Partit Democrat Libral
| Partit Democrat Libral | ||
| Gründung | 1948 | |
| Auflösung | 1985 | |
| Vorgänger | Partit d'Estat Libral Partit Radical-Democrat | |
| Nachfolge | Democratia Libral | |
| Ausrichtung | Liberalismus Föderalismus | |
| Position | Mitte-Rechts | |
| International | Liberale Internationale | |
| EP-Fraktion | ELDR | |
| Farbe | blau | |
Der Partit Democrat Libral (kurz PDL, deutsch Demokatisch-Liberale Partei) war eine liberale Partei in Mikolinien. Die PDL wurde 1948 als Versuch gegründet, die Liberalen aller Couleur in einer gemeinsamen politischen Partei zu sammeln. Vorläufer der PDL waren die eher konservative Liberale Staatspartei (PdEL) sowie die eher linksliberale Radikal-Demokratische Partei (PRD).
Lange Zeit eine klassisch-liberal geprägt Mitte-Rechts-Partei, bewegte sich die PDL seit den 1970er Jahren stärker in die politische Mitte und entwickelte sich in eine stärker sozialliberale Richtung. Nach der Abspaltung des rechten Parteiflügels 1979 zur UPD fusionierte die Rest-PDL schließlich 1985 mit der Liga Democrat zur linksliberal-zentristischen Democratia Libral.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Ära Altares
Die PDL, deren erster Vorsitzender Francis Altares war, wurde bei den Parlamentswahlen 1948 mit ca. 11 Prozent der Stimmen zur viertstärksten Kraft hinter Christdemokraten, Sozialisten und Kommunisten gewählt und nahm daraufhin an der großen Koalitionsregierung unter dem parteilosen Francis Ernest Crêst teil, die aber nur kurze Zeit hielt. Unter Altares schlug die Partei in der Folge einen streng antisozialistischen Kurs ein und führte von 1949 bis 1956 die Opposition gegen die christlich-sozialistische Regierung von Armand Mikael Carpol an, ehe sie eine bürgerliche Koalition mit den Zentrumsdemokraten bildete.
Ära Valdés
Nach dem Bruch der Koalition und den vorgezogenen Neuwahlen 1959 standen PDL und CDM in der Opposition zur Regierung Blum-Sael und kehrte 1965 gemeinsam in die Regierung zurück. Um die Wirtschaftskrise Mitte der Sechziger zu überwinden, bildeten Christdemokraten, Sozialisten und Liberale 1966-1968 eine Große Koalition, der mit Staatsminister Charl Henrique Valdés erstmals in der mikolinischen Nachkriegsgeschichte ein Liberaler vorstand. Trotz Stimmenverlusten für die PDL war die Partei 1968 wieder an einer christlich-liberalen Koalitionsregierung unter Joánn Christén (CDM) beteiligt, die bei den Wahlen 1972 und 1976 bestätigt wurde.
In dieser Zeit agierte Charl Henrique Valdés als Außenminister. Als solcher war Valdés eine treibende Kraft in der Entscheidung des Landes, 1973 der Europäischen Gemeinschaft beizutreten. Daneben kam es seit den späten 1960er Jahren und vor allem in den 1970er Jahren zu einem sukzessiven Erstarken des linken Parteiflügels, der nun Themen wie Demokratisierung, Bürgerrechte und Umweltschutz auf die Agenda setzte. Die PDL wurde so zur treibenden Kraft in der Koalition und setzte maßgebliche Sozialreformen wie die Abschaffung der Todesstrafe, die Reform des Ehescheidungsrechts und die Legalisierung der Abtreibung durch.
Wandel und Spaltung
Die Verlagerung der innerparteilichen Gewichte äußerte sich 1977 mit der Wahl von Mari Joël Gaspard zur Nachfolgerin von Charl Henrique Valdés. Mit Gaspard übernahm nun erstmals in einer mikolinischen Partei eine Frau die Parteiführung. Zwar musste sie schon nach wenigen Monaten die Führung an Marc Ouarel abgeben, kehrte aber 1979 wieder an die Parteispitze zurück.
Nachdem Valdés die Partei lange Zeit durch einen stark liberalen Kurs hatte zusammenhalten können, gelang dies seinen Nachfolgern nicht mehr. Stattdessen polarisierte sich die Partei zwischen einer Gruppe sozialliberaler Zentristen und einer zunehmend radikal auftretenden Minderheit, die einen ökonomisch "progressiven" Kurs durchzusetzen versuchte. Der Versuch einer Gruppe um Wirtschaftsminister Francis Boavil, die Partei auf ein radikal-wirtschaftsliberales Programm festzulegen, ließ den Streit schließlich auf dem Parteitag der PDL in Nanthés im Mai 1979 eskalieren. Unter Boavils Führung spaltete sich in der Folge eine größerer Teil der "Progressiven" ab und gründete als neue rechtsliberale Partei die Unió Progresiste-Democrat (UPD). Die Bildung der neuen Partei aus den Reihen der PDL-Rechten führte zu einem Verlust der Regierungsmehrheit und zu Neuwahlen, bei denen die PDL schmerzhafte Verluste an die neue UPD hinnehmen musste.
Unter ihrer zurückgekehrten Vorsitzenden Mari Joël Gaspard gab sich die Partei in den frühen 1980er Jahren ein sozialliberales Programm und konnte sich in der Opposition zu mehreren CDM/PSL-Regierungen profilieren. Der neue Kurs kuliminierte schließlich 1985 in der Vereinigung mit der Liga Democrat, einer kleinen libertären Partei, die sich aus den neuen sozialen Bewegungen heraus entwickelt hatte. Die vereinigte Partei gab sich schließlich den Namen Democratia Libral (DL).
Parteivorsitzende der PDL:
- 1948-1954: Francis Altares
- 1954-1956: Lucas Mari Sand
- 1956-1977: Charl Henrique Valdés
- 1977-1978: Mari Joel Gaspard
- 1978-1979: Marc Ouarel
- 1979-1983: Mari Joel Gaspard
- 1983-1985: Oreste Levant