Danadier I.

Aus Sagradien
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Danadier I. (*1545; †1592), genannt der Dichterkönig (le Rei-Poeta), war König von Sagradien (1580-1592), Conte von Tulis (1579-1592) sowie als Herzog von Salua und Macedi und Fürst von Marbore Herr der Saloanischen Lande (1575-1592). Der künstlerisch interessierte König galt als schwacher Herrscher und stand Zeit seiner Regierung unter dem politischen Einfluss widerstrebender Machtgruppen um seine protestantische Frau Luise von Bourbon und der katholischen Hofpartei, die in den letzten Jahren seiner Regierung schließlich durch den leitenden Minister Joán María de Belavís eine entscheidende Machtstellung am Hof erreichte. Außenpolitisch wurde seine Herrschaft durch die verlorene Auseinandersetzung mit Spanien um die Erbfolge in Portugal bestimmt.

Jugend und Thronbesteigung

Danadier Manuel Philipp von Santori-Valier wurde 1545 als ältester Sohn von Königin Johanna I., der jüngsten Tochter König Davids von Sagradien, und ihrem Ehemann Philipp von Valier geboren. Als Kronprinz erhielt Danadier zunächst den Titel eines Grafen von Vierna, später den eines Prinzen von Sarmay, und wurde in Semest erzogen, wohin sein Vater und seine Mutter den Hof verlegten.

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Nach dem Tod seines Vaters 1552 regierte seine Mutter Johanna alleine. Sie versuchte, die Ausbreitung der calvinistischen Religion in Sagradien zu unterbinden und eine sich anbahnende militärische Konfrontation zu verhindern, was aber scheiterte. Die Konversion von Enrico d'Esqués, dem Herzog von Viça, zum Calvinismus führte 1560 zum Ausbruch eines Krieges zwischen dem protestantischen Nordosten und den königlichen Truppen (Vizanischer Krieg). In der Folge versuchte Johanna ihren Sohn schrittweise zum kommenden Herrscher zu erziehen und ernannte ihn 1566 zum Mitregenten. 1567 heiratete er die 17-jährige Luise von Bourbon, Prinzessin von Navarra und älteste Schwester des späteren französischen Königs Heinrich IV., die ihm 1572 mit dem Prinzen Philipp-David einen Sohn gebar. Die Ehe war Teil der neuen versöhnlicheren Politik Johannas gegenüber den Protestanten, schließlich war die Bourbon-Prinzessin im protestantischen Glauben erzogen worden.

Unter dem Einfluss Luises von Bourbon

Danadier geriet schnell und zusehends unter den völligen Einfluss seiner ehrgeizigen Gemahlin und ihrer französischen Entourage, die enge Kontakte zu Heinrich von Navarra unterhielten. Als Heinrich 1569 zum politischen Führer der französischen Hugenotten aufstieg, wurde Danadiers Ehe mit Luise von der katholischen Hofpartei zunehmend kritisch gesehen. Auch das Verhältnis zwischen Danadier und seiner Mutter verschlechterte sich in der Folge stetig, da Danadier und Luise gegenüber der Königin auf eine stärkere Beteiligung an der Macht drängten.

Johanna I. dankte 1575 zunächst in Macedi und 1579/80 schließlich auch in Sagradien zugunsten ihres Sohnes ab und zog sich aus der Regierung zurück. An ihrer Stelle übernahm nun die ehrgeizige Königin Luise die Rolle der starken Frau am Hof. Danadier agierte nun als nominell alleiniger Herrscher ganz im Sinne seiner Frau und ihrer protestantischen Berater. Er führte eine zunehmend tolerante Politik gegenüber den Calvinisten im eigenen Land. Bereits seine Mutter hatte 1566/67 mit seinem Onkel Enrico d'Esqués endgültig Frieden geschlossen und im Toleranzedikt von Viça Gewissensfreiheit gewährt. Im Edikt von Lesta 1581 gewährte Danadier zudem den Calvinisten weitere Rechte und lockte damit auch viele Flüchtlinge aus Frankreich ins Land, die der sagradischen Wirtschaft zugute kamen. Nach dem Edikt von Lesta kam es jedoch bald zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Spanien unterstützt wurden. Immer wieder kam es daher zu Versuchen katholischer Kreise am Hof, die Königin und ihre französischen Berater zu entmachten.

Der Dauerstreit Luises von Bourbon mit der katholischen Hofpartei, der im Jahr 1581 eskalierte, und der gescheiterte Versuch des Grafen von Nerval, den Einfluss der französischen Hofpartei zu brechen und Johanna wieder als Regentin einzusetzen, führten zum Bruch des Königs mit seiner Mutter, die dauerhaft vom Hof entfernt und im Klosterpalast in Sagrera eingesperrt wurde.

Danadier selbst galt als melancholisch und wenig interessiert am politischen Geschehen. Zunehmend widmete er sich seiner Leidenschaft, der Poesie. Er schrieb zahlreiche Gedichte, die an seinem Hof immer wieder ausländischen Gästen und Gesandten vorgetragen wurden. Er zog die Kultur klar der Politik vor und unter seiner Regierungszeit erlebte das "Große Zeitalter" in der sagradischen Kunst und Literatur einen Höhepunkt.

Außenpolitik und Kriege

In der Außenpolitik kam es in der Regierungszeit Danadiers zu heftigen Auseinandersetzungen mit Spanien um das Erbe der portugiesischen Linie des Hauses Santori, die mit dem Tod Sebastians I. 1578 in eine dynastische Krise geraten war. Ein sich abzeichnender Anspruch Danadiers I. auf die Krone Portugals war im Land äußerst unpopulär, da die pro-spanische Propaganda ihn als Protestanten und Gegner der Katholischen Kirche brandmarkte.

Zwar unterstützte Danadier zunächst die Herrschaft seines Großonkels Heinrich I. in Lissabon und dessen Vorhaben, die Thronfolge einvernehmlich mit den portugiesischen Ständen zu regeln. Dem kam Heinrichs Tod 1580 zuvor, der den bereits erwarteten Portugiesischen Erbfolgekrieg auslöste. Nachdem Philipp II. von Spanien sich rasch des portugiesischen Throns bemächtigt hatte, gelang es Sagradien in mehreren wichtigen Schlachten nicht, den erhofften Sieg gegen die Spanier zu erreichen. Nach der Niederlage der sagradischen Allianz bei den Azoren 1583 unternahm Danadier noch mehrere militärische Operationen, die aber halbherzig und schlecht finanziert blieben. Portugal fiel damit an die spanischen Habsburger, die in der "Iberischen Union" bis 1640 in Lissabon regierten.

Katholische Hofrevolte und Regierung Belavís

Mit dem Tod des Infanten Philipp David, Prinz von Sarmay, Ende 1580 wurde die Stellung Königin Luises deutlich geschwächt, da es keinen Thronerben gab. Präsumptiverbe wurde nun der minderjährige Neffe Danadiers, Ludwig Philipp I. von Sessin, dessen Mutter Anna Maria von Esqués der pro-protestantischen Partei zugerechnet wurde. Daraufhin kam es 1582 zu einer Revolte der katholischen Hofpartei gegen die französische Königin und ihre Berater. Aufgrund einer angeblichen Affäre Luises mit einem ihrer französischen Günstlinge namens Charles de Maurois wurde die Königin vom Hof verbannt. Neuer leitender Minister und starker Mann am Hof wurde Joán María de Belavís, der in den Folgejahren maßgeblich die sagradische Politik bestimmte. Auf Bemühen Belavís' hin wurde die Ehe mit Luise schließlich unter Berufung auf Luises protestantischen Glauben durch den Papst annulliert und die Hochzeit Danadiers mit Eleonora Gonzaga arrangiert, einer Tochter Guglielmo Gonzagas, des Herzogs von Mantua. Danadier und Eleonora heirateten im Dezember 1584. Zehn Monate später gebar diese ihm den Thronfolger Prinz Gabriel Philipp, der den Titel eines Prinzen von Sarmay erhielt.

Unter Belavís bemühte sich Sagradien zwar weiter um eine Rückeroberung Portugals, hielt sich mit groß angelegten militärischen Operationen aber zurück. Im Inneren distanzierte sich Belavís vom bisher praktizierten protestantenfreundlichen Kurs und setzte auf eine stärkere Unterstützung der gegenreformatorischen Bewegung und eine Betonung der Stellung des Katholizismus als Staatsreligion. Daneben legte Belavís den Grundstein für den sagradischen Absolutismus, indem er die Einflussmöglichkeiten des Adels einschränkte. Außerdem bemühte er sich um einen Ausbau des sagradischen Kolonialreiches.

Tod und Erbe

Danadier I. starb im Jahr 1592 im Alter von 47 Jahren in Semest. Auf dem Thron folgte ihm sein erst sechsjähriger Sohn Gabriel V. nach, der fortan unter Regentschaft Eleonora Gonzagas stand.

Aus seinen zwei Ehen gingen mehrere Kinder hervor. Aus der Ehe mit Luise von Bourbon:

  • Philipp David, Prinz von Sarmay (1572-1580)

Aus der Ehe mit Eleonora Gonzaga: