Haus Redanior
Das Haus Redanior war ein spätmittelalterliches, ursprünglich skantisch-peruzinisches Adelsgeschlecht, das von 1177/84 bis 1395 die Herzöge von Scantia, von 1250 bis 1395 die Könige von Perucía, 1264 bis 1395 die Könige von Sagradien und Golen und von 1315 bis 1386/90 die Könige von Micolinien stellte. Die Redanior erbten das Reich der Lusoniden in Nordsagradien und Perucía und beendeten nach der Thronbesteigung Martins IV. von Sagradien den ein Jahrhundert lang andauernden lusonidisch-diannidischen Gegensatz. Unter den Königen Sergi I., Sergi II. und Gabriel IV. (bis zur Micolinischen Revolution 1386 vereinten die Redanior ein halbes Jahrhundert lang die sagradische mit der micolinischen Krone in der so genannten "Union von Alagua".
Das Haus Redanior geht ursprünglich auf das skantisch-peruzinische Geschlecht der Lusoniden zurück. Stammvater der Redanior war Jakob von Redanior, ein unehelicher Sohn des Lusonidenherzogs Aliuerto III. von Scantia. Jakobs Mutter war die peruzinische Adlige Selana von Cresq. Jakob von Redanior verbündete sich nach dem Tod seines Vetters Luso II. von Perucía und Scantia 1177 mit dem sagradischen König Gabriel I. Juvans gegen Lusos Sohn Johann den Starken und beanspruchte das Herzogtum Scantia als Erbe seines Vaters für sich selbst. Zwar konnte er seinen Anspruch zu Lebzeiten nicht durchsetzen, doch musste der Lusonide Johann der Starke nach verlorenem Krieg im Vertrag von Erin 1184 auf das Herzogtum Scantia und Besitzungen in Mittelsagradien verzichten, die nun an Jakobs Sohn Martin von Redanior, genannt "der Gute", fielen.
Mit dem Herzogtum Scantia verfügten die Redanior in der Folge über eine starke Hausmacht in Sagradien. Der Aufstieg der illegitimen Lusoniden-Linie beruhte in hohem Maße auf dem engen Bündnis des Hauses mit dem sagradischen Königshaus der Dianniden gegen die weiterhin in Perucía regierenden Lusoniden. Mit Jakob von Redanior, seinem Sohn Martin dem Guten und dessen Enkel Philipp dem Schweigsamen heirateten gleich drei bedeutende Sprösslinge Prinzessinnen aus dem sagradischen Königshaus. Letzterer Herzog Philipp der Schweigsame verbündete sich nach dem Tod des letzten peruzinischen Lusoniden-Königs Martin Posthumus im Jahr 1249 mit seinem Schwiegervater Philipp IV. Hermes von Sagradien gegen Renart von Soria, dem illegitimen Halbbruder Martin Posthumus'. Als Neffe Martins II. des Streiters von Perucía beanspruchte Philipp der Schweigsame das gesamte Lusonidenerbe und damit die peruzinische Königskrone für sich. In der Schlacht von Porinéi 1255 konnte er seinen Herrschaftsanspruch mit sagradischer Hilfe endgültig durchsetzen.
Da der letzte Diannidenkönig Philipp V. der Kluge ohne Sohn war, verlobte er seine einzige Tochter mit dem ältesten Sohn Philipps des Schweigsamen und setzte diesen als Erben der Krone ein. Nachem die Cortes von Belaçón die Nachfolgeregelung bestätigt hatten, bestieg mit dem jungen Martin IV. Felix 1264 erstmals ein Mitglied des Hauses Redanior den sagradischen Königsthron. Damit verlagerte sich das Zentrum der Dynastie nach Sagradien. Nach Martin Felix' Thron kam es zu mehreren Aufständen der peruzinischen Stände gegen die Herrschaft der Redanior-Könige, die erst 1223 endgültig beendet werden konnten.