Unión de Republicanoes Radical-Democráticoes

Aus Sagradien
Version vom 19. September 2014, 20:26 Uhr von Thrstnhlzhsr (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) →Nächstältere Version | Aktuelle Version ansehen (Unterschied) | Nächstjüngere Version← (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen

Die Unión de Republicanoes Radical-Democráticoes (kurz URRD, deutsch Union der Radikaldemokratischen Republikaner) war eine relativ kurzlebige liberale Fraktion in der Abgeordnetenkammer der sagradischen Nationalversammlung, die von 1951 bis 1953 bestand und der Versuch war, die aus den Flügeln des Partíu Radical hervorgegangenen Parteien Unión Cívica Radical (UCR) und Unión Democrática Radical (UDR) wieder in einer Organisation zu vereinigen. Nach dem Scheitern des Projekts und dem Zerbrechen der Fraktion 1953 gingen beide Parteien endgültig getrennte Wege und zementierten die Teilung des liberalen Spektrums in Sagradien in eine linksliberale (Partíu Radical-Democrático) und eine eher rechtsliberale (Unión Democrática de Sagradia) Partei.

Geschichte[bearbeiten]

Der sagradische Partíu Radical hatte sich 1949 in zwei Flügel gespalten: der eher rechte Flügel der Partei spaltete sich vom Rest ab, um die Regierung Luciaro zu unterstützen, und bildete daraufhin die UDR, während die linksdominierte Rest-Partei in die Opposition ging und sich anlässlich der Senatswahlen 1949 und Kammerwahlen 1950 mit anderen Gruppierungen der linken Mitte zur Radikalen Bürgerunion UCR vereinte. Bei den Kammerwahlen schnitten jedoch beide Nachfolgeparteien mit 2,2 (UDR) bzw. 2,9 (UCR) Prozent der Stimmen schwach ab und traten der neuen Zentrumskoalition Paulo Luciaros bei. Die vordergründigen Auslöser der Parteispaltung, nicht jedoch ihre eigentlichen Gründe - nämlich ein Richtungsstreit innerhalb der Radikalen Partei, war damit hinfällig geworden.

Um Fraktionsstatus zu erhalten, verbündeten sich die beiden ideologisch nahestehenden Parteien schließlich im Januar 1951 zur Union der Radikaldemokratischen Republikaner. Dahinter standen aber neben pragmatischen Gründen auch der Versuch, die beiden Gruppen mittelfristig wieder zu vereinen und damit die Radikale Partei wiederherzustellen. Lautstarker Befürworter dieser Wiederannäherung war der UDR-Abgeordnete Iano Depretis, ein ehemaliger Minister der Zweiten Republik, der die Führung der URRD-Gruppe übernahm.

Bei den Senats- und Kommunalwahlen 1952 trat die URRD als gemeinsames Wahlbündnis an und konnte einige alte PRD-Hochburgen wieder zurückerobern, jedoch schnitt das Bündnis insgesamt schlechter ab, als Depretis es sich erhofft hatte. Ein für das Jahr 1953 geplanter Parteitag, der die Gründung einer gemeinsamen Partei hätte bilden können, wurde daraufhin bis auf weiteres verschoben. Nach mehreren Differenzen in der Regierung Luciaro traten im Sommer 1953 die Minister der UDR und der UCR auf Beschluss des Fraktionsvorstands unter Depretis von ihren Ämtern zurück. Obwohl die UCR in der neuen Regierung nicht mehr vertreten war, beschloss die Parteiführung um David Galindo Ferres, die neue Regierung Luciaro aus Christ- und Sozialdemokraten bis auf weiteres zu unterstützen, was das faktische Ende der Zusammenarbeit bedeutete.

Der Versuch Depretis’, noch vor den Kammerwahlen 1954 einen gemeinsamen Parteitag abzuhalten, scheiterte. Gegen dessen Willen beschloss die UDR-Führung um Luciano Vélez daraufhin, die Fraktionsgemeinschaft mit der UCR aufzulösen, sodass die URRD-Gruppe im Spätherbst 1953 nach fast drei Jahren aufhörte zu bestehen.

Im Hinblick auf die Kammerwahlen 1954 gingen beiden Parteien nun getrennte Wege. Die UCR bestritt den Weg der Eigenständigkeit, während die UDR ein neues Mitte-Rechts-Bündnis mit den rechtsliberalen Parteien PLD und PND initiierte, das bei den Kammerwahlen schließlich mit Erfolg als Demokratische Union antrat und fast neun Prozent der Stimmen auf sich vereinte.

Ein Teil der UDR sprach sich gegen diesen Schritt aus und verfolgte – freilich ohne Depretis, der sich aus der ersten Reihe der Politik zurückzog – als Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD) weiter das Ziel der gemeinsamen URRD-Partei, die erst 1958 unter dezidiert sozialliberalen Zeichen und mit einer UCR-Minderheit in deutlich kleinerer Form realisiert werden konnte (siehe Partíu Radical-Democrático).