Heinrich von Viça
Heinrich von Viça (sagr. Enrico de Viça, arm. Herri Vizaen; *1292, †1321) war ein nordsagradischer Adliger, Graf von Viça und Herzog von Armorien aus dem Geschlecht der Viçaner. Nach dem Tod seines Stiefvaters König Julen von Sagradien im Jahr 1320 riss er mithilfe oppositioneller Adliger und im Namen seiner Frau Margaid von Bretagne den sagradischen Thron an sich und konnte sich bis 1321 auf diesem halten, ehe er von Martin dem Guten, König von Peruzien und Mikolinien geschlagen und getötet wurde.
Heinrich von Viça wurde 1292 als Sohn des Grafen Americ von Viça und dessen Frau Isabella von Avon geboren. Als Heinrich zehn Jahre alt war, starb sein Vater und der Junge erbte umfangreiche Ländereien im Norden Sagradiens. Kurze Zeit später heiratete seine verwitwete Mutter den sagradischen König Julen I. und wurde damit sagradische Königin. Heinrich wuchs danach als Stiefsohn des Königs auf, zu dem er ein kompliziertes Verhältnis hatte. Nach der Geburt seines Halbbruders Philipp, dem Thronfolger, im Jahr 1309 wurde Heinrich die Obhut der 16-jährigen Prinzessin Margaid von Bretagne übertragen. Diese war als Enkelin König Robert von Skantens 1301 von König Julen gefangen genommen und eingekerkert worden. Gegen den Willen König Julens nahm Heinrich die junge Prinzessin zur Frau, wohl aus taktischen Gründen, um seine eigene Stellung im Reich zu verbessern.
Nach dem Tod König Julens im Jahr 1320 ergriff Heinrich die Gelegenheit, erhob im Namen seiner Frau Margaid Anspruch auf den sagradischen Thron und erklärte sich selbst zum König. Er bezog sich dabei auf die angeblichen Rechte seiner Frau als einzig verbliebener Nachfahrin König Roberts und Nichte der Könige Johann III. und Martin V.. Damit konkurrierte er mit Martin dem Guten von Peruzien und Mikolinien, des ältesten lebenden Neffen Julens I., Sohn Johanns von Gerón und nächster männlicher Verwandter des verstorbenen Königs. Martin war jedoch seit 1313 König von Peruzien und seit 1315 König von Mikolinien und mit seinem Herrschaftsantritt in Sagradien wäre es zur Union zwischen den drei Kronen gekommen. Heinrich und seine Mutter Königin Isabella schürten in der Folge Ängste im sagradischen Adel vor einem Machtverlust der Sagradier in einem Doppelkönigreich Mikolinien-Sagradien.
Heinrich zog in Rekordzeit ein Heer im Nordosten des Landes zusammen und zog nach Sagrera, wo er eine improvisierte Ständeversammlung einberief. Mit Druck, Überzeugungskunst und Versprechungen erreichte er die Anerkennung seines Königtums durch die Cortes von Sagrera, die ihn und Margaid als Könige anerkannten und ihnen huldigten. Allerdings war nur ein kleiner Teil der Stände zusammengetreten, während der Großteil die Entwicklungen abwartete oder loyal auf Seiten Martins des Guten stand. In der Folge zog Heinrich nach Noyar, wo er sich in Tradition der sagradischen Könige krönen lassen wollte, jedoch verweigerte ihm die Stadt den Einlass, da diese sich im Konflikt zwischen Heinrich und Martin für neutral erklärte. Der Viçaner schaffte es jedoch, den für die Krönung traditionell zuständigen Erzbischof von Noyar, Carles von Trulla, auf seine Seite zu ziehen. Im nahe gelegenen Videça ließen sich Heinrich und Margaid von Carles von Trulla zu König und Königin krönen. Den Winter 1320/1321 verbrachten sie daher als Könige, jedoch wurden sie bei weitem nicht von allen Ständen des Landes anerkannt.
Als sich im Frühjahr 1321 zeigte, dass Heinrich zu schwach war, um sich durchzusetzen und die versprochenen Privilegien zu gewähren, bröckelte die Zustimmung unter seinen Getreuen und es kam zum Abfall einiger bisheriger Parteigänger des Viçaners. Martin der Gute landete schließlich im Frühjahr 1321 mit einem Heer auf sagradischem Boden. Bei Alágua in Golen kam es zur Schlacht zwischen den Heeren Martins und denen Heinrichs, in der der Viçaner verlor und den Tod fand.
Martin verhandelte nun mit den sagradischen Ständen und ließ sich in Noyar zum König krönen. Dieses Mal verweigerte die Stadt dem Anwärter nicht den Zutritt und mit der Krönung Martins VI. begann die Zeit der Mikolinisch-Sagradischen Union. Margaid von Bretagne erklärte ihre Ehe mit Heinrich für erzwungen und wurde erneut bis zu ihrem Lebensende als Gefangene festgehalten.