Partíu Liberal
Der Partíu Liberal, auch als Partíu Aprilista bezeichnet, war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine liberale Partei im Königreich Sagradien. Ihre herausragenden Persönlichkeiten waren an der Aprilrevolte von 1848 beteiligt oder durch diese geprägt. Die Liberalen waren in den 1850er und 1860er Jahren maßgeblich an den konstitutionell-liberalen Regierungen unter Jacquel de Montevil beteiligt und prägten die sogenannte Era Liberal.
Die Politik der Liberalen war geprägt durch eine Gegnerschaft zum katholischen Klerus und Bemühungen um eine Trennung von Staat und Kirche. Den größten Zuspruch erhielten die Liberalen von der städtischen Intelligenz. Maßgeblicher Gegenspieler des Partíu Liberal war der katholische Partíu Conservador. Am Ende der Regierungszeit von Jacquel de Montevil in den 1870er Jahren verloren die Liberalen schlagartig an Einfluss und spalteten sich in einen gemäßigten und einen radikaleren Flügel (Partíu Progresista). In den 1880er Jahren standen die Liberalen in Opposition zu den konservativen Regierungen König Philipps X.
Während der Januarrevolution 1891 spaltete sich die Partei zudem in einen republikanischen und einen monarchischen Flügel. Aus ersterem ging schließlich der Partíu Republicano Liberal hervor, der die Tradition des Partíu Liberal im Wesentlichen fortführte. Der monarchistische Flügel ging wenig später mit dem Gros des alten Partíu Conservador in der Unión Nacional auf.