Volksunion
| Acción Popular Volksaktion Unión Popular Volksunion | ||
| Parteiführer | Abat Bernardo Regüer Francisco Tropexas Domênco Scalfín Estefán Gaeta d'Alejandro Manuel Sants-Igualde | |
| Gründung | 1905 (als Acción Popular) 1924 (als Unión Popular) | |
| Auflösung | 1945 | |
| Vorgänger | NCS; Unión Nacional | |
| Nachfolge | PPC | |
| Ausrichtung | Konservatismus Polit. Katholizismus Nationalismus Korporatismus | |
| Bündnis | Bloco Nacional (1925-1938) Comunión Nacional (1940-1945) | |
| Position | Rechts | |
Die Unión Popular (UP) oder zu deutsch Volksunion war eine war eine katholisch-konservative Partei in der Zweiten Sagradischen Republik und die erste Massenpartei der sagradischen Rechten. Die Partei wurde 1905 als Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs (deutsch Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken, kurz Acción Popular) gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der Unión Nacional hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste.
Ursprünglich eine Fraktion von mehreren innerhalb der politischen Rechten entwickelte sich die Acción Popular im Laufe der Jahre zur Massenpartei. Nach einer Fusion mit mehreren Rechtsparteien wie dem Partíu Republicano Conservador erhielt die Partei im Jahr 1924 den Namen Unión Popular und wurde in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre zur dominierenden Kraft des Landes. Mit Domênco Scalfín und Estefán Gaeta d'Alejandro stellte sie zwei Staatspräsidenten und zudem mehrere Ministerpräsidenten, darunter Manuel Sants-Igualde, der das Land von 1932 bis 1936 und erneut von 1938 bis 1941 regierte.
Die Popularen waren die Partei der katholisch-konservativen Rechten und verfolgte vornehmlich korporatistische Ziele, die soziale und Klassenspannungen durch harmonischen Ausgleich der Stände des Volkes ersetzen sollten. Verfassungspolitisch setzten sich die Upistas für eine Reform der Republik im Hinblick auf eine Stärkung der Exekutive und die Einführung korporatistischer Elemente ein.
Geschichte
In der Ära der konstitutionellen Monarchie wurden katholisch-konservative Positionen von der bis 1873 oppositionellen Konservativen Partei in der Abgeordnetenkammer vertreten, die seit den 1850er Jahren die Opposition gegen die liberal dominierte Regierung Jacquel de Montevils bildete und zwischen 1873 und 1884 die Mehrheitsfraktion im Parlament stellte. Sie unterstützte u.a. eine starke Position des Monarchen sowie die Verteidigung der Interessen der katholischen Kirche gegenüber der liberal dominierten Staatsbürokratie.
Nach der Januarrevolution 1891 gingen die Reste des alten Partíu Conservador in der monarchistischen Opposition gegen die neue Zweite Sagradische Republik auf, die vor allem den liberal-säkularen Kurs der neuen republikanischen Parlamentsmehrheit ablehnte. Gleichzeitig drangen mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts wurde zudem auch für die rechte Opposition die soziale Frage zu einem Thema. Infolge der Enzyklika "Rerum Novarum" von Papst Leo XIII. im Jahr 1891 bildete sich schließlich eine Gruppe katholischer Abgeordneter in der Abgeordnetenkammer, die einerseits den liberal-laizistischen Kurs der radikalen und moderaten Republikaner ablehnten, andererseits für einen Einbezug der christlichen Soziallehre ins politische Programm eintrat. Führer dieser Gruppe waren der katholische Priester Abat Bernardo Regüer sowie die Abgeordneten Alfredo Cresca und Demetrio Orzabal.
Der gescheiterte antirepublikanische Putsch von 1898 führte dazu, dass sich frühere monarchistische Katholiken mit der Republik zunehmend arrangierten und sich der republikanische Mitte annäherten. Katholische Positionen wurden nun von der 1897 gegründeten Unión Nacional vertreten, einem heterogenen Zusammmenschluss konservativer Abgeordneter unterschiedlicher Ausrichtung. Ein Teil des katholisch-klerikalen Flügels der Unión Nacional schloss sich im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 1905 zu einer gemeinsamen parlamentarischen Gruppe zusammen. Sie unterstützten den konservativen Bewerber Joán Cardinal, der sich schließlich durchsetzen konnte und zum zweiten Präsidenten der Republik gewählt wurde. Bei den Parlamentswahlen 1907 traten katholische Bewerber erstmals unter dem Label der Acción Popular an.
Nach dem weiteren Zerfall der Unión Nacional ging die Acción Popular als unabhängige Gruppierung hervor und erhielt bei den Wahlen 1909 bereits mehr Mandate als die unionistischen Nachfolgeparteien zusammen, vier Jahre später wurde sie stärkste Kraft im klerikal-konservativen Lager und bildete daraufhin gemeinsam mit der siegreichen liberalen Republikanischen Allianz (AR) eine Koalition der rechten Mitte, die 1917 aber durch eine linke Mehrheit abgelöst wurde.
Während Regüers Nachfolger als Parteiführer Francisco Tropexas seit 1917 versuchte, in Konkurrenz zur Linken das sozialreformerische Profil der Partei zu schärfen, kam es zu einem kontinuierlichen Erstarken des konservativen und teilweise antidemokratischen rechten Parteiflügels und zu extremen innerparteilichen Spannungen. Nach dem Sieg der Linken bei den Parlamentswahlen 1917 und der ersten sozialistischen Regierungsbeteiligung rückten die Katholiken der Volksaktion stärker nach rechts und suchten zum Teil den Schulterschluss mit den antirepublikanischen Kräften, was zu einer Spaltung der Partei führte. Die Jugendorganisation Liga del Pôblu Jovén trennte sich von der Partei und erklärte sich für unabhängig, aus ihr ging 1925 die christdemokratische PDP hervor. Der Rest der Partei drängte in Opposition zum Bloco de Sinistra von 1917 und zur laizistischen "Großen Koalition" von 1921 auf ein größeres katholisches "Selbstschutzbündnis" gegen den Angriff der Laizisten zur endgültigen Trennung von Staat und Kirche, was die Apistas als Angriff auf die katholische Religion ansahen. 1924 bildeten schließlich die Volksaktion sowie mehrere kleinere Rechtsparteien die katholisch-konservative Unión Popular, die gegenüber der Vorgängerpartei stärkere innere Strukturen und eine straffere Organisation aufwies.