León Sánchez

Aus Sagradien
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León Sánchez (*1837, +1910) war ein sagradischer Schriftsteller, Arbeiterführer und sozialistischer Politiker. Er war 1887 Mitbegründer und danach bis zu seinem Tod im Jahr 1910 erster Parteisekretär der Sozialistischen Partei Sagradiens. Sánchez engagierte sich zunächst in mehreren radikaldemokratischen und sozialrevolutionären Vereinen und schrieb Gedichte, Dramen und Prosastücke sowie politische Schriften. In jungen Jahren kam er in Kontakt mit dem Werk Carles Iudetas und machte Bekanntschaft mit Karl Marx und Lorenzo Estodi, die ihn der jungen sozialistischen Bewegung gegenüber öffneten. In den 1880er Jahren gehörte Sánchez zum Kreis um Piero Columes, versuchte diesen aber dem reformsozialistischen Kreis um Eduardo Lemante und dessen Partido Socialista Lavorista näherzubringen. Seit 1885 war er Herausgeber und zugleich bis 1894 Chefredakteur des Jornal Socialista, das dem Columes-Kreis und dessen Partido Socialista Revolucionário nahestand.

1887 gehörtige Sánchez zu den Gründern des Partido Socialista, in dem sowohl Lemantes PSL als auch Columes' PSR aufgingen, und wurde zum ersten Sekretär der neuen Partei gewählt. Gegenüber den konkurrierenden Flügeln, den reformorientieren Lemantistas und den Revolucionárioes nahm Sánchez eine integrierende Mittelposition ein. Er förderte als Parteichef den jungen Julen Estodi, Sohn Lorenzo Estodis, der bald zum Cheftheoretiker der jungen Linkspartei wurde. 1891 beteiligte sich Sánchez mit anderen Sozialisten an der sagradischen Januarrevolution gegen die autokratische Herrschaft König Philipps VIII.. Zuvor hatte die Partei mehrere Generalstreiks mitorganisiert. Im Januar und Februar 1891 gehörte er zum Revolutionsrat der Stadt Semess und stand diesem im Februar wenige Tage lang vor. Die von den Sozialisten angestrebte soziale Revolution und die sozialistische Republik konnten aber gegen die bürgerliche Mehrheit nicht durchgesetzt werden. Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der jungen bürgerlichen Republik und den sozialistischen Revolutionären beendeten die Sozialisten ihre Erhebung.

Als einer der wenigen sozialistischen Abgeordneten wurde Sánchez 1891 in die Nationalversammlung gewählt. Er blieb bis zu seinem Tod Abgeordneter im Parlament und stand stets in der Opposition, unterstützte aber 1899 ff. die Laizismusgesetze und Sozialreformen der radikal-liberalen Regierung Salgado. Nach seinem Tod im Jahr 1910 wurde Bernardo Véllez sein Nachfolger als Parteisekretär des PS.