Johann von Tesqué (Regent)
Johann von Tesqué (*1007, †1072) war ein bedeutender Angehöriger des sagradischen Könighauses der Helgariden und 1042-1052 Regent von Sagradien. Er war der jüngere, illegitime Sohn König Philipps II., Bruder König Philipps III., Onkel Roduichs III. und Vater Martins des Frommen.
Joán de Tesqué wurde im Jahr 1007 als jüngerer Sohn des sagradischen Königs Philipp II. der Katholische geboren. Er ging aus einer unehelichen Verbindung seines Vaters hervor, wurde von diesem aber als Sohn anerkannt. Als sein älterer Halbbruder Philipp III. 1019 den Thron bestieg, war Joán 12 Jahre alt. Joán heiratete in erster Ehe Arriga von Lemez, die Ehe blieb jedoch kinderlos. Nach ihrem Tod war Joán in zweiter Ehe mit Ana von Tesqué verheirat, der Tochter des Grafen von Tesqué. Nach dem Tod seines Schwiegervaters wurde Joán selbst mit der Grafschaft Tesqué belehnt und stieg damit zu einem der mächtigsten Vasallen seines Bruders auf.
Im Jahr 1042 verstarb Joáns Bruder der König und dessen neunjähriger Sohn Roduich folgte auf den Thron seines Vaters. Für den Knaben übernahm nun sein Onkel Joán de Tesqué als nächster männlicher Verwandter die Regentschaft. Joán betrieb vor allem eine Politik, die auf die Machtsicherung seiner eigenen Nachkommenschaft gerichtet war. So arrangierte er 1052 eine Ehe zwischen dem jungen König und seiner eigenen Tochter Eleonore von Tesqué, aus der jedoch nicht wie erhofft ein männlicher Thronfolger hervorging. Da König Roduich jedoch von Krankheiten geplagt war, erhoffte sich Joán nun die Nachfolge seines eigenen Sohnes Martín (*1038) auf dem sagradischen Thron durchsetzen zu können. Es kam in der Folge zu ständigen Konflikten zwischen dem König und seinem machtstrebenden Onkel und Schwiegervater. Joán de Tesqué verbündete sich bald mit dem jungen Herzog Roduich von Skanten gegen den schwachen König. 1065 gelang es Joán, den schwachen König Roduich im skantischen Castel Montero festzusetzen, woraufhin Roduich von Skanten jedoch die Seiten wechselte und den König befreite.
In der Folge kam es zur Acht gegen Joán de Tesqué, der seiner Lehen beraubt und für vogelfrei erklärt wurde. Joán musste nach Mikolinien fliehen, ehe Roduich der Lange eine Versöhnung Joáns mit dem König organisieren konnte. Die Acht gegen Joán wurde aufgehoben und er wieder als Graf von Tesqué eingesetzt. Der Friede zwischen Joán und König Roduich hielt jedoch nicht lange. Bereits im Folgejahr 1069 kam es zum erneuten Streit Roduichs mit Tesqué, der seinen erbenlos gebliebenen Neffen schließlich in einer neuerlichen Verschwörung gefangen nahm und erschlug. Unmittelbar darauf rief er seinen Sohn Martin von Tesqué zum neuen König aus. Dagegen erhoben rivalisierende Adelskreise den Diannidenherzog Dián Berel von Alconía zum Gegenkönig.
In der folgenden Auseinandersetzung Martins von Tesqué und Dián Berels konnte sich König Martin, genannt "der Fromme", schließlich durchsetzen. Nachdem Dián Berel schwer erkrankt war, kam es zum Friedensschluss Martins des Frommen mit der Diannidenpartei. Es gelang Joán in der Folge, erheblichen Einfluss auf den König zu gewinnen, der sich sehr viel mehr für das geistliche Leben interessierte. Während sich der König weitgehend in Klöster zurückzog und das Leben eines Geistlichen führte, bestimmte Joán erneut die Politik des Reiches. Dies änderte sich jedoch mit dem wachsenden Einfluss des Erzbischofs von Martinez António de Nera, der sich zum Erzfeind Joáns entwickelte, als enger Vertrauter des Königs diesen 1071 zur Ehe mit Katharina von Frankreich drängte und dazu brachte, seinen Vater endgültig zu entmachten. Ein Versuch Joáns, die Macht des Erzbischofs zu brechen, führte schließlich zu seiner eigenen Verhaftung. Nera setzte durch, dass Joán als Königsmörder angeklagt und schließlich im Jahr 1072 hingerichtet wurde.
Joán de Tesqué gilt als einer der mächtigsten Männer des 11. Jahrhunderts, der aber wesentlich dazu beitrug, die Macht und Autorität der sagradischen Könige aus der Dynastie der Helgariden nachhaltig zu beschädigen. Lange Zeit wurde er von sagradischen Historikern als Inbegriff des kühlen und machthungrigen Intriganten gesehen. Erst die neuere Forschung machte auch positiv auf die Versuche Joáns aufmerksam, dem schwindenden Einfluss der als schwach emfpundenen späten Helgariden auf dem Thron entgegenzuwirken und die Zentralmacht zu stärken.