Nôis Citadanœs
| Nôis Citadanœs | ||
| Parteigründer | Rahim Kader | |
| Generalsekretärin | Éster Arcimbal | |
| Gründung | 2023 | |
| Jugendorganisation | Jovenes Citadanœs | |
| Zeitung | ||
| Think Tank | ||
| Ausrichtung | Kons. Liberalismus Konservatismus Anti-Identitätspolitik Euroskeptizismus | |
| Position | Mitte-Rechts bis Rechts | |
| International | keine | |
| Europapartei | keine | |
| EP-Fraktion | EVP | |
| Farbe | orange-blau | |
Nôis Citadanœs (dt. Wir Bürger oder Wir Bürgerlichen) ist eine politische Partei in Sagradien. Sie wurde 2023 durch den früheren liberalen Abgeordneten und Erziehungsminister Rahim Kader gegründet, um bei den sagradischen Parlamentswahlen im Dezember des Jahres anzutreten. Bei den Wahlen erreichte die Partei mit Kader als Spitzenkandidaten auf Anhieb 4,8 Prozent der Stimmen und zog mit 26 Abgeordneten in die sagradische Abgeordnetenkammer ein. Seit Februar 2024 ist sie sagradische Regierungspartei.
Die Partei Nôis Citadanœs wurde nach einem gleichnamigen Buch Kaders aus dem Jahr 2021 benannt, das in Sagradien zu einem Bestseller wurde. Sie versteht sich als post-ideologische Bürgerbewegung jenseits des traditionellen Links-Rechts-Gegensatzes und als Streiterin für den gesunden Menschenverstand, für liberale Werte und gesellschaftlichen Gemeinschaftssinn. Nôis Citadanœs kritisieren linke Identitätspolitik und muslimischen Radikalismus und setzen sich für schärfere Sicherheitsgesetze und ein strengeres Asylgesetz ein. Von politischen Beobachtern wird die Partei als rechtsliberal, konservativ und populistisch eingeschätzt. Im EU-Parlament sitzen ihre Vertreter in der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP).
Inhaltsverzeichnis
Parteigründung[bearbeiten]
Parteigründer Rahim Kader hatte sich Anfang 2020 im Zuge einer Affäre um homophobe Aussagen in der Vergangenheit aus der Ministerriege der Liberalen Partei verabschiedet, war aber zunächst Mitglied der Parteiführung geblieben. Innerhalb der Partei galt er als Vertreter des eher konservativen Flügels. Im Spätsommer 2021 sein Buch "Nôis Citadanœs" vor, in dem er scharfe Kritik an der politischen Klasse des Landes übte. Er wandte sich gegen jede Form der Identitätspolitik, kritisierte staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus und forderte zudem einen härteren Kurs in der Kriminalitätsbekämpfung und in der Asylpolitik.
Ende 2021 gab Kader schließlich seinen Austritt aus der liberalen Parlamentsfraktion bekannt. Er fungierte für mehrere Monate als Fraktionsloser, ehe er im Wahljahr 2023 die Gründung einer eigenen Partei bekannt gab, die er nach seinem Bestseller Nôis Citadanœs benannte.
Kurz nach ihrer Gründung erhielt die NC-Partei Zulauf von einigen gewählten Parlamentariern. Kader folgte seine frühere Fraktionskollegin María Coljat in die neue Partei. Im Oktober 2023 erklärten die beiden für die rechtslibertäre Partei Les Progresistas gewählten Europa-Abgeordneten María Cofaru und Óliver Sancet ihren Wechsel zu Nôis Citadanœs, blieben aber Mitglied der ECR-Fraktion im Europaparlament.
Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen[bearbeiten]
| Wahljahr | Wahlliste | Stimmanteil | Sitze / gesamt | Spitzenkandidat | ||
| 2023 | NC | 4,8 % | 26 / 511 | Rahim Kader |
Wahlen zum Europäischen Parlament[bearbeiten]
| Wahljahr | Wahlliste | Stimmanteil | Sitze / gesamt | Spitzenkandidat | Fraktion | ||
| 2024 | NC | 7,4 % | 5 / 59 | Óliver Sancet | EVP |
Positionen[bearbeiten]
Nôis Citadanœs versteht sich selbst als liberale Partei der bürgerlichen Mitte. Dabei kombiniert sie liberale und konservative Positionen. Die Partei befürwortet strengere gesetzliche Regelungen gegen Terrorismus und organisiertes Verbrechen sowie die konsequente Abschiebung islamistischer Extremisten. Sie setzt sich für strengere Migrationsregeln ein und möchte jegliche Formen der irregulären Migration bekämpfen.
In gesellschaftspolitischen Fragen positionieren sich die Bürgerlichen im liberal-konservativen Spektrum: Sie sprechen sich gegen Formen linker, muslimischer oder sonstiger Identitätspolitik aus und kritisieren die sogenannte "Woke Culture", die sie als Angriff auf die liberale Gesellschaft wahrnehmen. Linke Cancel Culture wird als Form des Autoritarismus angesehen, der die Menschen entmündige und die Gesellschaft spalte. Die Partei spricht sich für Gleichstellung und gegen Diskriminierung aus und akzeptiert die gleichgeschlechtliche Ehe, kritisiert aber Trans*-Aktivismus und die Gender-Theorie. Sie lehnt geschlechter-gerechte Sprachformen ab und setzt sich gegen jegliche Form der Quotierung ein. Benachteiligte Gruppierungen in der Gesellschaft benötigten gleichermaßen Chancengleichheit und Leistungsbereitschaft, um sozial aufzusteigen, aber keinen "Mutti-Staat", der jegliche Eigenverantwortung im Keim ersticke.
Auch in wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen positionieren sich die Citadanoes in der rechten Mitte. Sie setzen sich für die Interessen kleiner und mittelständischer Unternehmen ein, kritisieren staatliche Bürokratie und fordern zugleich Investitionsprogramme für Start-Ups und Firmengründer. Die Partei befürwortet den sagradischen Sozialstaat, lehnt aber jede Form der bedingungslosen Sozialunterstützung ab. Umwelt- und klimapolitische Maßnahmen werden befürwortet, sofern sie keine Arbeitsplätze gefährden oder die Konkurrenzfähigkeit der sagradischen Unternehmen beeinträchtigen. Sie fordert zudem, "gewaltsame" und "kriminelle" Formen des Klima-Aktivismus strengstens zu ahnden.
In europapolitischen Fragen kann die Partei als gemäßigt europaskeptisch angesehen werden. Die Partei befürwortet die sagradische Mitgliedschaft in der Europäischen Union, sieht diese aber vor allem als Wirtschafts- und Verteidigungsgemeinschaft. Sie setzt sich gegen eine weitere Föderalisierung und "Zentralisierung" der Union ein und fordert stattdessen Subsidiarität. Sagradien soll zudem Teil der NATO sein und der Ukraine weitere Unterstützung gegen Russland zukommen lassen.
Führungspersonen der Nôis Citadanœs[bearbeiten]
Gründer und de facto-Parteichef[bearbeiten]
- seit 2023: Rahim Kader
Generalsekretäre[bearbeiten]
- seit 2023: Éster Arcimbal
Fraktionssprecher in der Abgeordnetenkammer[bearbeiten]
- 2023–2024: Rahim Kader
- seit 2024: María Coljat