Partíu Socialista Auténtico

Aus Sagradien
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Der Partido Socialista Independiente (kurz PSI, deutsch Unabhängige Sozialistische Partei) war eine kurzlebige Abspaltung der sagradischen Sozialistischen Partei, die sich 1917 gegen die Regierungsbeteiligung der Parteimehrheit gebildet hatte und 1920 wieder in die Partei zurückkehrte. Aus Teilen des PSI entwickelte sich 1920 die Sagradische Kommunistische Partei.

Innerhalb der Sozialisten Partei Sagradiens hatten bereits seit längerer Zeit Gegensätze zwischen Anhängern und Gegnern einer Regierungsbeteiligung in bürgerlich geführten Kabinetten geherrscht. Diese Gegensätze orientierten sich, waren aber nicht identisch mit dem Gegensatz zwischen Reformisten und Revolutionären in der Partei, da zu den Regierungsgegnern auch Reformisten und 'Zentristen', also Anhänger einer Vermittlungsposition, gehörten. Aus den Parlamentswahlen 1917, den ersten nach Verhältniswahlsystem, gingen die sagradischen Sozialisten gestärkt hervor und diskutierten den Eintritt in eine Linksregierung unter der Führung des Radikaldemokraten Francisco Calbane. Bereits zuvor hatten Sozialisten teilweise linksbürgerliche Regierungen gestützt, nun aber entschied sich die Parteiführung um Carles Ferro Rodríguez, mit eigenen Ministern unmittelbar ins Kabinett einzutreten.

Gegen den Entschluss mobilisierten Gegner der Regierungsbeteiligung ihre Anhänger und beriefen einen Sonderparteitag nach Lesta ein, auf dem sie eine Resolution gegen die Regierungsbeteiligung sowie eine Abwahl des verantwortlichen Verhandlungsführers Ferro Rodríguez als Parteisekretär forderten. Obwohl Ferro Rodríguez den Posten als Parteichef räumte, konnten sich die Gegner der Regierungsbeteiligung nicht durchsetzen. Die Resolution wurde von einer knappen Mehrheit der Parteidelegierten abgelehnt und eine Beteiligung an der Regierung damit ermöglicht. An der Wahl António Marçals zum neuen Generalsekretär nahm sodann etwas mehr als ein Drittel der Delegierten der Partei nicht mehr teil. Stattdessen erklärten sich Gegner der Mehrheit im Ballhaus von Lesta zur Partei der authentischen Sozialisten und gründeten damit de facto die Unabhängige Sozialistische Partei, die sich gegenüber den "Opportunistischen Sozialisten" als eigentliche Partei der Sozialisten ansah, der sich aber weniger als die Hälfte der PS-Mitglieder und nur 21 von 165 Abgeordneten anschlossen.

Der PSI war von Beginn an eine heterogene Gruppe bestehend aus linken Reformisten, die zwar den Parlamentarismus befürworteten, die Koalition mit den bürgerlichen Kräften aber ablehnten, und revolutionären Sozialisten, die grundsätzlich das Modell der Räterepublik und des revolutionären Umsturzes propagierten. Die Führung der neuen Partei übernahm ein dreiköpfiges Komitee aus führenden Vertretern der Parteiflügel. Daniel Moscú von den Marxistas Democráticoes vertrat den gemäßigten Flügel, Oscar Ravella galt als Mann des Ausgleichs und in diesem Sinne als "Zentrist", während Carles Salas als Kopf der radikalen Gruppe Nascença Revolucionária den revolutionären Parteiflügel repräsentierte.

Während die Reformisten um Daniel Moscú schnell in die Minderheit gerieten, beanspruchte der revolutionäre Flügel um Lorenzo Sabal und seine Nascença Revolucionária die ideologische Führung des PSI. Dieser befürwortete die Bolschewistische Revolution in Moskau und lehnte die reformistische Ideologie ab.

Am Gründungskongress der Dritten Internationale (Komintern) im März 1919 nahm Sabal nicht als Vertreter des PSI, sondern lediglich seiner Nascença teil, danach arbeitete er aber aktiv auf den Beitritt der Partei hin. Die Gegensätze zwischen Sabal und Moscú führten auf dem Dritten Kongress der Partei im Sommer 1919 zur erneuten Spaltung. Die Gruppe der Demokratischen Marxisten um Moscú und andere Reformisten verließen die Partei und schlossen sich wenig später wieder mit den Mehrheitssozialisten zusammen. Eine Splittergruppe um Gabriel Acosta bildete den letztlich erfolglosen Partido Marxista Integralista, der schließlich erst 1922 im PS aufging. Sabal wiederum, dessen Anhänger nun endgültig die Macht in der Rest-PSI übernahmen, führte die Partei auf einen Moskau-treuen Kurs und vereinigte sie mit den Befürwortern innerhalb des PS, den von Julen Cresca angführten "Terceristas", die den Partido Socialista - Sección de l'Internacional Comunista gebildet hatten. Die nun unter der Führung Sabals und Crescas vereinigte Sección Sagradêsa de l'Internacional Comunista (SSIC), trat geschlossen der Komintern bei und nannte sich seit 1921 Sagradische Kommunistische Partei (PCS).