Gabriel IX.

Aus Sagradien
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Gabriel IX. (von Sagradien) (*1712, †1777) war König von Sagradien (1751-1777).

Jugend und Thronbesteigung

Gabriel wurde 1712 als ältester Sohn von Louis-Gabriel de Bourbon Herzog von Alençon und dessen erster Gemahlin Marie Eleonore von Savoyen geboren und auf den Namen Louis Eugène Charles Gabriel getauft. Er war damit ein Urenkel Ludwigs XIV. von Frankreich. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Isabella von Spanien, einer Tochter Philipps V., im Jahr 1730 erhielt er den Titel eines Herzogs von Berry. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1732 starb Isabella bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1734 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige Maria von Servette, Schwester des regierenden Großherzogs Karl Ferdinand von Servette. 1735 kam Gabriels ältester Sohn Gabriel Henri Alexandre Antoine zur Welt, ein Jahr später Joseph Louis Philippe François, der spätere Joseph Ludwig I.. 1740 bestieg Gabriels Ehefrau nach dem Tod ihres Bruders als Maria I. selbst den Thron in Servette. Gabriel wurde damit Mitregent in Servette und geriet in Gegensatz zu seinem Schwager König Karl X. von Micolinien, der selbst mit Marias jüngerer Schwester Antonia verheiratet war und danach trachtete, das Großherzogtum im Süden Micoliniens in sein eigenes Herrschaftsgebiet zu inkorporieren.

Im Sagradischen Erbfolgekrieg standen sich seit 1744 dann auch Frankreich als Unterstützer der Bewerbung Louis-Gabriels de Bourbon und Micolinien als Unterstützer António Ramírez de la Sietas gegenüber. Nach dem Sieg Frankreichs über António kam es 1747 zum Friede von Tinagua, in dem Micolinien die Herrschaft Gabriels VIII. (= Louis-Gabriel de Bourbon) als König von Sagradien anerkennen mussten. Im Gegenzug musste Gabriel, seit dem Tod seiner Frau 1745 selbst regierender Großherzog von Servette, jedoch auf das Großherzogtum verzichten, das an Micolinien fiel, welches das Gebiet wieder in sein eigenes Territorium inkorporierte.

Gabriel kam nun als potenzieller Thronfolger seines Vaters nach Sagradien, wo er den Titel eines Herzogs von Bordez annahm. Im Gegensatz zu seinem Vater lernte er schnell sagradisch und erreichte dadurch, dass seine Thronfolge 1750 von den Cortes bestätigt wurde. Nach dem Tod seines Vaters 1751 wurde Louis Eugène feierlich als Gabriel IX. zum König von Sagradien ausgerufen, musste aber noch den Eid auf die Codices Magna ableisten, was er aber nicht tat. Stattdessen wandelte er eigenmächtig den Eid in ein Gelöbnis auf die Privilegien um, die die Codices in der von seinem Vater veränderten Form gewährte. Dennoch erkannten die Stände ihn als König an. Sofort erhob Gabriel IX. seinen Gewährsmann, den Franzosen Alphonse de Calogny, zum leitenden Minister. Calogny arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.

Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik

In der Lex Generalis von 1755 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-Königreich Cuentez-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert.

Außenpolitik

Außenpolitisch setzte Gabriel IX. die Politik einer engen Anlehnung an Frankreich, die bereits sein Vater praktiziert hatte, fort. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. 1757 griff Sagradien aufseiten Österreichs und Frankreichs in den Siebenjährigen Krieg ein, wo es hauptsächlich um Kolonien gegen England kämpfte. Im Separatfrieden von San Docién musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, Cereza und La Cripón blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand. Nach dem Tod des Großherzogs Karl VIII. Ferdinand von Servette erhob Gabriel 1760 im Namen seiner Frau, der Erbprinzessin Maria, Anspruch auf die Servettinischen Lande, was zum Kriegseintritt Micoliniens führte, das die Gebiete in seinem Süden kurzerhand annektierte (Servettinischer Erbfolgekrieg 1760). Der Friedensschluss mit England 1761 ermöglichte es Gabriel IX., seine ganze militärische Kraft gegen Micolinien einzusetzen, das im Friede von Sant Vicent 1762 auf die Servettinischen Lande verzichten musste. Stattdessen ging die Herrschaft im micolinischen Süden an die sagradischen Bourbonen über und der Titel eines Großherzogs von Servette an Gabriels jüngeren Sohn Joseph Ludwig, der bis zu ihrem Tod 1771 gemeinsam mit seiner Mutter regierte.

Tod und Nachfolge

Gabriel IX. starb im Jahr 1777 im Alter von 65 Jahren. Nachfolger als König wurde sein zweiter Sohn Joseph Ludwig I., bis dahin Großherzog von Servette, nachdem der Thronfolger Gabriel von Bourbon bereits 1770 gestorben war. Gabriels jüngster Sohn Karl Johann Herzog von Viena begründete die Nebenlinie Bourbon-Viena, die mit Emil I. Johann 1829 den Thron bestieg.