Gabriel I. Juvans

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Gabriel I. Juvans (von Sagradien), (*1125, †1198), genannt der Heilige oder der Hilfreiche (Don Gabriel Juvante il Santo) war König von Sagradien (1165-1198) und von Golen (1162/1165-1198). Gabriel Juvans gilt als bedeutendster sagradischer Herrscher des Hochmittelalters. Er beendete den Krieg seines Vaters gegen Micolinien und sicherte sich die Krone Golens, das er zur sagradischen Monarchie hinzufügte. In Kriegen gegen die Lusonidenherrscher in Scantia und Perucía stärkte er zudem die königliche Macht und legte den Grundstein für den Zerfall des mächtigen Lusonidenreichs.

Jugend, Golenkrieg und Thronbesteigung

Gabriel Juvans (sagr. Juvante) wurde 1125 als zweiter Sohn des Herzogs von Sesín und späteren Königs Jakob dem Kühnen und dessen erster Ehefrau Luisa von Nalcaz geboren. Bereits als Kind wurde Gabriel mit dem Beinamen "Juvans" (lateinisch für „der Hilfreiche“, „der Helfende“) bzw. sagradisch "Juvante" versehen. Die Herkunft des Beinamens ist ungeklärt. Als Gabriel sieben Jahre alt war, wurde sein Vater König von Sagradien und Gabriel einer der königlichen Prinzen. Nach dem Tod seines älteren Bruders Don Joán im Jahr 1150 stieg Gabriel zudem zum Thronfolger auf und erbte von diesem das Herzogtum Sesin.

1157 heiratete Gabriel Juvans die golische Erbprinzessin Marka von Golen. Die Ehe wurde zum Grundstein der danach bis ins 20. Jahrhundert andauernden Herrschaft Sagradiens über Golen, da Markas Vater König Bernart II. 1162 starb, ohne einen männlichen Nachfolger zu hinterlassen. Sofort erhob Jakob I. für seinen Sohn Gabriel Anspruch auf den Thron und zog zusammen mit diesem in den Golischen Krieg (Erster Juvantischer Krieg) gegen Micolinien, das ebenfalls Anspruch erhob. Der Krieg zog sich über mehrere Jahre hin. Jakob I. starb 1165 in der Schlacht von Santa Rocca, sodass Gabriel ihm auf den Thron folgte. Er beendete den Krieg noch im gleichen Jahr und konnte seine Ansprüche erfolgreich behaupten. Außerdem blieben Teile Nordmicoliniens und der Montana von sagradischen Truppen besetzt. Nachdem er sich in Alágua zum König der Golen hatte erheben lassen, folgte auch die Krönung zum sagradischen König in Noyar.

Nach seinem erfolgreichen Golenfeldzug wurde Gabriel 1169 vom Erzbischof Dianus von Tulis zur Hilfe gegen die so genannten Maleducas gerufen, eine Machtclique, welche das unabhängige Tulis seit kurzem regierte und den Bischof aus der Stadt vertrieben hatte. Gabriel konnte die Stadt im Frühjahr 1170 mit einem Heer einnehmen und der de facto unabhängigen Stadt den Lehnseid abnehmen. Er residierte mehrere Wochen in Tulis und sprach recht. Dennoch gelang es ihm und seinen Nachfolgern nicht, die Stadt dauerhaft dem eigenen Machtbereich einzuverleiben, die bald nach dem Abzug der sagradischen Truppen wieder zur republikanischen Regierungsweise zurückkehrte.

Lusonidenkrieg

In den Folgejahren war Gabriel Juvans mit dem Kampf gegen die rebellischen Herzöge von Scantia beschäftigt, die über das formal unabhängige Königreich Perucía herrschten und das große lusonidische Herrschaftskonglomerat in ihrer Hand vereinten. Der diannidisch-lusonidische Konflikt zwischen den sagradischen Königen und ihren mächtigsten Vasallen erfuhr in der Folge auf einen Höhepunkt im so genannten Lusonidenkrieg von 1172-1184 (Zweiter Juvantischer Krieg). Ziel Gabriels war es, die Macht der Lusoniden zu schwächen und sie unter seine Herrschaft zu zwingen, während die Lusonidenherrscher Luso II. und Johann der Starke (seit 1180) die völlige Unabhängigkeit von Sagradien anstrebten. Gabriel nutzte dabei einen Familienstreit der Lusoniden und unterstützte den illegitimen Sohn Herzog Albreths III. von Scantia, Jakob von Redanior, gegen Luso II. von Perucía, der in der Nachfolge Albreths auch das Herzogtum Scantia beanspruchte.

Gabriel verbündete sich mit Jakob von Redanior und zog mit diesem in den Kampf gegen die Lusoniden. Nach dem Tod Lusos II. im Jahr 1177 verweigerte Gabriel dessen Sohn Johann dem Starken das Herzogtum Scantia und belehnte stattdessen Jakob von Redanior, der seine Herrschaft aber bis zu seinem Tod 1182 de facto nicht durchsetzen konnte. Erst im Vertrag von Erin im Jahr 1184 musste Johann der Starke seinen Verzicht auf Scantia erklären und darüber hinaus Jakob von Redanior als rechtmäßigen Erben seines Großonkels Aliuretos III. von Scantia anerkennen. Damit setzte Gabriel Juvans die Aufspaltung des Lusonidenerbes durch. Während Johann der Starke König von Perucía blieb, wurde Jakobs Sohn Martin der Gute von Redanior Herzog von Scantia und reichte wiederum einige Gebiete an die sagradische Krone weiter. Der Einfluss der Lusoniden in Sagradien war damit stark geschwächt, die Macht des sagradischen Königtums der Dianniden stark wie noch nie.

Dritter Kreuzzug, Heiligsprechung und Tod

Die Eroberung Palästinas durch Saladin im Jahr 1187 löste den Dritten Kreuzzug aus, zu dem Papst Gregor VIII. aufrief. Gabriel zog 1189 gemeinsam mit dem Skantenherzog Johann dem Starken ins Heilige Land, wo er an der Belagerung Akkons teilnahm. Nach seiner Rückkehr wurde er in Sagradien als Held gefeiert und Legenden um seine vermeintlichen Helden- und Wundertaten im Heiligen Land wurden gestreut, die Juvans’ hohes Prestige und seinen Mythos bei der Nachwelt begründeten. Gabriel wurde in der Folge als Heiliger verehrt und schließlich auch infolge des Konkordats von Lemez unter David I. 1537 heilig gesprochen.

Innenpolitisch war Gabriel ein großer Förderer von Kunst und Kultur und baute das sagradische Kirchensystem aus. Seine Herrschaft war von einer universellen Vorstellung des Königtums geprägt. Als er 1198 starb, folgte ihm sein Sohn Arzelius I. nach, der die Kronen von Sagradien und Golen in seiner Hand vereinte. Gabriels älterer Sohn Jakob, der seit 1187 als Mitkönig seines Vaters u.a. in dessen Abwesenheit während des Dritten Kreuzzuges regiert hatte, war bereits 1193 kinderlos gestorben.