Enrico d'Esqués
Heinrich, Graf von Esqués (sagr. Enrico Conte d'Esqués, *1516, †1576) war ein einflussreicher sagradischer Adliger im 16. Jahrhundert. Als Nachfolger seines Vaters war er Graf von Esqués (1540-1576) und Herzog von Viça (1550-1576) sowie einer der Führer des sagradischen Protestantismus.
Leben
Enrico d'Esqués wurde 1516 als Sohn des Grafen Gaspar d'Esqués geboren. Wie bereits sein Vater stellte sich auch Heinrich in den Dienst König Davids I. und durchlief unter diesem eine militärische Karriere. Nach dem Tod König Davids I. im Jahr 1543 stand er im Dienst von Königin Johanna I. und ihrem Ehemann Philipp von Valier, mit dem ihn seit Jugendtagen eine Freundschaft verband. Für seine Dienste wurde er 1548 als erster Vertreter seines Hauses in den Rang eines Herzogs erhoben und mit dem Herzogtum Viça belehnt. Im gleichen Jahr heiratete er Philipps Schwester Madalena de Sántori und stieg damit selbst in die königliche Familie auf.
Nach dem Tod von König Philipp von Valier im Jahr 1552 versuchte Heinrich, Einfluss auf die Politik seiner Schwägerin der Königin zu nehmen, scheiterte aber mit seinem Plan, seinen ältesten Sohn Luis Filipe mit der verwitweten Königin zu verheiraten. Großer Gegenspieler Heinrichs war Jacquel Conte de Nerval, der als Berater Johannas auf eine harte antiprotestantische Politik setzte. Enrico dagegen konvertierte 1560 zum protestantischen Glauben und erklärte sich selbst zum Schutzherrn der Protestanten im Land. Damit begann eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der pro-protestantischen Partei um Esqués und der katholischen Partei um Nerval und Roberto de Monteblanxard, die erst 1583 beigelegt werden konnte.
Im Frieden von Fidelfe 1563 verpflichtete sich Enrico zur Loyalität gegenüber der Königin. Diese erließ 1567 das Toleranzedikt von Viça, das von Enrico wesentlich beeinflusst worden war.
Heinrich von Esqués erkrankte bald schwer und starb im Jahr 1576. Sein Sohn Luis Filipe d'Esqués folgte ihm als Graf von Esqués und Herzog von Viça nach.