Lilienkriege
Als Lilienkriege wird eine Serie von Bürgerkriegen und Thronfolgekämpfe im Comitat Tulis und im Königreich Sagradien bezeichnet, die sich zwischen 1468 und 1505 ereigneten. Die Kriege gründeten in der Ehe David de Sántoris mit der sagradischen Prinzessin Isabel de Vesaey, die zum Aufstieg der Sántori zum sagradischen Königshaus und zur Spaltung des Hauses in zwei Linien führte.
Nach dem Tod David de Sántoris im Jahr 1468 erhob der tulinesische Senat, wie von David vorgesehen, dessen ältesten Sohn Joán Prudente zum neuen Conte. Joáns jüngerer Halbbruder war der sagradische König Philipp VI., der sich ebenfalls Hoffnungen auf die Audakenwürde machte. Es kam innerhalb der Stadt zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Königs (Reales) und des neuen Conte (Contistas), die über Wochen anhielten, ehe Joán Prudente die Lage unter Kontrolle bekommen konnte.
Nach Joáns Tod 1475 versuchten die Contistas zunächst, dessen minderjährigen illegitimen Kinder María und Filipe als Nachfolger zu etablieren, was aber scheiterte. Um die Nachfolge des sagradischen Königs zu verhindern, übernahm schließlich eine Adelspartei unter der Führung von Carles Zavarri die Initiative und wählte Zavarri zum neuen Conte. Es war der letzte Versuch in der Geschichte der Stadt, das republikanische Regiment des Stadtadels wiederherzustellen und die Sántori-Herrschaft zu beenden. Die Königlichen wurden aus der Stadt gedränt. Um seinen Anspruch zu untermauern, nahm Zavarri die dreizehnjährige María de Sántori gefangen und heiratete sie. Die Herrschaft der Zavarri hielt aber nur wenige Tage an. Philipp VI. von Sagradien gelang es, die Stadt nach längerer Belagerung einzunehmen. Die Verschwörer um Zavarri wurden hingerichtet und die Institutionen der Adelsrepublik weitgehend aufgelöst. Nach dem Tod Philipps 1491 ging die Audakenwürde ohne große Probleme an seinen Sohn Philipp VII. über.
Ein dritter "Lilienkrieg" ereignete sich nach dem Tod Philipps VII. im Jahr 1502. Da Philipp kinderlos geblieben war, kam es zur Erbauseinandersetzung innerhalb des Hauses Sántori. Die nächste in der Erbfolge war Philipps Schwester Katharina von Sagradien, die mit Filipe de las Marcas, dem Sohn Joán Prudentes, verheiratet war. Hiergegen beanspruchte aber auch Philipps Onkel Peter von Salua, ein Bruder Joán Prudentes und Philipps VI., den Thron. Es folgte ein Bürgerkrieg zwischen den Catarinenses und den Saloanœs. In der Schlacht bei Munir 1503 konnte sich Peter durchsetzen, Filipe hielt aber Tulis, ehe er 1505 bei einem Angriff Peters auf die Stadt getötet wurde. Katharina und die gemeinsame Tochter Renata Maria gerieten in Gefangenschaft. Katharina musste daraufhin die Herrschaft Peters anerkennen.
Mit dem Sieg Peter von Sagradiens im Jahr 1505 endeten die Lilienkriege in Tulis. Nach Peters Tod 1509 übernahm David I. die Herrschaft als König und als Conte und führte die beiden Kronen dauerhaft zusammen.