Philipp VII.
Philipp VII. Jakob (von Sagradien), genannt der Dichterkönig (*1545; †1591), war als Filipe VII König von Sagradien (1575-1591) und als Filip III Herzog von Servette (1574-1591). Bereits seit 1552 wurde er zudem als Nachfolger seines Vaters Miguel de Sántori als Conte von Tulis geführt. Der künstlerisch interessierte König galt als schwacher Herrscher und stand Zeit seiner Regierung unter dem politischen Einfluss widerstrebender Machtgruppen um seine protestantische Frau Luise von Bourbon und der katholischen Hofpartei, die in den letzten Jahren seiner Regierung schließlich durch den leitenden Minister Joán María de Belavís eine entscheidende Machtstellung am Hof erreichten.
Inhaltsverzeichnis
Jugend und Thronbesteigung
Philipp Jakob von Santori-Valier wurde 1545 in Servette als ältester Sohn von Königin Johanna I., der jüngsten Tochter König Davids von Sagradien, und ihrem Ehemann Michael III. geboren. Diese mussten ihr Königtum zunächst gegen Joseph den Schönen von Óstino verteidigen und wurden 1547 offiziell als König und Königin in Sagradien bestätigt. Als Kronprinz erhielt Philipp Jakob zunächst den Titel eines Grafen von Vierna, später den eines Prinzen von Sarmay, und wurde in Semess erzogen, wohin sein Vater und seine Mutter den Hof verlegten.
Nach dem Tod seines Vaters 1552 regierte seine Mutter Johanna alleine. Sie versuchte, die erstehende Ausbreitung der calvinistischen Religion in Sagradien zu unterbinden und eine sich anbahnende militärische Konfrontation zu verhindern, was aber scheiterte. Die Konversion von Enrico d'Esqués, dem Herzog von Viça, zum Calvinismus führte 1560 zum Ausbruch eines Krieges zwischen dem protestantischen Nordosten und den königlichen Truppen (Vizanischer Krieg). In der Folge versuchte Johanna ihren Sohn schrittweise zum kommenden Herrscher zu erziehen und ernannte ihn 1566 zum Mitregenten. 1567 heiratete er die 18-jährige Luise von Bourbon, Prinzessin von Navarra und älteste Schwester des späteren französischen Königs Heinrich IV., die ihm 1569 mit dem Prinzen Jakob einen Sohn gebar. Die Ehe war Teil der neuen versöhnlicheren Politik Johannas gegenüber den Protestanten, schließlich war die Bourbon-Prinzessin im protestantischen Glauben erzogen worden, vor der Hochzeit jedoch zum Katholizismus übergetreten.
Unter dem Einfluss Luises von Bourbon
Philipp geriet schnell und zusehends unter den völligen Einfluss seiner ehrgeizigen Gemahlin und ihrer französischen Entourage, die enge Kontakte zu Heinrich von Navarra unterhielten. Als Heinrich 1569 zum politischen Führer der französischen Hugenotten aufstieg, wurde Philipps Ehe mit Luise von der katholischen Hofpartei zunehmend kritisch gesehen. Auch das Verhältnis zwischen Philipp und seiner Mutter verschlechterte sich in der Folge stetig. Währnend Philipp seiner Mutter gegenüber auf eine stärkere Beteiligung an der Macht drängte, war es in Wahrheit seine Frau, die den eher trägen Prinzen zu dieser Haltung bewegte.
Johanna I. dankte schließlich 1574 zunächst in Servette und in der Folge auch in Sagradien zugunsten ihres Sohnes ab und zog sich aus der Regierung zurück. An ihrer Stelle übernahm nun die ehrgeizige Königin Luise die Rolle der starken Frau am Hof. Philipp agierte nun als nominell alleiniger Herrscher ganz im Sinne seiner Frau und ihrer protestantischen Berater. Er führte eine zunehmend tolerante Politik gegenüber den Calvinisten im eigenen Land. Bereits seine Mutter hatte 1566 mit seinem Onkel Enrico d'Esqués endgültig Frieden geschlossen und im Toleranzedikt von Viça Gewissensfreiheit gewährt. Im Edikt von Lesta 1578 gewährte Philipp zudem den Calvinisten weitere Rechte und lockte damit auch viele Flüchtlinge aus Frankreich ins Land, die der sagradischen Wirtschaft zugute kamen. Nach dem Edikt von Lesta kam es jedoch bald zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Frankreich unterstützt wurden. Immer wieder kam es daher zu Versuchen katholischer Kreise am Hof, die Königin und ihre französischen Berater zu entmachten.
Der Dauerstreit Luises von Bourbon mit Philipps Mutter Johanna, der im Jahr 1576 eskalierte, und der gescheiterte Versuch des Grafen von Nerval, den Einfluss der französischen Hofpartei zu brechen und Johanna wieder als Regentin einzusetzen, führten zum großen Bruch des Königs mit seiner Mutter, die dauerhaft vom Hof entfernt und im Klosterpalast in Sagrera eingesperrt wurde.
Philipp selbst galt als melancholisch und wenig interessiert am politischen Geschehen. Zunehmend widmete er sich seiner Leidenschaft, der Poesie. Er schrieb zahlreiche Gedichte, die an seinem Hof immer wieder ausländischen Gästen und Gesandten vorgetragen wurden. Er zog die Kultur klar der Politik vor und unter seiner Regierungszeit erlebte das Goldene Zeitalter in der sagradischen Literatur einen Höhepunkt.
Außenpolitik und Kriege
In der Außenpolitik kam es in der Regierungszeit Philipp Jakobs zu heftigen Auseinandersetzungen mit Spanien um das Erbe der portugiesischen Linie des Hauses Santori, die mit dem Tod Sebastians I. 1578 in eine dynastische Krise geraten war. Der Tod Heinrichs I. 1580 löste schließlich den bereits erwarteten Portugiesischen Erbfolgekrieg aus. Nachdem Philipp II. sich rasch des portugiesischen Throns bemächtigt hatte, gelang es Sagradien in mehreren wichtigen Schlachten nicht, den erhofften Sieg gegen die Spanier zu erreichen. Mit dem Friedensschluss von 1583 musste Sagradien endgültig auf die Krone Portugals verzichten, das nun bis 1640 von den spanischen Habsburgern regiert wurde.
Katholische Hofrevolte und Regierung Belavís
Nach dem Tod des Infanten Don Jâcque, Prinz von Sarmay, im Jahr 1580 wurde die Stellung Luises von Bourbon deutlich geschwächt, da es keinen Thronerben gab. Präsumptiverbe wurde nun der Neffe Philipp Jakobs, Ludwig Philipp I. von Sesin, der der antiprotestantischen Partei zugerechnet wurde. Daraufhin kam es 1582 zu einer Revolte der katholischen Hofpartei gegen die französische Königin und ihre Berater. Aufgrund einer angeblichen Affäre Luises mit einem ihrer französischen Günstlinge namens Charles de Maurois wurde die Königin vom Hof verbannt. Neuer leitender Minister und starker Mann am Hof wurde Joán María de Belavís, der in den Folgejahren maßgeblich die sagradische Politik bestimmte. Auf Bemühen Belavís' hin wurde die Ehe mit der Protestatin Luise durch den Papst annulliert und die Hochzeit Philipp Jakobs mit der Habsburgerprinzessin Anna von Österreich arrangiert. Philipp Jakob und Anna von Österreich heirateten im Jahr 1584. Bereits zwei Jahre später gebar diese ihm den Thronfolger Prinz Gabriel, der den Titel eines Prinzen von Sarmay erhielt.
Die Hochzeit mit Anna von Österreich 1584 stand in engem Zusammenhang mit dem Frieden von Malesc mit Philipp II. von Spanien und leitete auch eine Phase der Entspannung in der Auseinandersetzung Sagradiens mit Spanien ein. Während das Verhältnis Sagradiens zu den Habsburgern, besonders zu Philipp II., in der Tradition Davids I. zuvor gespannt war und dessen Nachfolge der Santori im Königreich Portugal zunächst nicht anerkannte, kam es nun zum Versuch einer Aussöhnung mit Spanien. Ziel war es, Sagradien aus den europäischen Kriegen der Habsburger gegen die Protestanten in England und Frankreich weitestgehend herauszuhalten, was schließlich auch gelang.
Dem distanziert-spanienfreundlichen Kurs im Äußeren folgte im Inneren eine Distanzierung vom bisher praktizierten protestantenfreundlichen Kurs, eine stärkere Unterstützung der gegenreformatorischen Bewegung und eine Betonung der Stellung des Katholizismus als Staatsreligion. Daneben legte Belavís den Grundstein für den sagradischen Absolutismus, indem er die Einflussmöglichkeiten des Adels einschränkte. Außerdem bemühte er sich um einen Ausbau des sagradischen Kolonialreiches.
Tod und Erbe
Philipp VII. Jakob starb im Jahr 1591 im Alter von 46 Jahren in Semess. Auf dem Thron folgte ihm sein erst sechsjähriger Sohn Gabriel V. nach, der fortan unter Regentschaft Anna von Österreichs stand.