Gabriel IX.
Gabriel IX. (von Sagradien) (*1712, †1777) war König von Sagradien (1751-1777).
Inhaltsverzeichnis
Jugend und Thronbesteigung
Gabriel wurde 1712 als ältester Sohn von [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Bourbon, Herzog von Alençon und dessen Gemahlin Marie von Savoyen geboren und auf den Namen Louis Eugène Charles Gabriel getauft. Er war damit ein Urenkel Ludwigs XIV. von Frankreich. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Isabella von Spanien, einer Tochter Philipps V., im Jahr 1732 erhielt er den Titel eines Herzogs von Berry. 1734 kam Gabriels Sohn Joseph Louis Philippe François zur Welt, der spätere Joseph Ludwig I..
Nach der Erhebung seines Vaters Gabriel VIII. zum sagradischen König im Jahr 1747 kam Gabriel als potenzieller Thronfolger nach Sagradien, wo er Herzog von Bordez wurde. Im Gegensatz zu seinem Vater lernte er schnell sagradisch und erreichte dadurch, dass seine Thronfolge 1750 von den Cortes bestätigt wurde. Nach dem Tod seines Vaters 1751 wurde Louis Eugène feierlich als Gabriel IX. zum König von Sagradien ausgerufen, musste aber noch den Eid auf die Codices Magna ableisten, was er aber nicht tat. Stattdessen wandelte er eigenmächtig den Eid in ein Gelöbnis auf die Privilegien um, die die Codices in der von seinem Vater veränderten Form gewährte. Dennoch erkannten die Stände ihn als König an. Sofort erhob Gabriel IX. seinen Gewährsmann, den Franzosen Alphonse de Calogny, zum leitenden Minister. Calogny arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.
Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik
In der Lex Generalis von 1755 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-Königreich Cuentez-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert.
Außenpolitik
Außenpolitisch setzte Gabriel IX. die Politik einer engen Anlehnung an Frankreich, die bereits sein Vater praktiziert hatte, fort. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. 1757 griff Sagradien aufseiten Österreichs und Frankreichs in den Siebenjährigen Krieg ein, wo es hauptsächlich um Kolonien gegen England kämpfte. Im Separatfrieden von San Docién musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, Cereza und La Cripón blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand. 1756 hatte Gabriel in dritter Ehe die Erbprinzessin Maria von Servette geheiratet und erhob 1760 nach dem Tod des letzten Großherzogs Karl Ferdinand Anspruch auf die Servettinischen Lande, was zum Kriegseintritt Micoliniens führte, das die Gebiete in seinem Süden kurzerhand annektierte (Servettinischer Erbfolgekrieg). Der Friedensschluss mit England 1761 ermöglichte es Gabriel IX., seine ganze militärische Kraft gegen Micolinien einzusetzen, das im Friede von Sant Vicent 1762 auf die Servettinischen Lande verzichten musste. Stattdessen ging die Herrschaft im micolinischen Süden an die sagradischen Bourbonen über und der Titel eines Großherzogs von Servette an Gabriels jüngsten Sohn Luis Filipe aus der Ehe mit Maria von Servette.
Tod und Nachfolge
Gabriel IX. stab im Jahr 1777 im Alter von 65 Jahren. Nachfolger als König wurde sein ältester Sohn Joseph Ludwig I. aus der ersten Ehe mit Isabella von Spanien. Die beiden Söhne aus seiner zweiten Ehe mit Elisa von Piacón, Filipe von Vuelta und Gabriel von Viena begründeten zudem die Linien Bourbon-Vuelta und Bourbon-Viena, die mit Michael IV. 1817 und Emil I. Johann 1829 nacheinander den Thron bestiegen.