Codices Magni Libertatum

Aus Sagradien
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Als Codices Magni Libertatum werden eine Reihe von Gesetzestexten bezeichnet, die von der sagradischen Ständeversammlung (Cortes Generales d'Estadœs) zwischen dem 30. Juni und dem 9. September 1719 verabschiedet und am 2. Dezember 1719 durch den sagradischen König Danadier II. abgesegnet wurden. In Teilen beruhten die Codices auf älteren Urkunden, die lediglich für geltend erklärt wurden. Zudem wird zu den Codices auch eine Ergänzung vom 14. September 1722 gezählt. Diese Form wurde unter Maria I. und Johann III. Franz zum faktischen Staatsgrundgesetz der sagradischen Monarchie und blieb de jure bis zum Übergang zur Republik 1892/1893 gültig.

Die Codices garantierten die Rechte der sagradischen Ständeversammlung und beschrieben das Verhältnis zwischen Ständen und Krone. Sie waren eine unmittelbare Antwort auf die Versuche des sagradischen Königs Danadier II., eine absolutistische Königsherrschaft in Sagradien zu etablieren, die 1713 zum Ausbruch des Sagradischen Bürgerkriegs zwischen Königstreuen und einer rebellierenden Adelskoalition geführt hatte. Nach seiner militärischen Niederlage musste Danadier II. am 2. Dezember 1719 schließlich den Codices Magni zustimmen. Deren zentraler Inhalt war, dass Sagradien durch ein sogenanntes Kondominium von König und Ständen regiert werden sollte. Nichts sollte fortan mehr gegen die ausdrückliche Zustimmung der Stände geschehen.

Nach dem Versuch der royalistischen Partei, die Codices bereits im Januar 1721 wieder aufzuheben, wurde Danadier II. durch den ständischen Generalakt vom 20. Februar 1721 für abgesetzt erklärt. Seine Nachfolger Maria I. und ihr Mann Johann III. Franz mussten schließlich am 30. August 1723 ihre Treue auf die Codices Magni schwören, ehe sie ihre gemeinsame Regierung antreten konnten. In den folgenden vierzig Jahren übten die Stände dank der Codices Magni ein mächtiges Kondominium an der Seite der Krone aus. Nach dem Sagradischen Erbfolgekrieg (1756-1760) musste auch der neue König Gabriel VIII. seinen Eid auf die Codices schwören. In der Lex Generalis von 1765 erhielten die Codices jedoch eine königsfreundliche Interpretation, die die Krone nachhaltig stärkte.

Die von den Cortes von Diegue 1812 entworfene und 1817 in Kraft getretene Novemberverfassung berief sich ausdrücklich auf die Codices Magni Libertatum als Vorbild, ebenso die Juni-Proklamation 1891, mit der sich die sagradische Nationalversammlung zum Vertreter des sagradischen Souveräns erklärte.