Philipp IX. Ludwig
Louis-Gabriel de Vienne (*1715, †1792) war souveräner Herzog von Vienne und Graf von Macôn sowie als Gabriel VIII. König von Sagradien und Fürst von Cuentez (1757-1792). Als Urenkel Gabriels VII. war er nach der Abdankung der letzten Santori-Königin Maria II. der erste sagradische König aus dem Haus Vienne und Begründer der sagradischen Königsdynastie der Vienne.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft
Louis-Gabriel François Philippe duc de Vienne wurde 1712 als Sohn Antoine duc de Viennes und dessen zweiter Ehefrau Ana María de Sántori, Schwester des sagradischen Königs Danadier II., in Versailles geboren. Er stammt aus dem Haus der Herzöge von Vienne. Louis-Gabriels Urgroßvater mütterlicherseits war Gabriel VII. von Sagradien, Danadier II. sein Onkel, Maria I. von Sagradien seine Cousine ersten Grades.
Zunächst trug Louis-Gabriel den Titel eines Grafen von Mâcon. Mit 19 Jahren heiratete er seine erste Frau Marie Josephine d'Orléans. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1733 starb Marie-Josephine bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1736 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige Santori-Prinzessin Anna Eleonore von Sesin, eine Tochter Herzog Joseph August von Sesins und ebenfalls Urenkelin Gabriels VII. von Sagradien. 1738 kam Gabriels ältester Sohn Gabriel Henri Alexandre Antoine zur Welt, zwei Jahre später Joseph Louis Philippe François.
Aufstieg zum König
Durch seine Ehe mit einer Santori-Prinzessin gewann Louis-Gabriel einflussreiche Verbindungen zum sagradischen Königshaus und dem ansässigen Hochadel, wo sein Schwager Herzog David Jakob von Sesin als engster männlicher Verwandter Königin Marias I. eine Schlüsselstellung einnahm. Nach dem Ausbruch des Österreichischen Erbfolgekriegs im Jahr 1740 stieg Louis-Gabriel zum Heerführer der sagradischen Truppen auf, 1748 erhielt er den Titel eines Marschalls.
Nach der Übernahme der Regierung durch die kinderlose Maria II. im Jahr 1753 und dem Tod David Jakobs von Sesin stieg Louis-Gabriel, der in Sagradien als Herzog von Vienne bekannt war, zu einem der aussichtsreichsten Thronkandidaten auf und wurde vor allem von der anti-marianischen Opposition bevorzugt, die sich nach einem starken männlichen König sehnte, um den Einfluss der einflussreichen Partei um den Grafen von Montxerent zu beschneiden.
Nach einer Reihe von Intrigen am Hof und in den Ständen kam es 1757 zur Abdankung Marias II., die sich zu diesem Schritt durch die Opposition in den Ständen genötigt sah. Als Nachfolger setzte die antimarianische Partei den Herzog von Vienne durch, der als Urenkel Gabriels VII. über königliches Blut verfügte und zudem als souveräner Herzog von Vienne das nötige Prestige mitbrachte, ohne den Ständen aber als übergroße Bedrohung zu erscheinen.
Königsherrschaft
Nachdem er sich bereit erklärt hatte, die Codices Magni der sagradischen Stände zu beschwören, wurde Louis-Gabriel 1758 in der Kathedrale von Noyar als Gabriel VIII. zum sagradischen König gekrönt. Er war der erste Allergläubigste König seit 300 Jahren, der nicht in männlicher Linie dem Haus Santori entstammte und der erste seit Jahrhunderten, der nicht in Sagradien geboren war.
Gegen den Thronwechsel zum Haus Vienne gab es im Land jedoch Widerstände. Obwohl sich das Königreich nach dem Beginn des Siebenjährigen Kriegs nach einem starken Führer sehnte, verweigerte der tulinesische Reichsteil als traditionelle Hochburg der Santori seine Zustimmung zum Königtum Gabriels und revoltierte gegen den Herrscher, der erst um 1762 die Kontrolle über das aufständische Tulis zu gewinnen vermochte.
Gabriel VIII. regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge des Hauses Vienne gegen alle Widerstände zu sichern. Besonders Gabriels leitender Minister, der Franzose Alphonse de Calogny, arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.
Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik
In der Lex Generalis von 1765 wurden die Bestimmungen der Codices Magni zwar nicht aufgehoben, aber in einem königsfreundlichen Sinn neu interpretiert. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Fürstentum Cuentez in den sagradischen Staat inkorporiert.
Gleichzeitig zu seiner auf einen Ausbau der monarchischen Gewalt ausgerichteten Politik gegenüber den Ständen versuchte auch die Macht der katholischen Kirche in Sagradien einzudämmen und zeigte sich von den Ideen der Aufklärung inspiriert. Er gilt daher als Vorzeigepolitiker eines aufgeklärten Absolutismus in Sagradien, auch wenn die Bezeichnung als absolutistischer Herrscher mittlerweile in der Forschung umstritten ist.
Außenpolitik
Trotz seiner französischen Herkunft und der französischen Prägung seiner Berater und leitenden Minister setzte Gabriel VIII. zunächst entgegen der Erwartungen keine radikale Kursänderung durch, sondern verblieb im Siebenjährigen Krieg in der antifranzösischen Allianz. Als Resultat mussten die Kriegsgegner Frankreich und Spanien im Frieden von Paris 1763 das Vienne-Königtum anerkennen.
In der Folge des Kriegs aber begann sich Gabriel neu zu orientieren und etablierte ein Bündnis mit Frankreich. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. Als Resultat griff Sagradien 1779 auf Seiten der Kolonisten in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein.
1781 machte Gabriel den Piemontesen Gian Antonio Nivelli (Jean Antoine Nivelli) zu seinem leitenden Minister (bis 1787). Unter Nivelli beteiligte sich Sagradien aktiv am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und unterstützte zusammen mit Frankreich, Spanien und den Niederlanden die 13 Kolonien gegen das englische Mutterland. Im Frieden von Paris von 1783 sicherte sich Sagradien Fischereirechte in Nordamerika sowie den Besitz mehrerer strategisch bedeutender Karibikinseln.
Tod und Nachfolge
Gabriel VIII. starb im Jahr 1792 im hohen Alter von fast 77 Jahren. Nachfolger auf dem Thron wurde sein Sohn Joseph Ludwig I. (*1740).