Martin V. der Wahnsinnige

Aus Sagradien
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Martin V. (von Sagradien), genannt der Wahnsinnige (*1282, †1312), war im Jahr 1301 für nur kurze Zeit König von Sagradien, ehe er nach nur wenigen Monaten wegen seines schweren psychischen Leidens zur Abdankung gedrängt wurde. Ihm folgte sein Onkel Jakob II. als König nach. In Peruzien wurde seine Herrschaft nie anerkannt, sodass er dort nur als Titularkönig angesehen werden kann.

Martin von Redanior wurde 1282 als zweitältester Sohn von König Robert von Sagradien geboren. Bereits als Kind litt Martin an Depressionen, die ihm den Beinamen "il Prícipe Follo", der wahnsinnige Prinz eintrug. Er pflegte ein sehr gespaltenes Verhältnis zu seiner Mutter Maria von Scola, einer der einflussreichsten Frauen der mittelalterlichen Geschichte des Landes. So soll er diese sehr verehrt haben und sich Zeit seines Lebens nach ihrer Nähe gesehnt haben. Diese zeigte für die Gemütsschwankungen des unsicheren Jungen aber kein Verständnis und bevorzugte ihren ältesten Sohn Jakob, der nach dem Tod des Vaters 1292 als Jakob II. minderjährig den Thron bestieg.

Martin wurde so Präsumptiverbe seines Bruders, der unter der Vormundschaft seiner Mutter und seines Onkels, des Erzbischofs von Tesqué, stand. Als auch König Jakob 1301 starb, ohne einen Erben hinterlassen zu haben, wurde Martin unerwartet König. Er blieb aber nur wenige Monate auf dem Thron und wurde bereits im Herbst 1301 von seiner Mutter und seinem Onkel Jakob entmachtet. Er wurde zur Abdankung gezwungen, für wahnsinnig erklärt und eingekerkert. Da sein älterer Onkel jedoch kinderlos war, galt Martin trotz seiner Abdankung und seiner Krankheit weiterhin als potenzieller Thronfolger. Eine vorübergehende Besserung seines Gesundheitszustands zwischen etwa 1308 und 1310 ließ am Hof die Hoffnung keimen, Martin könne nach dem Tod Jakobs in der Lage sein, das Königreich zu regieren. Diese Hoffnung wurde durch den Tod Martins im Jahr 1312 zunichte gemacht.

Lange Zeit wurde angenommen, dass Martin tatsächlich unfähig war, seine Regentschaft selbst auszuüben. Erst die neuere Forschung hat Zweifel an dieser von seinem Nachfolger Jakob III. geprägten Version angemeldet und geht heute weitgehend von einem Machtkampf zwischen dem jungen König, Jakob von Tesqué (dem späteren Jakob III.) und Maria von Scola aus, in dem die Krankheit Martins als Vorwand genommen wurde, um ihn aus dem Amt zu entfernen.