Philippkarlisten

Aus Sagradien
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Als Philippkarlisten (sagr. Filipecarlistas) werden in der Geschichte Sagradiens die Anhänger Prinz Philipp Karls von Santori, Herzog von Viça zu Zeiten der sagradischen Bürgerkriege bezeichnet, der sich selbst als legitimer König von Sagradien ansah. Der Begriff Philippkarlisten bezieht sich zugleich im weiteren Sinne auf die antiständische, konservative und legitimistische Opposition während der sagradischen Ständezeit, insbesondere während des Kondominiums (1719-1721), des sagradischen Interregnums von 1721-1730 sowie der Herrschaftszeit Marias I. (1730-1748).

Der Begriff Philippkarlistenkriege bezieht sich dabei auf die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern und Gegnern des Prinzen bzw. zwischen im weiteren Sinn zwischen den Anhängern und Gegnern des damaligen Ständeregimes in Sagradien.

Die Philippkarlistenkriege hatten ihren Ursprung im Sagradischen Koalitionskrieg zwischen den Anhängern König Danadiers II., des älteren Bruders Philipp Karls, und der ständischen Opposition. Nach dem vorläufigen Ende des Kriegs 1718 und der erzwungenen Zustimmung Danadiers zu einem gemeinsamen Regiment mit den Ständen weigerte sich Philipp Karl, das neue Kondominium und die in den Codices Magni Libertatum kodifizierte Macht der Stände anzuerkennen. Er führte zunehmend offen die royalistische Opposition gegen seinen Bruder und das Ständeregiment an. Nach der Flucht und Absetzung König Danadiers 1721 stieg Philipp Karl zum Führer der legitimistischen Opposition zum neuen Ständeregiment auf. In Frankreich rüstete Philipp Karl zu einer Fortsetzung des Bürgerkriegs und fiel schließlich in Armorien ein. Binnen kurzem eroberte Philipp Karl große Teile des Nordostens und rückte bis in die Cabeza vor. Die Stände übergaben daraufhin den Oberbefehl über die Truppen an Prinz Johann Franz von Cuentez. In der Schlacht bei Canar in der Landschaft Soler wurde das Heer Philipp Karls besiegt, der Prinz musste ins französische Exil zurückkehren.

Die Niederlage, der Tod Luis Gabriels, des einzigen Sohnes und Thronerben Philipp Karls, sowie die Thronbesteigung Marias I., die 1730 ein mehrjähriges Interregnum beendete, schwächten die philippkarlistische Sache nachhaltig. Dennoch behielt der Herzog Sympathien unter der konservativen, antiständischen Opposition in Sagradien sowie unter Gegnern der Königin. Nach dem Tod Danadiers II. im Jahr 1732 blieb Philipp Karl als einziger möglicher Konkurrent Marias I. übrig, ein erneuter Aufstandsversuch 1735 scheiterte aber schon nach kurzer Zeit.

Mit dem Tod Philipp Karls 1740, der ohne männlichen Erben blieb, spaltete sich der Philippkarlismus in mehrere konkurrierende Linien. Während ein Großteil der Anhänger Philipp Karls ins Lager Marias wechselte, sahen andere den Herzog von Sessin David Jâcque de Sántori als legitimen Thronprätendenten an, der aber keine Versuche unternahm, die Krone zu erobern. Stattdessen versuchte Philipp Karls Schwiegersohn Heinrich von Vallador vergebens, als neuer filipecarlistischer Thronprätendent anerkannt zu werden. Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekriegs versuchte Heinrich, unterstützt von Sagradiens Kriegsgegner Frankreich, die Krone zu erobern, musste seinen Aufstand aber schließlich aufgeben. Mit seiner Verhaftung und Hinrichtung im Jahr 1746 verlor der Philippkarlismus endgültig an Kraft.