Luis Enrico de Piacón

Aus Sagradien
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Luis Enrico de Piacón (*1898 bei Madrid, +1975 in Santana, vollständiger Name Luis Enrico Fernando María António Ramírez Conte de Piacón-Santana i Bernat) war ein sagradischer konservativer Politiker (PPC). Er war von 1950 bis 1955 Finanzminister und danach bis 1958 Justizminister unter Ministerpräsident Paulo Luciaro.

Leben und Wirken

Luis Enrico de Piacón, Sprössling der sagradisch-italienischen Hochadelsfamilie der Piacone, wurde im spanischen Exil der Adelsfamilie geboren und ging in Madrid zur Schule, ehe er nach dem Rehabilitationsgesetz von 1904 wieder mit seiner Familie nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ging nach dem Schulabschluss zum Militär und schlug parallel dazu ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. Er wurde Spezialist für Finanzrecht und trat in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die staatliche Finanzverwaltung ein. Seit 1934 arbeitete am staatlichen Finanzhof, 1940 trat er als Abteilungsleiter ins Finanzministerium ein.

Aufgrund der als antimonarchisch empfundenen politischen Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit trat Piacón 1944 der Unión Monarquista bei, die sich für eine Rückkehr zur Monarchie, aber auch gegen anti-aristokratische Tendenzen stark machte. Daraufhin musste er aus dem Finanzministerium ausscheiden.

Nach dem Scheitern der Unión Monarquista bei der Parlamentswahl 1945 schloss er sich schließlich der christdemokratischen Volkspartei an. Für diese gelang es ihm 1946, in den Senat einzuziehen, wo er den Wahlkreis Bolivas repräsentierte und schnell Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde. Innerhalb der Volkspartei konnte er sich bald als Vertreter des konservativen Flügels profilieren und wegen seiner weitreichenden Kontakte und seiner Integrationskraft im konservativen Spektrum eine wichtige Stellung einnehmen.

Nach der Parlamentswahl 1950 wurde Luis Enrico Piacón überraschend und gegen den Willen des sozialistischen Regierungspartners zum Finanzminister im Kabinett Luciaro III berufen. Diesen Posten behielt er bis zur Parlamentswahl 1954. Nach einer Kabinettsumbildung im Januar 1955 wurde Piacón Justizminister. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei der Kabinettsbildung 1958 wurde er nicht mehr berücksichtigt und zog sich danach aus der ersten Reihe der Politik zurück. Bei den Senatswahlen 1961 bewarb er sich um kein neues Mandat. Der rechte Parteiflügel des PPC brachte ihn 1965 als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel. Er spielte in den Plänen der Parteiführung jedoch keine Rolle. Nach den Kommunalwahlen 1964 wurde Piacón Präsident der Provinz Corar, 1968 provisorisches Oberhaupt der neu gebildeten Region Liez und Corar und delegiertes Mitglied des ersten Regionalrats. Bei den ersten Regionalwahlen 1969 wurde der mittlerweile 71-jährige Piacón zum Regionalrat gewählt und amtierte danach bis 1973 als Präsident des Regionalrats.

Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten Iacovo Del Pérez zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn Lorenzo de Piacón wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe Carles de Piacón war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der PPC.

Politische Funktionen

Öffentliche Ämter

Mandate

Parteifunktionen

  • 1952-1955: Stellvertretender Parteivorsitzender der PPC
  • 1963-1972: Parteivorsitzender der PPC in Corar