sprecher der UDS-Gruppe in der Abgeordnetenkammer
- 1989-1994: Parteivorsitzender der UDS
- 1994-1995: kommissarischer Parteivorsitzender der UDS
Gesellschaftliche Funktionen
- 2000-2004: Präsident der Fundación Aliureto Fernandez (FAF)