Philippkarlisten

Aus Sagradien
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Als Philippkarlisten (sagr. Filipecarlistas) werden in der Geschichte Sagradiens die Anhänger Prinzen Philipp Karls von Santori, Herzog von Viça zu Zeiten der sagradischen Bürgerkriege bezeichnet, der sich selbst als legitimer König von Sagradien ansah. Der Begriff Philippkarlistenkriege bezieht sich dabei auf die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern und Gegnern des Prinzen.

Die Philippkarlistenkriege hatten ihren Ursprung im Sagradischen Koalitionskrieg zwischen den Anhängern König Danadiers II., des älteren Bruders Philipp Karls, und der ständischen Opposition. Nach dem vorläufigen Ende des Kriegs 1718 und der erzwungenen Zustimmung Danadiers zu einem gemeinsamen Regiment mit den Ständen weigerte sich Philipp Karl, das neue Kondominium und die in den Codices Magni Libertatum kodifizierte Macht der Stände anzuerkennen. Er führte zunehmend offen die royalistische Opposition gegen seinen Bruder und das Ständeregiment an. Nach der Flucht und Absetzung König Danadiers 1721 stieg Philipp Karl zum Führer der legitimistischen Opposition zum neuen Ständeregiment auf. In Frankreich rüstete Philipp Karl zu einer Fortsetzung des Bürgerkriegs und fiel schließlich in Amôria ein. Binnen kurzem eroberte Philipp Karl große Teile des Nordostens und rückte bis in die Cabeza vor. Die Stände übergaben daraufhin den Oberbefehl über die Truppen an Prinz Johann Franz von Cuentez. In der Schlacht bei Canar in der Landschaft Soler wurde das Heer Philipp Karls besiegt, der Prinz musste ins französische Exil zurückkehren.

Die Niederlage, der Tod Luis Gabriels, des einzigen Sohnes und Thronerben Philipp Karls, sowie die Thronbesteigung Marias I., die 1730 ein mehrjähriges Interregnum beendete, schwächten die philippkarlistische Sache nachhaltig. Dennoch behielt der Herzog Sympathien unter der konservativen, antiständischen Opposition in Sagradien sowie unter Gegnern der Königin. Nach dem Tod Danadiers II. im Jahr 1732 blieb Philipp Karl als einziger möglicher Konkurrent Marias I. übrig, ein erneuter Aufstandsversuch 1735 scheiterte aber schon nach kurzer Zeit. Mit dem Tod Philipp Karls 1740, der ohne männlichen Erben blieb und damit Maria als unumstrittene Führerin des Hauses Sántori zurückließ, verlor der Philippkarlismus nachhaltig an Anhängern.

Dennoch versuchte sein Schwiegersohn Heinrich von Vallador in der Folge vergebens, als neuer filipecarlistischer Thronprätendent anerkannt zu werden. Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekriegs versuchte Heinrich, unterstützt von Sagradiens Kriegsgegner Frankreich, die Krone zu erobern, musste seinen Aufstand aber schließlich aufgeben. Mit seiner Verhaftung und Hinrichtung im Jahr 1746 verlor der Philippkarlismus endgültig an Kraft.