Gŏols Natiò

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Gŏols Natiò
GN-Logo.jpg
Parteivorsitzende Marijol Ereasti
Gründung 1966
Auflösung 2020 (Fusion zu Nou Goole)
Ausrichtung Golischer Nationalismus
Sozialdemokratie
Separatismus
Position Mitte-Links
Europapartei Europäische Freie Allianz (EFA)
EP-Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA)
Farbe rot-gelb

Gŏols Natiò („Golische Nation“, Golische Nationalpartei, kurz GN) war eine golische links-nationalistische Partei, die von 1966 bis 2020 bestand. Sie ist eine Vorläuferpartei der heutigen Partei Nòu Gŏole – Eljanç e Natiò.

Gŏols Natiò entstand 1966 aus mehreren linken und radikal-nationalistischen Abspaltungen der regierenden Pùble Gŏols, darunter der Partet National Gŏols (PNG) und die Eljanç Radical de Gŏole (ERG). Im Gegensatz zur PG lehnte die GN das 1948 erlassene Autonomiestatut für Golen ab und forderte eine weitergehende Unabhängigkeit vom mikolinischen Staat. Seither war die Partei als die radikalere der beiden führenden Nationalparteien in Golen anzusehen, erhielt seit Ende der Achtziger aber Konkurrenz durch die aufstrebende radikal-separatistische Libretàit, die als politischer Arm der Terrororganisation FLG galt und jede Zusammenarbeit mit mikolinischen Politikern oder Institutionen ablehnte. Wirtschafts- und sozialpolitisch galt die GN als weiter links stehend als die zentristische PG und bezeichnete sich selbst als sozialdemokratisch und progressiv. Sie führte zudem die Strömung der „Radikalen“ weiter, die sich 1919 erstmals gegen die Vormacht der Konservativen und „Gemäßigten“ in der nationalistischen Volkspartei formiert hatten.

Seit ihrer Gründung 1966 konnte die GN ständig ihre Sitze im mikolinischen Regionalparlament vermehren und hat mittlerweile die dominierende PG eingeholt. Bei den Regionalwahlen 1967 erreichte die GN unter der Führung ihres ersten Vorsitzenden Filip Nabarr 9,9 Prozent der Stimmen und schnitt damit stärker ab, als ihre Gründerparteien zusammen im Jahr 1962. Bei den Wahlen 1970 folgte ein erster Einbruch auf 7,9 Prozent. Gleichzeitig konnte die Volkspartei die absolute Stimmenmehrheit erreichen. Nach 14,2 Prozent der Stimmen im Jahr 1975 und 13,9 im Jahr 1980 folgte 1982 ein Sprung auf 17 Prozent der Stimmen. In der Zwischenzeit hatte mit Laurenç Senterrsi ein Vertreter des gemäßigten Flügels die Parteiführung von Nabarr übernommen.

Nach dem Erfolg von 1982 tolerierte die GN ein Minderheitskabinett der Volkspartei und trat 1984 in ein neues nationalistisches Koalitionskabinett mit der Volkspartei ein, in dem Parteichef Senterrsi ein Ministeramt übernahm. In der Zusammenarbeit mit der PG mäßigte sich die GN in ihren antimikolinischen Positionen, was u.a. zur Gründung der radikalseparatistischen LpG führte. Bereits 1983 distanzierte sich die GN offiziell von der separatistischen Terrorgruppe FLG, was als Vorleistung für den Eintritt in eine formelle Koalition angesehen wurde.

Nach dem Bruch der Koalition 1986 verbesserte die GN 1987 ihren Stimmenanteil auf 19,2 und im Jahr 1992 auf 23,6 Prozent der Stimmen. Dabei konnte sie vor allem von einem Stimmeneinbruch aufseiten der Kommunistischen Partei profitieren. Mit einem auf linke Reformen konzentrierten Programm bildete GN-Chef Franç Elaq 1992 eine Linkskoalition mit Sozialisten und Kommunisten und wurde schließlich zum ersten Präsidenten Golens aus dem Lager der GN gewählt. Die neue Koalition erreichte einige Sozialreformen, zerbrach aber im Jahr 1994. In vorgezogenen Neuwahlen erlitt die GN eine schwere Niederlage und fiel auf 15,2 Prozent der Stimmen zurück. In der Opposition folgte unter Parteichef Miquel Xabier Robles eine allmähliche Regeneration. Im Jahr 2001 war die GN wieder bei 23,2 Prozent der Stimmen angelangt und konnte 2006 mit 24,9 Prozent zur Volkspartei aufschließen.

Der Erfolg wurde als Ergebnis eines energischen Reformkurses des neuen Parteichefs Pâul Senterrsi angesehen, der auf die Verabschiedung eines neuen weitergehenden Autonomiestatuts drängte. Es kam zur Bildung einer Großen Koalition mit der PG, die mit ihrem Entwurf für ein neues Statut aber im mikolinischen Parlament scheiterte. Nach dem Zerfall der Koalition im Jahr 2008 kam es zu vorgezogenen Neuwahlen, in denen die GN leichte Verluste verschmerzen musste. Jedoch gelang es Senterrsi, eine Neuauflage der Linkskoalition mit Sozialisten und grün-kommunistischer Linke unter seiner Führung zu erreichen, die ihn schließlich zum neuen Präsidenten der Region wählte.

Bei der Regionalwahl 2013 verlor die regierende Linkskoalition unter Senterrsis Führung die Mehrheit im Parlament an die Opposition. Senterrsi trat daraufhin als Regionalpräsident zurück und gab das Amt des Parteiführers an Marijol Ereasti ab. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Nationalpartei.

Gŏols Natió war Mitglied der „Europäischen Freien Allianz“ (ALE), die im Europaparlament eine gemeinsame Fraktion mit den Grünen bildet. Die Jugendorganisation der GN trug den Namen Jobentuit National Gŏols.

Parteivorsitzende Gŏols Natiò: