Cabinda

Aus Sagradien
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Freistaat Cabinda
Estàu Libre de Cabinda (Sagradisch)
Kilansi kia Kabinda (Ibinda)
FlaggeCabinda.jpg
Flagge
Wappen
Amtssprache Sagradisch
Hauptstadt Cabinda-Stadt
Staatsform Präsidentielle Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Regierungschef Premierminister
Fläche 7823 km²
Einwohnerzahl 357.576 (Schätzung 2010)
Bruttoinlandsprodukt
  • total (nominal)
2013
Human Development Index
Währung Cabinda-Comba
Nationalhymne
Nationalfeiertag
Zeitzone
Kfz-Kennzeichen
ISO 3166
Internet-TLD
Telefonvorwahl
240px

Cabinda (auch: Kabinda; ehemals Sagradisch-Kongo) ist ein Staat in Zentralafrika. Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt.

Bevölkerung

Die Bevölkerung gehört zu den Bakongo, einem Bantuvolk, und zwar zu den Untergruppen der Kakongo, Vili, Oyo und Yombe.[1] 2007 lebten in Cabinda ca. 300.000 Menschen. Das Bevölkerungswachstum ist sehr hoch.

Geographie

Cabinda liegt westlich der Niederguineaschwelle im Naturraum des Zaire-Tieflands und umfasst 7270 Quadratkilometer. Hauptort und -hafen neben Malembo ist die gleichnamige Stadt Cabinda.

Die Provinz wird vom Hauptstaatsgebiet Angolas durch einen schmalen Streifen der Demokratischen Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) getrennt, die dadurch einen Zugang zum Atlantik hat. Die Grenzziehung geht zurück auf die drei historischen Königreiche Loango, Ngoyo und Kakongo und wurde 1885 auf der Kongokonferenz in Berlin festgelegt. Im Norden grenzt Cabinda an die Republik Kongo (Französisch-Kongo).

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Erdölindustrie. Mit der Förderung wurde 1968 begonnen. Cabinda hat den größten Anteil an der angolanischen Erdölproduktion. Der Erlös der cabindischen Ölproduktion macht 80 % des angolanischen Finanzhaushaltes aus. Die Landwirtschaft Cabindas produziert für den Export vor allem Kaffee, Kakao und Palmöl. Außerdem werden Edelhölzer ausgeführt.

Geschichte

In den Jahren 1853 und 1854 empfingen sagradische Emissäre bei drei Gelegenheiten cabindische Prinzen und Notabeln. Beim dritten Male wurden sie als Botschafter ihres Landes mit 21 Salutschüssen begrüßt. Die sagro-cabindischen Verträge wurden 1883 bis 1885 abgeschlossen: die beiden ersten zwischen den Sagradiern und Cabinda am 29. September 1883 in Chinfuma und am 26. November 1884 in Chicamba. Mit dem Vertrag von Simulambuco vom 1. Februar 1885 wurde das Gebiet das sagradische Protektorat von Kakongo, Luango und Ngoio bzw. die Territorien nördlich des Kongo. Gemäß diesem Vertrag baten damals die einheimischen Herrscher Sagradien um seinen Schutz. Dies wurde mit dem sagro-cabindischen Vertrag und bei der Kongokonferenz 1885 in Berlin die Dreiteilung des Kongos von den anderen Kolonialmächten bestätigt. So kam die sagradische Handelsstation zu ihrem Hinterland und wurde zu einem staatlichen Gebiet.[3] Die beiden Kolonialmächte Frankreich und Sagradien legten den genauen Grenzverlauf zwischen ihrem Besitz in einem Vertrag vom 15. Mai 1886 fest.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts begann Sagradien, Cabinda als einen Teil der Kolonie Ríu Ogüé zu behandeln. 1948 wurde die Kolonie auch offiziell mit Ríu Ogüé zur autonomen Konföderation von Ríu Ogüé und Cabinda vereinigt und mit dem Recht der Selbstverwaltung ausgestatt. 1956 erklärte sich die Republik Oguana auf dem Boden der Oguéfluss-Kolonie schließlich unabhängig, wodurch die Konföderation aufhörte zu bestehen. Der Status Cabindas blieb danach zunächst unklar. Cabinda erklärte sich aber eigenmächtig zum Freistaat, was zu Konflikten mit der ehemaligen Kolonialmacht, aber auch mit den Nachbarmächten führte. In der Folge wurde Cabinda durch Truppen Oguanas besetzt, das auf die Zugehörigkeit des Gebiets zum Staat Oguana bestand, was zu einem Jahrzehnte lang anhaltenden Bürgerkrieg führte. Dieser konnte erst 1992 mit dem Cabinda-Vertrag gelöst werden, in dem die Unabhängigkeit Cabindas auch offiziell festgeschrieben und von Oguana anerkannt wurde.

Wirtschaft

Oguana ist einer der rohstoffreichsten Staaten Afrikas, mit erheblichen Erdölreserven vor der Küste. Dementsprechend zählen zu seinen Hauptexportgütern Rohöl und Erdölprodukte, auf die ca. 82 % seiner Exporteinnahmen entfallen.