Jâcque de Godolfín, Herzog von Armôria
Jâcque Danadier de Godolfín (*1700; †1756) war ein sagradischer Adliger, Feldherr und Staatsmann. Er war Graf von Godolfín und als Ehemann von Cristina de Sántori Herzog von Armorien sowie unter dem minderjährigen König David II. von 1748 bis 1753 führendes Mitglied des sagradischen Regentschaftsrats, den er de facto dominierte.
Godolfín war der Sohn von Julen María de Godolfín, der eine wichtige Rolle als Heerführer im Sagradischen Bürgerkrieg spielte. Sein Sohn Jâcque hielt sich in der Zeit der Republik am Hof des Prinzregenten Johann Franz und dessen Frau Maria Luise auf. 1729 heiratete er die Schwester des Prinzregenten Cristina de Sántori und erhielt kurz darauf den Titel eines Herzogs von Armorien. In der Folge fungierte Godolfín als Berater des Königspaars und als Heerführer im Österreichischen Erbfolgekrieg.
Nach dem Tod ihrer Schwägerin Maria I. wurde Godolfíns Frau Cristina zur Regentin für den minderjährigen König David II. bestimmt. Ihr wurde ein fünfköpfiger Regentschaftsrat an die Seite gestellt, der von Beginn an durch Godolfín dominiert wurde. Die Regentschaft von Cristina de Sántori war von zahlreichen Machtkämpfen innerhalb des regierenden Gremiums geprägt, in dem Godolfín seine Vorherrschaft gegen mehrere Konkurrenten verteidigen musste. Wichtigster Widersacher war Joaquín de Montxerent, der Erzbischof von Viça. Zudem versuchte der Herzog von Sessin David Alexander aus der wichtigsten existenten Nebenlinie der Sántori vergeblich, seine Stellung als Präsumptiverbe der Sántori-Dynastie durchzusetzen.
Nach dem Tod Davids II. 1753 wurde Godolfín unter Königin Maria Franziska an den Rand gedrängt. Stattdessen übernahm der Bruder seines langjährigen Widersachers Francisco de Montxerent eine Schlüsselstellung. Godolfín starb 1756.