Joán María de Belavís

Aus Sagradien
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Joán María de Colombién, Conte de Belavís (*1541 in Saint-Étienne-de-Colombien, Frankreich; †1603 in Novil; eigentlich Jean-Marie de Colombien) war ein sagradischer Staatsmann französischer Herkunft, seit 1579 Herzog von Sur und von 1582 bis zu seinem Tod leitender Minister der sagradischen Könige Philipp VII. und Gabriel V.

Der im südfranzösischen Colombien geborene Kleinadlige kam bereits als Kind mit seinem Vater nach Sagradien, der im Gefolge der französischen Königin Marguerite de Valois an den Hof Davids I. kam und sich den Titel eines Grafen von Belavís erarbeiten konnte. Joán María de Belavís trat in die Fußstapfen seines Vaters und erhielt am Hof Johannas I. zahlreiche einflussreiche Posten. Zunächst ein unabhängiger Geist, näherte sich Belavís in der Regierungszeit von Philipp VII. seit 1575 zunehmend der katholischen Hofpartei an und gehörte zu den Gegnern der einflussreichen protestantischen Königin Luise von Bourbon, die 1582 gestürzt und vom Hof verbannt wurde. Eine Verwicklung von Belavís in die Affäre ist jedoch historisch nicht gesichert.

Nach seiner Ernennung zum Herzog von Sur im Jahr 1579 wurde Belavís 1582 auf Druck der katholischen Partei hin zum Minister ernannt. In den Folgejahren gelang es ihm, das Vertrauen von König Philipp VII. zu sichern und sich zum mit Abstand wichtigsten Staatsmann des Landes und zum leitenden Minister zu entwickeln. Trotz seiner Protektion durch die katholische Hofpartei nahm Belavís von der Idee Abstand, das 1567 erlassene Toleranzedikt von Viça zu widerrufen. Stattdessen verfolgte er eine pragmatische und flexible Realpolitik, die unter anderem aus stabilitätspolitischen Gründen am Toleranzedikt festhielt. Jedoch unterstützte Belavís zugleich die katholische Gegenreformation und förderte die Tätigkeit des Jesuitenordens.

Wichtigstes innenpolitisches Ziel des Grafen war es, die Stellung der Krone nach Jahren der Intrigen und Machtränke zu stärken und die des Hochadels zu beschneiden. Vor allem konnte er die jahrzehntelangen Machtkämpfe zwischen katholischer und protestantischer Partei am Hof beenden, indem er die Macht bei sich selbst monopolisierte.

Außenpolitisch musste Belavís den Verlust Portugals an den spanischen König Philipp II. eingestehen und bemühte sich intensiv um einen Frieden mit Spanien, um den aussichtslosen Krieg mit der katholischen Großmacht zu einem Ende zu führen. Dies gelang 1583 im Frieden von Malesc. Nachdem die Ehe Philipps VII. mit Luise von Bourbon erfolgreich hatte annulliert werden können, arrangierte Belavís die Hochzeit des Königs mit der Habsburgerprinzessin Anna von Österreich, die 1584 besiegelt wurde.

Nach dem Tod König Philipps im Jahr 1591 blieb Belavís auch unter dessen minderjährigem Nachfolger Gabriel V. und der Regentschaft Annas von Österreich leitender Minister und de-facto-Herrscher des Landes. Ein Jahr nach dem Tod Annas von Österreich und der Regierungsübernahme durch Gabriel V. starb Belavís 1603 in Novil.