Gabriel X. Emil

Aus Sagradien
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Joseph Ludwig II. (von Sagradien) (José Luis II, *1782; †1829) war König von Sagradien (1817-1829) aus dem Herrscher-Haus Vienne. Er gelangte 1817 durch die Absetzung seines Onkels Joseph Ludwig I. infolge der Novemberrevolution auf den Thron und erließ danach die so genannte Novemberverfassung. Danach führte er zwei Kriege gegen Micolinien um den Besitz Golens. Vor seiner Thronbesteigung war er als Herzog von Alconía bekannt.

Jugend und Thronbesteigung

Joseph Karl Ludwig Ignatius Salvator von Vienne und Braganza, Herzog von Alconía, wurde 1782 als ältester Sohn von Prinz Karl Emil von Vienne, Herzog von Viça, und dessen Frau Maria von Bragança in Semess geboren. Er war damit ein Urenkel des bis 1792 regierenden Königs Gabriel VIII. und ein Neffe des 1792 gekrönten Joseph Ludwig I., der ein älterer Bruder seines Vaters war. Bekannt war der Prinz als Don José, Duca d'Alconía. Mit der Geburt seines Neffen Luis Gabriel, dem Sohn seines Bruders Joseph Ludwig, im Jahr 1795 schien es nicht so, als würde Don José je regieren. Er heiratete 1793 Johanna, die Tochter Karls XI., der ein Jahr später den micolinischen Thron bestieg. Johanna gebar ihm 1795 den Sohn Philipp Albert (Don Filipe Alberto, genannt Filiperto), der den Titel eines Prinzen von Vesaey erhielt. 1799 folgte der Prinz Manuel, späterer Graf von Casigón. 1804 heiratete Miguel de Vuelta nach dem Tod seiner ersten Frau Johanna von Micolinien seine Nichte Carlota von Bourbon, Tochter Joseph Ludwigs II., die jedoch bereits 1809 verstarb. In dritter Ehe war Don José schließlich mit der Bourbonenprinzessin Beatrice von Neapel verheiratet.

Nach der Niederlage Sagradiens gegen das napoleonische Frankreich, der folgenden Absetzung König Joseph Ludwigs I. und der Einsetzung einer französisch dominierten Regierung unter Alexandre Lacomb floh der Herzog ins Exil nach Micolinien. Nach dem Tod seines Vater Karl Emil im Jahr 1808 und dem gewaltsamen Tod seines Vetters König Gabriel IX. im Jahr 1812 stieg Don José im Exil in der Rangfolge der Thronerben rasch auf den ersten Platz auf.

Befreiungskrieg und Novemberrevolution

1812 nahm Don Miguel de Vuelta, ein Onkel Don Josés, den Oberbefehl über ein Heer sagradischer Exilanten und konnte zusammen mit Wellington und dem micolinischen General Joann Osvalt Cresq einige Siege gegen Napoléon feiern, u.a. 1813 in der Schlacht bei Colón, die zur Flucht Julie Bonapartes aus Sagradien und zur Rückkehr Joseph Ludwigs I. auf den Thron führten. Don José, von seinem Onkel als Erbe anerkannt, kehrte ebenfalls nach Sagradien zurück. König Joseph Ludwig erkannte aber die von den Cortes ausgearbeitete Verfassung nicht an. Stattdessen machte er sich daran, die absolute Herrschaft des Königtums wiederherzustellen (Cuartênio Absoluta). Es kam im Herbst 1817 zur Rebellion der führenden liberalen Adligen und Teile des Bürgertums (Novemberrevolution) gegen den neuen alten König, der schließlich für regierungsunfähig erklärt wurde. Die Macht übernahm nun als Regent Herzog Miguel de Vuelta, der seine Bereitschaft zu Reformen anzeigte und einen als Stellvertretung der Cortes eingesetzten Siebenerrat als Beratungs- bzw. (Mit)-Regierungsgremium anerkannte.

Der Thronerbe Don José wurde auf diese Weise übergangen, konnte seinen Anspruch zur Mitregierung zunächst aber nicht durchsetzen. Miguel erließ eine liberale, an dem Entwurf von 1812 orientierte Verfassung (Novemberverfassung) und sicherte sich damit die Zustimmung der gemäßigt-liberalen Konstitutionalisten zu seiner Regierung. Als Karl XI. von Micolinien die Rebellion und die folgenden „Semanas Liberales“ zu einer Invasion in Golen nutzte, um die alte Ordnung wiederherzustellen, gleichzeitig aber seinen Einfluss in Sagradien zu wahren, geriet der Regent in Bedrängnis und musste schließlich für Joseph Ludwig I. die Abdankung erklären und seinen Neffen Don José als Thronfolger anerkennen. Dieser folgte schließlich als Joseph Ludwig II. auf den Thron.

Königtum

Die Cortes erkannten den Herzog von Alconía als neuen König an, der sofort Friedensverhandlungen mit Karl XI. führte. Joseph Ludwig nutzte den Friede von Vèrisa, in dem er den besetzten Teil Golens abtrat, um seine Herrschaft zu konsolidieren, die er kurze Zeit später seinem leitenden Minister Carles de Meném übertrug. Auch Miguel de Vuelta blieb weiterhin einflussreich. Sagradien rüstete zur Rückeroberung Golens. Bis 1819 stand Meném in Verhandlungen mit dem monarchischen Ausland und der Heiligen Allianz, um seine Anerkennung als rechtmäßiger König zu erreichen.

1819 nutzte Sagradien einen Bauernaufstand in Westgolen dazu, auf Druck der Cortes Generales hin den Vertrag von Vèrisa zu widerrufen. Damit löste er den ersten Golenkrieg gegen Micolinien aus. Nach erfolglosem Kriegsverlauf für Sagradien musste Sagradien 1825 den Friede von San Cristo hinnehmen, der Micolinien fast ganz Golen zuschrieb und einer Absolutniederlage Sagradiens gleichkam. Der König geriet im Innern unter großen Druck. Um seine Stellung zu sichern, löste er sich endgültig von seinen liberalen Beratern und berief 1825 den Konservativen Bernardo Graf Dirán zum Leitenden Minister. Dieser beschnitt die zuvor gewährten Freiheiten wieder stark und versuchte, die autoritäre Stellung des Königs zu sichern. Dirán forcierte 1827 den Zweiten Golenkrieg gegen Micolinien, indem er eine innere Schwäche Micoliniens unter dem neuen König Franz VII. dazu nutzte, Micolinien erneut den Krieg zu erklären. Diesmal verlief der Krieg weitaus günstiger für Sagradien und Golen konnte bald in großen Teilen wiedererobert werden. Mitten in den Krieg fiel 1829 der Tod des Königs. Da Joseph Ludwigs ältester Sohn Philipp Albert, genannt Filiberto, bereits 1825 gestorben war, wäre eigentlich Joseph Ludwigs zweitältester Sohn Manuel von Casigón nachgefolgt, der jedoch nach der heimlich geschlossenen unstandesgemäßen Ehe mit der Grafentochter Marifrancisca de Clermente auf sein Erbe verzichtet hatte.

Aus Angst vor micolinischen Ansprüchen wählten die Cortes nun rasch den Bruder des verstorbenen Königs, Emilio Joán de Borbón-Viena, Herzog von Viça, als Emil I. Johann zum neuen König. Dessen Erster Minister, der Abat de Francovil, leitete unmittelbare Friedensverhandlungen mit Micolinien ein, die zum Friede von Diegue 1829 führten, in dem der Status quo ante von 1815 wiederhergestellt wurde. Außerdem setzte er die miguelitische Verfassung von 1815 wieder außer Kraft und restaurierte endgültig das Ancien Régime. Alle Versuche von liberaler Seite, den Grafen von Casigón dazu zu bewegen, den Thron zu beanspruchen, scheiterten an dessen ablehnender Haltung. Erst sein Sohn Francisco Javier de Casigón versuchte 1848 vergeblich, den Thron zu beanspruchen. Seine Nachkommen werden als manuelitische Prätendenten bezeichnet.

Die Rolle Joseph Ludwigs.

Die Regentschaft Joseph Ludwigs II. ist unter Historikern stark umstritten. Die einen sehen ihn als Liberalen, der in den „Restaurationskriegen“ die sagradische Herrschaft in Golen restituiert und Sagradien die bürgerlichen Freiheiten der Napoléonzeit bewahrt hat und nur am Ende aus herrschaftssichernden Gründen einige wieder beschneiden musste. Die anderen sehen ihn als beeinflussbaren und schwachen, militärisch erfolglosen und innenpolitisch zunehmend reaktionären Autokraten, der in seinen letzten Jahren den Weg zur vollständigen Restauration geebnet habe.