Partíu Republicano Radical
Der Partido Radical oder Partido Republicano Radical war eine politische Partei in Sagradien, die 1894 aus dem radikalen Flügel der sagradischen Republikanischen Partei entstand und unter verschiedenen Namen bis zu ihrem Verbot 1938 bestand. Danach wurde die Partei 1943 wiedergegründet und bestand nach mehreren Abspaltungen und Fusionen und mit abnehmendem Erfolg im wiedergegründeten Partido Radical-Democrático bis 1992 weiter. Die 2008 gegründete Partei Demokratie und Solidarität - die Radikalen nimmt Bezug auf den historischen Partido Radical, in dessen Tradition sie sich sieht.
Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und zählte sich fast immer zur sagradischen Linken, deren wichtigster Vertreter die Partei in den Anfangsjahren der Zweiten Republik auch war, ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der sagradischen Sozialistischen Partei abgelöst wurde.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte der Radikalen Partei
Ursprünge des sagradischen Radikalismus
Die radikal-republikanische Bewegung in Sagradien erlangte erstmals in der Aprilrevolution 1848 politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich die Republikaner zusammen mit Radikalen in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Der Regierung von Jacquel de Montevil standen die Republikaner zunächst ablehnend gegenüber, zeigten Mitte der Sechziger Jahre aber Kooperationsbereitschaft. Die konstitutionell-monarchische Verfassung des Jahres 1870 dagegen lehnten die Republikaner ab. Nach dem Rücktritt Montevils 1873 standen die Republikaner in erbitterter Opposition zu König Richard III. 1876 erfolgte die Gründung der Republikanischen Partei, woraufhin die Partei unter Führung von Santo Cripón De la Moya und Luis Cavaller innerhalb der parlamentarischen Linken zunehmend an Gewicht gegenüber den monarchischen Liberalen gewann. Nach dem Wahlsieg 1890 übernahmen die Republikaner in der Januarrevolution 1891 die politische Führung. Gleichzeitig aber verhinderte Parteichef Cavaller eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der Sozialisten, indem er Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchte und das Großbürgertum durch den Verzicht auf radikale Sozialmaßnahmen band. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.
Gründung des Partido Radical
In der verfassunggebenden Nationalversammlung, wo die Republikanische Partei die stärkste Einzelfraktion darstellte, dominierten die großbürgerlichen und liberalkonservativen Faktionen der Partei und stellten mit Luis Cavaller und José Delacrûce den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der Zweiten Republik. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und stärker konservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und Luciano Tropexas führten bereits in der Nationalversammlung zur Aufspaltung der Republikanischen Partei in einen radikalen, einen liberalen und einen konservativen Flügel, die sich seit 1894 auch organisatorisch trennten. Führende Radikale wie Donado Salgado, Pietro Celeste und Loris Manuel gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen Nationalverein und einen Nationalen Wahlausschuss als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des Partido Republicano Radical i Radical-Democrático.
Bei den Wahlen 1895 traten die Republicanōes i Radical-Democráticōes erstmals als eigenständige Partei an, stellten nach der Wahl aber nur drittstärkste Kraft im republikanischen Lager hinter der Liberal-Republikanischen Partei und den konservativen Unionisten. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen.
Zwischen Liberaler Koalition und Opposition
Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.
Bei den Wahlen 1899 konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von Donado Salgado übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgado implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den Wahlen 1903 drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten Koalition der Moral, ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde Cristoval Sánchez, der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.
Spaltung und Linkskartell
Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten Integralisten in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgados und bildeten den Partido Democrático Radical Socialista, auch als Radikalsozialistische Partei bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.
Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer Francisco Calbane 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der Kammerwahl 1917, der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, das Cartel de la Sinistra zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.
Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum Partido Radical i Social-Democrático (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder Partido Republicano Radical (PRR) nannte. Donado Salgado hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.
Unter dem Radikalen António Diaz führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit António Sarabal den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit Cristoval Sánchez (1914-1921) und Carles Simón López (1921-1925) stellten die Radikalen den zweiten und dritten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den Wahlen 1925, welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.
Krise der Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre
Die Wahlen 1925 führten zu einer Destabilisierung und zu immer neuen inneren Spaltungen der Partei in konkurrierende Flügel, die sich aber nicht auf der Organisationsebene, sondern innerhalb von Partei und Fraktion vollzogen. Meist unterstützte nur ein Teil der radikalen Abgeordneten mehrere in rascher Folge amtierende Mitte-Rechts-Regierungen der Nationalen Konvergenz, zu der nun auch die liberale Republikanische Allianz Daniel La Pontes gehörte. Die Parteiführung der Radikalen – von den politischen Niederlagen verunsichert – schwankte zwischen einer Annäherung an die katholische Rechte und dem Versuch einer konstruktiven, aber eigenständigen Oppositionspolitik zu den Regierungen der zunehmend antidemokratisch auftretenden Rechtsbündnisse. Der Sieg des von der katholisch-konservativen Unión Popular García D’Alemas angeführten Bloc Nacional bei den Wahlen 1930 und die Niederlage der Radikalen, die nur noch 7 Prozent der Abgeordneten stellten, führte zu einer Wiederannäherung der von Angel Colón geführten PRR an die sozialistische Linke, mit der man seit 1932 gemeinsam in der Opposition zu Präsident D’Alema und den von ihm eingesetzten Präsidialregierungen stand. Dennoch artikulierte die Radikale Partei diese Haltung nur sehr zurückhaltend, was ihr von Seiten der Sozialisten und der Kommunisten den Schmähruf der „Schweigenden Gegnerschaft“ eintrug und 1933 in der Abspaltung des linken Flügels als Unión Radical Socialista führte.
Historische Namen der Radikalen Partei und ihrer Abspaltungen
Partido Republicano Radical-Democrático (PRRD/RRD/PRR)
Abspaltung 1909: Partido Democrático Radical Socialista (PDRS)
Fusion 1920: Partido Radical i Social-Democrático (PRSD)
Name seit 1925 wieder: Partido Republicano Radical (PRR)
Abspaltung 1933: Unión Radical-Socialista (URS)
Partei 1943: Partido Republicano Democrático i Radical-Democrático (PRD)
Abspaltung 1949: Unión Democrática Republicana i Radical-Democrática (UDR), seit 1955 Unión Democrática Republicana (UDR)
Fusion 1950: Unión Cívica Radical (UCR)
Abspaltung UDR 1955: Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD)
Fusion 1958: Partido Radical-Democrático (PRD)