Marcelo Venizelos

Aus Sagradien
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Marcelo Orestis Lomas Venizelos (*1969) ist ein sagradischer Journalist und Politiker. Er war bis 2013 Mitglied der liberalen UDS und gründete 2014 die wirtschaftsliberale und europaskeptische Partei Les Progresistas, der er bis Februar 2024 und erneut von April 2024 bis Januar 2025 vorstand. Von 2014 bis 2017 saß für die Partei im Europäischen Parlament, wo er der EU-skeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" angehörte. Von 2017 bis 2023 war er Mitglied und Sprecher der Progresistas-Fraktion in der sagradischen Abgeordnetenkammer. Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 2020 bewarb er sich zudem um das höchste Staatsamt und erhielt im ersten Wahlgang knapp 10 Prozent der Stimmen.

Der griechisch-stämmige Venizelos bezeichnet sich selbst als libertär und als Anhänger Margaret Thatchers. Er vertritt dezidiert EU-kritische Positionen und setzt sich für einen Austritt Sagradiens aus der Europäischen Gemeinschaftswährung ein. Während der Covid-19-Pandemie profilierte er sich zudem als Impfkriker.

Journalismus

Venizelos schlug eine journalistische Karriere ein. Nach Stationen bei den renommierten Tageszeitungen Il Tiempo und Il Mercûrio wurde Venizelos 2007 stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Il Mercàu. Im Jahr 2011 gründete Venizelos unter dem Titel libertate seine eigene politische Zeitschrift, die ein dezidiert europaskeptisches und libertäres Profil aufwies. Daneben schrieb er eine regelmäßige Kolumne in der Boulevard-Zeitung l'Expresso.

UDS

Venizelos war seit seiner Studienzeit Anhänger und Parteimitglied der liberalen UDS. Zudem engagierte er sich im liberalen Think Tank Libertas.

Im Zuge der Staatsschuldenkrise im Euroraum profilierte sich Venizelos als scharfer Kritiker der Euro-Rettungsmaßnahmen und setzte sich öffentlich für eine Abkehr von der gemeinsamen Währungspolitik ein. Damit avancierte er zum öffentlichen Aushängeschild der parteiinternen Opposition gegen die europafreundliche Parteiführung um den Vorsitzenden Luca Orrieva.

Auf dem Parteitag der Liberalen im Frühjahr 2011 kam es schließlich zum offenen Putschversuch der radikal-liberalen Opposition gegen die Parteiführung Orrieva. Auf dem Parteitag sprach Venizelos nicht nur zum Euro-Thema, sondern forderte auch eine energischere Wirtschaftspolitik, die Einführung eines neuen Steuersystems nach Vorbild der "Flat Tax" und eine "neue Wachstumspolitik". Die Liberalen müssten in der Regierung endlich einhalten, was sie den Wählern versprochen hätten: niedrigere Steuern, weniger Bürokratie und mehr Wettbewerb auf allen Feldern.

Von Orrievas Umfeld wurde ihm Populismus und Europa-Feindlichkeit vorgeworfen. Auch dank der Gegenkampagne der Parteiführung scheiterte Venizelos' Antrag knapp, die Transfermaßnahmen in der EU auf unbestimmte Zeit auszusetzen.

Parteineugründung

Nachdem Venizelos bei der Parlamentswahl im Herbst 2013 nicht angetreten war, kündigte er unmittelbar nach dem Wahltag seinen Austritt aus der UDS an. Zuvor hatte er bereits im Wahlkampf die Linie der neuen Vorsitzenden Beatrice Iniagui kritisiert, die die Fehler Orrievas wiederhole und dessen erfolglose Politik fortsetze, so Venizelos.

Im Januar 2014 kündigte Venizelos gemeinsam mit einigen Mitstreitern die Gründung einer neuen Partei namens liber - liberal, eurorealista, renovador an, die er als dezidiert eurokritisch und liberal bezeichnete. Wichtiger Partner bei der Gründung war der sagradisch-amerikanische Unternehmer Fernando Carríu-Aimán, der die Parteigründung finanziell unterstützte. Im Dezember 2014 musste die Partei nach einem Rechtsstreit ihren Namen ändern und heißt seitdem les Progresistas.

Nachdem die Partei im Januar ins Parteienregister eingetragen worden war, fand der Gründungsparteitag im Februar 2014 statt, bei dem Venizelos zum Parteivorsitzenden, die Wirtschaftsberaterin María Cofaru zur Generalsekretärin gewählt wurden. Zudem gab sich die Partei ein knappes Programm, sogenannte "programmatische Leitlinien". In den Medien wurden diese vor allem als "neoliberal", "wirtschaftsliberal" und "eurokritisch" bezeichnet. Die Passagen zur Einwanderungspolitik wurden zudem als "populistisch" oder "rechtspopulistisch" kritisiert.

Abgeordnetentätigkeiten

Bei der Europawahl 2014 wurde Venizelos als Spitzenkandidat der Liste "Liber Europa – les Progresistas" ins Europäische Parlament gewählt, wo er sich der EU-skeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" anschloss, der auch die Abgeordneten der britischen UKIP-Partei um Nigel Farage, der französische Rechtspopulist Florian Philippot sowie die italienische 5-Sterne-Bewegung angehörten.

Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2017 führte Venizelos seine Partei ebenfalls als Spitzenkandidat an und zog zusammen mit 24 weiteren Abgeordneten ins sagradische Parlament ein. Dort übernahm er die Führung der neuen Progresistas-Fraktion. Sein EP-Mandat gab er daraufhin zurück und verzichtete bei der Europawahl 2019 auf ein Mandat im Europaparlament.

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl 2019 ging die Liste der Progresistas gestärkt hervor und erreichte 6,7 Prozent der Stimmen. Venizelos blieb Parteichef und Fraktionssprecher.

Persönliches

Marcelo Venizelos ist bekennend homosexuell und seit 2013 mit seinem langjährigen Lebenspartner verheiratet. Er bezeichnet sich selbst als Atheisten und als Gegner jedes religiösen Fundamentalismus.

Mandate

  • 2014-2017: Mitglied des Europäischen Parlaments (EFDD-Fraktion)
  • 2017–2023: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer