Zweite Sagradische Republik
Als Zweite Sagradische Republik (sagr. Segona República Sagradêsa) wird die Geschichte Sagradiens zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und der Ablösung der demokratischen Republik durch den autoritären Estado Sagradês 1938 bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes.
Inhaltsverzeichnis
Politisches System
Verfassungsordnung
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische Novemberstatut 1891, die parlamentarische Aprilverfassung 1892 sowie die konservativ orientierten Januarrevisionen 1895 gelten.
In der Januarrevolution 1891 erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den Volksrat unter Führung von Volksratspräsident Luis Cavaller und Kriegsminister Luis María del Castos, die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten.
Im Novemberstatut 1891 und schließlich in der darauf basierenden Aprilverfassung 1892 wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als "demokratische, soziale und unteilbare Republik" konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden Nationalversammlung, die ihrerseits die Exekutive unter Führung des Präsidenten der Republik wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892 in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die konservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision (Januarrevisionen 1895) durch. Die gesetzgebende Nationalversammlung wurde durch eine Zweikammerarchitektur ersetzt, bestehend aus einer alle vier Jahre direkt gewählten Abgeordnetenkammer und einem nicht direkt gewählten Rat der Republik, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte.
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die gemeinsame Versammlung der Abgeordneten und der Räte gewählt werden und nicht abwählbar sein. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Abgeordnetenkammer mit Zustimmung des Rats der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.
Parteien
Geschichte der Zweiten Republik
siehe dazu Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert