Unión de Republicanoes Radical-Democráticoes
Die Unión de Republicanoes i Radical-Democráticoes (kurz URRD) war eine relativ kurzlebige liberale Fraktion in der Abgeordnetenkammer der sagradischen Nationalversammlung, die von 1951 bis 1953 bestand und der Versuch war, die aus den Flügeln des Partido Radical hervorgegangenen Parteien Unión Cívica Radical (UCR) und Unión Democrática Republicana (UDR) wieder in einer Organisation zu vereinigen. Nach dem Scheitern des Projekts und dem Zerbrechen der Fraktion 1953 gingen beide Parteien endgültig getrennte Wege und bildeten in Umformierungen, Fusionen und Nachfolgeparteien eine linksliberale (Partido Radical-Democrático) und eine rechtsliberale (Unión Democrática de Sagradia Partei.
Historische liberale Parteienkonföderation zwischen 1951 und 1953. Die URRD wurde nach den Kammerwahlen 1950 aus den beiden liberalen Parteien Unión Democrática Republicana (UDR) und Unión Cívica Radical (UCR) gegründet und war der Versuch, die beiden Parteien, die 1949 durch die Spaltung der Radikaldemokratischen Partei (PRD) hervorgegangen waren, wieder in einer politischen Partei zu vereinen. Die PRD, weitgehend linksliberal ausgerichtetes Gründungsmitglied der Liberalen Internationale, war 1949 um die Frage einer Regierungsbeteiligung im Mitte-Rechts-Kabinett Luciaro in einen linken und einen rechten Flügel zerfallen. Der rechte eher konservativ-liberal ausgerichtete Parteiflügel bildete daraufhin die UDR, die unter der Führung von Franco Ponente an der Regierung Luciaro teilnahm, die Parteilinke, welche in der alten PRD die Mehrheit innehatte, fusionierte mit mehreren kleineren Gruppen zur UCR und ging in die Opposition. Bei den Kammerwahlen 1950 schnitten beiden Nachfolgeparteien mit jeweils unter 3 Prozent der Stimmen deutlich schlechter ab als erhofft und verfehlten so das jeweilige Ziel, in die Fußstapfen der alten Radikaldemokraten der Zweiten Republik zu treten.
In der Folge traten beide Parteien, auch die UCR, ins neue Kabinett Luciaro ein, dem nun auch die Sozialdemokraten Santo de la Ilpas angehörten. Im Januar 1951 bildeten die Abgeordneten von UDR und UCR in der Abgeordnetenkammer eine gemeinsame Parlamentsgruppe unter dem Namen URRD und der Führung des UDR-Abgeordneten Iano Depretis, einem ehemaligen Minister der Zweiten Republik. Depretis’ offenes Ziel war es, die beiden Parteien mittelfristig wieder zusammenzuführen. Bei den Senats- und Kommunalwahlen 1952 trat die URRD als gemeinsames Wahlbündnis an und konnte einige alte PRD-Hochburgen wieder zurückerobern, jedoch schnitt das Bündnis insgesamt schlechter ab, als Depretis es sich erhofft hatte. Ein für das Jahr 1953 geplanter Parteitag, der die Gründung einer gemeinsamen Partei hätte bilden können, wurde daraufhin bis auf weiteres verschoben. Nach mehreren Differenzen in der Regierung Luciaro traten im Sommer 1953 die Minister der UDR und der UCR auf Beschluss des Fraktionsvorstands unter Depretis von ihren Ämtern zurück. Obwohl die UCR in der neuen Regierung nicht mehr vertreten war, beschloss die Parteiführung um David Galindo Ferres, die neue Regierung Luciaro aus Christ- und Sozialdemokraten bis auf weiteres zu unterstützen, was das faktische Ende der Zusammenarbeit bedeutete. Der Versuch Depretis’, noch vor den Kammerwahlen 1954 einen gemeinsamen Parteitag abzuhalten, scheiterte. Gegen dessen Willen beschloss die UDR-Führung um Luciano Vélez daraufhin, die Fraktionsgemeinschaft mit der UCR aufzulösen, sodass die URRD-Gruppe im Herbst 1953 aufhörte zu bestehen.
Im Hinblick auf die Kammerwahlen 1954 gingen beiden Parteien nun getrennte Wege. Die UCR bestritt den Weg der Eigenständigkeit, während die UDR ein neues Mitte-Rechts-Bündnis mit den rechtsliberalen Parteien PLD und PND initiierte, das bei den Kammerwahlen 1954 schließlich mit Erfolg als „Demokratische Union“ antrat. Ein Teil der UDR sprach sich freilich gegen diesen Schritt aus und verfolgte – freilich ohne Depretis, der sich aus der ersten Reihe der Politik zurückzog – als Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD) weiter das Ziel der gemeinsamen URRD-Partei, die erst 1958 unter dezidiert sozialliberalen Zeichen und mit einer UCR-Minderheit in deutlich kleinerer Form realisiert werden konnte.