Carles dels Vigues, Conte de Biniar

Aus Sagradien
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Carles Octávio dels Vigues i de Monferrat, Conte de Biniar (*1462, †1518) war ein sagradischer Adliger, Feldherr und Staatsmann. Er war Graf von Biniar (1478-1518), zweiter Ehemann von María de Sántori sowie führender Staatsmann in den ersten Jahren der Regentschaft von David I.. Nach der sogenannten Biniar-Affäre, einer angeblichen Verschwörung Biniars gegen den König, wurde er festgenommen, des Hochverrats angeklagt und schließlich hingerichtet. Er war der Vater von Joán de las Vegas, Conte de Biniar.

Herkunft

Carles Octávio dels Vigues wurde im Jahr 1458 als einziger Sohn von Luis dels Vigues und seiner Frau Orella de Monferrat geboren. Obwohl seine Eltern zum Zeitpunkt seiner Geburt nicht verheiratet waren, wurde Carles von seinem Vater als legitim anerkannt, da dieser über keine weiteren Erben verfügte. Die Legitimität Carles de Biniars wurde daraufhin auch durch ein königliches Edikt anerkannt, nachdem sein Vater Luis sich für das neue Sántori-Königtum eingesetzt hatte. Auf Vermittlung seines Onkels, des Bischof von Guillard hin, heiratete er 1485 Antónia de Monblanquet.

Aufstieg zum leitenden Minister

Während der Lilienkriege um die Nachfolge von Philipp VII. gehörte Biniar zunächst zum Lager von Katharina von Sagradien und ihrem Mann Philipp von den Marken. Womöglich unterhielt Carles von Biniar bereits zu dieser Zeit eine Affäre mit María de Sántori, der Schwägerin Katharinas und Schwester Philipps. Nach deren Niederlage trat er jedoch in den Dienst König Peters von Sagradien, der sich als neuer Herrscher durchsetzen konnte. Kurz vor dessen Tod 1509 machte er Biniar überraschend zum Leitenden Minister. Diese Funktion füllte er auch nach Peters Tod unter dessen Sohn und Nachfolger David I. aus.

In den ersten Regierungsjahren von David I. übte der Conte de Biniar großen Einfluss auf dessen Politik aus. Außenpolitisch setzte Biniar auf eine antifranzösische Politik und versuchte ein Bündnis mit England und Spanien gegen den östlichen Rivalen zu schließen. In diesem Zuge arrangierte Biniar 1510 die Hochzeit Davids I. mit der englischen Prinzessin Catherine Tudor und führte Sagradien im Folgejahr als Teil der Heiligen Liga Julius' II. in den Krieg gegen Ludwig XII. von Frankreich. Nach dem Tod Catherines setzte er sich 1514 für die Hochzeit des Königs mit der spanischen Prinzessin Eleonore von Aragon ein. Sein damit verbundenes Ziel, die französischen Ansprüche auf die Bretagne abzuwehren und das Herzogtum stattdessen für Sagradien zu erobern, waren jedoch von keinem Erfolg gekrönt.

Sturz

Das Verhältnis zwischen dem König und seinem wichtigsten Minister blieb nicht spannungsfrei und wurde vor allem durch Biniars Beziehung zu Davids Tante María de Sántori beeinflusst. Als Biniar Maria im Jahr 1513 heiratete, ohne sich zuvor die Erlaubnis des Königs einzuholen, beeinträchtigte dies das Verhältnis zwischen beiden nachhaltig.

Zwei Jahre später kam es zur sogenannten Biniar-Affäre, in der der Graf beschuldigt wurde, an einer Konspiration gegen den König mitgewirkt zu haben. König David nutzte die Gelegenheit, um sich von Biniar zu emanzipieren und ließ diesen fallen. Biniar wurde des Hochverrats angeklagt und schließlich für schuldig befunden.

Tod

Gegen den Protest seiner Tante Maria ließ David deren Mann 1518, drei Jahre nach seiner Festnahme, hinrichten. Biniars einziger Sohn Joán de Biniar wiederum, der ein enger Freund Davids war, blieb dem König treu und trat später in die Fußstapfen seines Vaters als wichtiger Staatsmann.