Carles Simón López-Iregui
Carles Simón López-Iregui war ein sagradischer Politiker und Staatsmann der Zweiten Republik. Er war von Januar bis November 1919 Präsident der Sagradischen Republik.
Der Radikal-Republikaner López-Iregui wurde 1899 das erste Mal in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt und gehörte ihr bis zu seiner Wahl ins Präsidentenamt insgesamt 20 Jahre lang an. Im Laufe der Jahre übernahm er mehrere Ministerämter, unter anderem war er Justizminister im Kabinett Sánchez I (1902-1903), Handelsminister im Kabinett Alemà (1911-1912) sowie Außenminister im Kabinett Sánchez II (1912-1913). Nach der Parlamentswahl 1917 wurde López-Iregui als Vertreter des Linksblocks schließlich zum Präsidenten der sagradischen Abgeordnetenkammer gewählt.
Bei der Präsidentschaftswahl im Januar 1919 wurde López-Iregui als Kompromisskandidat der liberalen Kräfte zum vierten Präsidenten der Sagradischen Republik gewählt. In diesem Amt folgte er dem Liberalen Francisco Berlioz nach, der auf eine Wiederwahl verzichtet hatte. López-Iregui war bei der Wahl zunächst nicht als Kandidat vorgesehen, wurde aber nominiert, nachdem sein Parteifreund Cristoval Sánchez in mehreren Wahlgängen gescheitert war.
López-Ireguis Präsidentschaft stand von Beginn an unter keinem guten Zeichen. Er litt unter gesundheitlichen Problemen und wirkte bei öffentlichen Anlässen häufig überfordert und verwirrt. Als Freimaurer, bekennender Atheist und langjähriger Vertreter einer säkularen Politik musste sich López-Iregui scharfen Angriffen von Seiten der konservativen Presse erwehren, die ihn auch persönlich diffamierten. Bald kursierten Gerüchte über eine homosexuelle und sodomistische Handlungen des Präsidenten, die auch von katholischen und konservativen Presseorganen aufgegriffen und verbreitet wurden.
Nachdem López-Iregui im November 1919 eine zivilrechtliche Verleumdungsklage gegen mehrere Presseorgane verloren hatte, zog er die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück, um das Ansehen des Amtes zu bewahren, wie er offiziell begründete. Zum Nachfolger wurde sein Parteifreund Cristoval Sánchez gewählt, der die Pressekampagne hart verurteilte und einen Kurs der starken Präsidentschaft ankündigte. Spekulationen, Sánchez selbst habe die Verleumdungskampagne initiiert, um nach seiner verlorenen Präsidentschaftskampagne doch noch zum Zug zu kommen, konnten weder bestätigt noch widerlegt werden.